Pfingsten im Grünen

19. Mai 2021

Richtiges Verhalten in Feld und Flur

Kreis Soest (wlv). Das Pfingstwochenende steht vor der Tür und bei sinkenden Inzidenzwerten ist das Treffen mit Freunden zumindest in reduziertem Umfang wieder möglich. Eine Radtour durch die Feldflur oder ein Picknick im Grünen wird für viele Freundeskreise in diesem Jahr vermutlich die Alternative zum Kurzurlaub sein.

 

„Wir beobachten seit dem Beginn der Pandemie viel mehr Spaziergänger und Fahrradfahrer auf den Feldwegen als in anderen Jahren“, sagt Josef Lehmenkühler, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest. „Nicht selten werden wir Landwirte gefragt, was in Feld und Flur in Ordnung ist und was nicht“, so Lehmenkühler. Auf einige Fragen zum Verhalten in der Landschaft gibt der Landwirtevorsitzende hier die Antworten:

 

Wo dürfen wir uns als Fahrradfahrer und Fußgänger überall bewegen?

 

Lehmenkühler: Die Antwort ist recht einfach. Bitte bleiben Sie auf den Wegen. Felder sind zu dieser Jahreszeit mit Früchten bestellt und der Aufwuchs der Wiesen wird als Futter für unsere Tiere genutzt. Jeder der darüber läuft oder fährt, schädigt die Pflanzen.

 

Was ist mit Bello?

 

Lehmenkühler: Auch hier gilt: Bitte bleiben Sie auf den Wegen! Das Frühjahr ist die Zeit, in der die Tiere in Feld und Flur ihre Jungen aufziehen. Freilaufende Hunde sind für diese Tiere eine große Gefahr. Wildtiere verfügen über sehr gute Sinne; selbst den friedlichsten Hund empfinden sie als feindliche Gefahr. Bodenbrüter wie Kiebitz, Rebhuhn oder Feldlerchen verlassen ihr Gelege und ihren Nachwuchs bei Beunruhigung. Die Eier bzw. Küken kühlen aus, werden lebensschwach und verenden. Auch Feldhasen, Rehe und andere Wildtiere sehen den Hund als Feind an und geraten schnell in Panik.

Zudem ist auch Hundekot in Wiesen und Weiden eine vielfach unterschätzte Gefahr für Rinder und Pferde. Krankheitserreger im Hundekot können beispielsweise bei Rindern zu Fehl- oder Totgeburten führen,

 

Wie verhalten wir uns in der Nähe von Weidetieren?

 

Lehmenkühler: Bitte verhalten Sie sich ruhig. Krach oder hastige Bewegungen können die Tiere erschrecken und in Panik versetzten. Bitte auch keinen Müll in der Nähe von Wiesen und Weiden liegen lassen, denn der bekommt den Tieren überhaupt nicht gut. Kühe beispielsweise können kleinere Gegenstände leicht mitfressen. Besonders spitze Metallteile und scharfe Kanten gefährden dabei die inneren Organe der Tiere. Setzt sich ein spitzer Metallgegenstand fest, ist das für ein Tier sehr schmerzhaft und kann sogar sein Leben gefährden.

 

Und das Picknick?

 

Lehmenkühler: Was gibt es Schöneres als mit Kindern in der Natur zu picknicken? Am Rand von Feldwegen ist das kein Problem. An vielen Stellen findet man auch Bänke. Aber bitte, nehmen Sie jeglichen Müll wieder mit. Auch Reste von Nahrungsmitteln sollten auf jeden Fall wieder eingepackt werden. Die Wurst vom Brot kann beispielweise die Afrikanische Schweinepest, die seit September Deutschland im Osten erreicht hat, auf unsere Wildschweine übertragen.

 

Wenn wir etwas wissen möchten?

 

Lehmenkühler: Wir Landwirte freuen uns über jegliches Interesse an der Natur, unseren Tieren und den Früchten auf den Federn. Bitte fragen Sie uns, wenn Sie etwas wissen möchten. Scheuen Sie sich nicht Landwirte anzusprechen, die auf den Feldern arbeiten oder die Sie auf Feldwegen treffen.

Presse-Kontakt

Noch blüht der Raps im Kreis Soest und lockt viele Menschen zur Erholulng ins Freie.

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