Desaster am Schweinemarkt

14. September 2021

Heimische Schweinehalter in tiefer Krise

Kreis Soest (wlv). Alles andere als sauwohl fühlen sich momentan die knapp 400 heimischen Schweinehalter im Kreis Soest. Extrem niedrige Schweinpreise und ständig steigende Auflagen und Anforderungen würden aktuell zu einer katastrophalen Situation in der Schweinhaltung führen. „Für uns Schweinebauern wird die Lage immer verzweifelter, wir schreiben schon seit Monaten tiefrote Zahlen. Das gilt für Mäster ebenso wie für Sauenhalter", sagt Josef Lehmenkühler, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest. Die ersten Ställe ständen bereits leer, sagt er.

Die Schweinepreise würden zurzeit nur eine Richtung kennen: abwärts. Aktuell seien sie bei einem Tief von 1,25 Euro pro Kilogramm angekommen „Bei jedem Schwein, das den Stall verlässt, legen wir derzeit mindestens 50 €uro drauf. Wir haben große Sorge um die die finanzielle Stabilität vieler unserer Familienbetriebe." Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner lädt aus diesem Grund am Mittwoch zu einem Branchentreffen ein, bei dem Wege aus der Krise gesucht werden sollen.

Die Schweinehalter seien die großen Verlierer innerhalb der Wertschöpfungskette für Schweinefleisch. Der Lebensmittelhandel würde den Landwirten als schwächstes Glied in der Kette die Preise diktieren. Zudem müssten die Landwirte in Deutschland immer höhere Standards erfüllen, bekämen aber auf der anderen Seite Preise auf Weltmarktniveau, das passe nun mal nicht zusammen, so der Landwirtevorsitzende.

Besonders massiv seien die Landwirte mit Sauenhaltung von der Krise betroffen, so Lehmenkühler. Ihnen würden zudem teure Investitionen für gesetzlich vorgeschriebene Umbauten in den Ställen bevorstehen.

Um einen Weg aus der Krise und damit das Wegbrechen eines ganzen Berufszweiges zu verhindern, seien alle gefragt. So müssten auch Schlachtunternehmen, Verarbeiter, Großverbraucher und der Lebensmitteleinzelhandel die heimische Erzeugung durch entsprechende Einkaufs- und Preispolitik stabilisieren und stärken. Eine stärkere Fokussierung auf heimische Erzeugung, wäre ein wichtiger Ansatz, so Lehmenkühler. Die Politik sei zudem Landwirten und Verbrauchern eine Antwort schuldig, wenn es um den Schutz vor Einfuhren mit geringeren Standards gehe.

„Wir Landwirte kennen den Markt mit seinen Höhen und Tiefen seit Jahrzehnten. Aber so eine Situation haben wir noch nicht gehabt", sagt Josef Lehmenkühler.

 

Presse-Kontakt

"So eine Situation haben wir am Schweinemarkt noch nicht gehabt", sagt Josef Lehmenkühler.

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