Landtagskandidaten der FDP zu Gast auf Hof Junker

28. April 2022

Zukunft und Wirtschaftlichkeit der Tierhaltung wichtiges Thema

Kreis Soest (wlv). Zum Austausch über aktuelle landwirtschaftliche Themen hatte der Landwirtschaftliche Kreisverband Soest die beiden heimischen Kandidaten der FPD zur Landtagswahl Mayela Hiltenkamp und Christof Rasche (MdL) sowie Jürgen Schulze Nieden als Kreistagsmitglied der FDP auf den Hof Junker in Ense-Vollbringen eingeladen.

Das Gespräch mit den FDP-Politikern machte den Abschluss einer Reihe von Gesprächen mit verschiedenen politischen Parteien. Mit dabei waren neben den Politikern und den Vertretern des Landwirtschaftsverbandes Kreislandwirtin Gerlinde Hollmann und Christin Plett vom Zusammenschluss LSV.

Zentrale Themen waren die Zukunft und Wirtschaftlichkeit der heimischen Tierhaltung sowie die Ernährungssicherung.

Familie Junker bewirtschaftet in Ense-Vollbringen einen Hof mit Ackerbau, Sauenhaltung und Schweinemast. Vor einigen Jahren haben die Junkers in Tierwohl-Strohställe, sowohl für die Ferkelaufzucht als auch die Mast investiert. „Neben den Investitionskosten muss man hier den deutlich höheren Arbeitsbedarf sehen", sagte Theo Junker. Durch die Vermarktung an Metzger kann die Familie einen höheren Preis erzielen, aber schon allein der hohe Arbeitsaufwand mache das erforderlich, sagte Junker. Mengenmäßig sei diese Form der Schweinehaltung eine Nische, die durch den Absatz begrenzt sei, so seine Einschätzung.

Wenn diese Form der Tierhaltung politisch und gesellschaftlich gewollt sei, am Markt aber durch den begrenzten Absatz für eine größere Menge kein höherer Preis zu erzielen sei, müsse der Umbau der Tierhaltung politisch gefördert werden, machten die Vertreter der Landwirtschaft deutlich. Eine Preisbildung auf einem freien Markt funktioniere nur, wenn gleiche Wettbewerbsbedingungen gegeben seien. Würden einseitig die Auflagen und Anforderungen in Deutschland hoch gesetzt, müsse man aber preislich mit anderen Ländern, in denen es diese nicht gebe, konkurrieren, würde das die heimischen Tierhalter in den Ruin treiben. Die Tierhaltung reduziere sich schon jetzt drastisch weil besonders den jungen Landwirtinnen und Landwirten die Perspektiven fehlten. Gerade die kleineren und mittleren Betriebe, die man eigentlich halten wolle, würden so dramatisch reduziert. Das gehe auch auf Kosten der heimischen Nahrungsmittelversorgung, sagten die Landwirte.

Das Thema Selbstversorgung und Ernährungssicherung sei auch wegen des Ukrainekrieges von dramatischer Aktualität, waren sich die Anwesenden einig. Der Krieg verknappe Öl und Brotgetreide auf dem Weltmarkt enorm; der hohe Exportanteil Russlands und der Ukraine fehle. Zudem machten hohe Energiekosten und explodierende Düngerpreise die Produktion teuer. Die im Zuge der neuen EU-Agrarpolitik geplanten vier Prozent Stilllegung seien in der aktuellen Situation nicht vertretbar, sagten die anwesenden Landwirte. Gerade der heimische Bördeboden, der keine Bewässerung und verhältnismäßig wenig Energie in der Bewirtschaftung benötige, müsse seinen Anteil zur Ernährungssicherung leisten. Bei der Nahrungsmittelsicherheit und dem Klimaschutz müsse man weltweit denken.

MdL Jürgen Rasche plädierte für einen weiteren regelmäßigen Austausch mit der Landwirtschaft. Landtagskandidatin Mayela Hiltenkamp sagte: „Für mich als Politikerin ist es wichtig, die Hintergründe kennen zu lernen, um mir ein differenziertes Bild über landwirtschaftliche Themen machen und abwägen zu können."

Presse-Kontakt

Politiker und Landwirte zum Austausch auf dem Hof Junker in Ense-Vollbringen: v.l.n.r.: Kreislandwirtin Gerlinde Hollmann. stellv. Kreisverbandsvorsitzender Andreas König, Kreistagsmitglied Jürgen Schulze Nieden (FDP), WLV-Kreisgeschäftsführer Burkhard Schröer, Christof Rasche (MdL, FDP), Landwirt Theo Junker, Christin Plett (LSV) und Landtagskandidatin Mayela Hiltenkamp

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