Marktturbulenzen und Unsicherheiten

27. Dezember 2021

Rückblick auf das landwirtschaftliche Jahr 2021

Kreis Soest (wlv). „Turbulente Märkte, eine zufriedenstellende Ernte und viele Unsicherheiten kennzeichnen das nun ablaufende Jahr 2021 für uns Bauern und Bäuerinnen im Kreis Soest", zieht der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest Josef Lehmenkühler Bilanz.

„Die Märkte für unsere landwirtschaftlichen Erzeugnisse haben sich in 2021 in extrem unterschiedliche Richtungen bewegt", sagt Josef Lehmenkühler, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest. Besonders stark sei das Auseinander¬driften des Getreidereises und des Preises für Schweinefleisch gewesen. Da in diesem Jahr das globale Getreideangebot knapp sei, hätten sich die Getreidepreise sehr positiv entwickelt. Dem gegenüber ständen ruinöse Schweinepreise. „Das ganze Jahr 2021 hindurch führten besonders die Corona-Pandemie, die Afrikanische Schweinepest und der Importdruck aus anderen Ländern dazu, dass der Preis für Schweinefleisch sich kein Stück aus der extremen Talsohle hinausbewegen konnte", sagt Lehmenkühler. Eine stärkere Fokussierung des Handels auf heimische Erzeugung wäre ein wichtiger Ansatz, so der Vorsitzende.

„Die Betriebsmittelpreise sind in 2021 explodiert", blickt Josef Lehmenkühler zurück. Wie viele andere Branchen sei auch die Landwirtschaft von den gestiegenen Energiekosten betroffen. Eine noch nie dagewesene Explosion hätten die Düngerpreise erlebt, sagt er. „Innerhalb der letzten zwei Jahre hat sich beispielsweise der Preis für Stickstoffdünger verdreifacht, das habe ich so noch nicht erlebt", so der Landwirt.

„Mit der Witterung und den Ernteergebnissen können wir in diesem Jahr im Kreis Soest zufrieden sein", blickt Lehmenkühler auf das Arbeitsjahr zurück. „Nach drei extrem trockenen Jahren war Wassermangel in diesem Jahr kein Problem", sagt er. Die sommerliche Getreide- und Rapsernte sei bedingt durch die regelmäßigen Regenfälle zwar deutlich schwieriger gewesen, als in den letzten Jahren und auch die Backfähigkeiten hätten beim Brotgetreide durch die feuchte Witterung gelitten, aber die Landwirte im Kreis Soest seien von den Unwettern, die andere Regionen getroffen hätten, verschont geblieben. So habe es im Sommer auch so manche Bäuerin und so manchen Bauern in die Katastrophengebiete gezogen, um dort zu helfen.

Erfreulich gut sei die Grasernte in diesem Jahr ausgefallen. „Grünland braucht Feuchtigkeit und die war im Frühjahr und Sommer 2021ausreichend vorhanden", sagt Lehmenkühler. Die Landwirtsfamilien mit Rindern, Pferden und Schafen müssten sich in diesem Jahr im Vergleich zu den letzten drei Dürrejahren keine Sorgen um das Winterfutter machen.

Die Situation zum Jahreswechsel sei auf den Höfen aber auch von einer großen Unsicherheit gekennzeichnet, sagt er. Stetig steigende Anforderungen und Auflagen und zudem unklare politische und gesetzliche Rahmenbedingungen nähmen den Bauernfamilien, besonders den jungen Leuten, die Zukunftsperspektiven. „Wir Landwirte haben uns auf den Weg gemacht und stehen in einem Entwicklungsprozess", so Lehmenkühler. Mehr denn je fänden Planungen, Überlegungen und Entwicklungen hin zu mehr Tierwohl, Naturschutz und Klimaschutz statt. „Aber nicht nur die ökologische, auch die wirtschaftliche Nachhaltigkeit muss gewährleistet sein und wir Bauernfamilien müssen in der Lage sein, unseren Lebensunterhalt aus der Landwirtschaft zu erwirtschaften", sagt der Bauernvorsitzende und führt weiter aus: „Nur wenn es in Zukunft im Kreis Soest noch Bauernfamilien gibt, können sich die Menschen hier mit regionalen Produkten ernähren." Das habe auf der einen Seite mit Versorgungsicherheit zu tun, auf der anderen aber auch damit, dass die Produkte nur so unter heimischen hohen und kontrollierten Standards erzeugt werden könnten. Zudem seien kurze Wege unerlässlich für den Klimaschutz.

 

Presse-Kontakt

Landwirtevorsitzender Josef Lehmenkühler blickt auf das nun ablaufende Jahr 2021 zurück.

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