Kreisverbandstag der Landwirte 2022:
Die Stärke des Familienbetriebes

21. Februar 2022

Kreis Soest (wlv). „Stärke statt Stimmung - Strategien für den Familienbetrieb", so lautete das Thema des Kreisverbandstages der Landwirte, der in diesem Jahr als Online-Veranstaltung am Montag, dem 21. Februar 2022, stattfand.

„Die Stimmung in unseren Bauernfamilien ist so mies wie seit Jahrzehnten nicht mehr", stellte der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest Josef Lehmenkühler in seiner Begrüßung fest. Es würden Perspektiven und Alternativen fehlen, auf die man langfristig setzen könne. Das führe zur Resignation, Frustration bis hin zu Depressionen in den Bauernfamilien, sagte er.

So ging es im Vortrag des Gastreferenten Rolf Brauch, Bildungsreferent und Regionalbeauftragter der Evangelischen Landeskirche Baden, auch darum, Perspektiven für die Landwirtsfamilien zu entwickeln. Deutlich stelle er die Stärken des landwirtschaftlichen Familienbetriebes heraus: „Robustheit, Verantwortung, ökonomische Effizienz durch Überschaubarkeit, Schnelligkeit, Belastbarkeit, das sind nur einige der großen Stärken unserer familiengeführten Höfe". Familienbetriebe seien der Humus, auf dem Unternehmen ökonomisch wachsen, blühen und Früchte tragen könnten, sagte er. Die Stärken, die daraus erwachsen, gelte es zu stärken, gab er den Landwirtinnen und Landwirten mit auf den Weg. Familienbetriebe bestünden aus zwei Systemen, dem Familiensystem, das sich durch Nähe auszeichne und dem Betriebssystem, das von Effizienz gekennzeichnet sei. „Beide Systeme sind gleichermaßen notwendig", so Brauch.

Der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes Hubertus Beringmeier machte in seinem agrarpolitischen Überblick unter anderem auf die aktuellen Unsicherheiten aufmerksam. So würde die neue europäische Agrarpolitik, die ab 2023 gelte, nicht nur schwierige Auflagen, sondern sehr viele offene Fragen für die Umsetzung in der Praxis mit sich bringen. Viele Ausführungsregelungen ständen noch nicht fest, obwohl die Landwirte jetzt schon planen müssten.

Geschäftsführer Burkhard Schröer warf in seinem Bericht unter anderem einen Blick auf die Wahlen dieses Winters und die damit veränderten Strukturen: „Insgesamt hat bei der letzten Wahl ein Generationswechsel stattgefunden" sagte er. In den 26 Ortsverbänden seien zehn neue Vorsitzende gewählt worden und somit sei in über einem Drittel ein neuer Vorsitzender ins Amt gekommen.

Kreislandwirtin Gerlinde Hollmann appellierte in ihrem Schusswort an die Einigkeit der Bauern und Bäuerinnen: „Lassen Sie uns zusammen und nicht gegeneinander mit einer Stimme das vielschichtige Bild einer verantwortungsbewussten Landwirtschaft in die Gesellschaft tragen", sagte sie.

Das denken die Bäuerinnen und Bauern im Kreis Soest

Eine Online-Umfrage während des Kreisverbandstages lautete: „Was hat im Moment den größten Einfluss auf Ihre Stimmung als Bauernfamilie?" 51 Prozent der Antwortenden waren der Meinung, dass „ständig neue Auflagen und Regelungen" am entscheidendsten seien, für 37 Prozent waren es „die unsicheren Zukunftsaussichten" und zwölf Prozent meinten, die „Preissituation" habe den größten Einfluss.

 

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Presse-Kontakt

In diesem Jahr fand der Kreisverbandstag pandemiebedingt online statt. Im Studio begrüßt Kreisverbandsvorsitzender Josef Lehmenkühler die Landwirtinnen und Landwirte.

In diesem Jahr fand der Kreisverbandstag pandemiebedingt online statt. Im Studio dabei: v.l.n.r. Kreisverbandsvorsitzender Josef Lehmenkühler, Geschäftsführer Burkhard Schröer, Kreislandwirtin Gerlinde Hollmann und der stellvertretende Vorsitzende Andreas König.

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