Bauern düngen ihre Äcker

14. Januar 2013

Bauern düngen ihre Äcker Kreis Steinfurt. Auch wenn der Winter gerade noch ein Intermezzo gibt, so blicken die Landwirte im Kreis schon auf das nahe Frühjahr und beginnen mit der Feldarbeit. Aktuell steht das Düngen jetzt zur Vorbereitung auf die Vegetationsperiode auf dem Plan. Was in der Fachsprache „Ausbringung organischer sowie mineralischer Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an Nitrat und Phosphat heißt“, kann man aber nicht nur sehen, sondern auch riechen. Was der eine noch als „frische Landluft“ toleriert, das „stinkt“ allerdings dem anderen im wahrsten Sinne des Wortes. Was den unverwechselbaren Duft in Luft verursacht, weiß Herbert Piepel, Fachberater bei der Kreisgeschäftsstelle der Landwirtschaftskammer. „Es ist die Ammoniakausgasung, die beim Aufbringen der Gülle in die Luft gelangt“, erklärt Piepel. „Je Boden näher die Gülle dabei aufgebracht wird, umso weniger Geruchsstoffe werden frei gesetzt.“ Dass das Aufbringen der Gülle für Anwohner und Spaziergänger eine Belästigung darstellen kann, ist den Landwirten im Kreis bewusst. „Wir bemühen uns, die Geruchsimmissionen so gering wie möglich zu halten“, sagt der stellvertretende WLV-Kreisverbandsvorsitzende Albert Rohlmann. „Ganz vermeiden lässt es sich aber nicht.“ Am 1. Februar endet die Sperrfrist für die Ausbringung von Wirtschaftsdünger. Mit einer Ausnahmegenehmigung ist das Aufbringen auch schon nach dem 15. Januar gestattet. Aber das allein reicht noch nicht aus. Gegeben sein muss auch die Aufnahmefähigkeit des Bodens. Und das ist der Fall, wenn bei bewachsenen Flächen der Boden weniger als zehn Zentimeter tief gefroren ist und er nicht überschwemmt und auch nicht wassergesättigt ist. Anders ist die Lage bei unbewachsenen Böden oder in Hanglagen, denn es muss – so die Vorschriften – vermieden werden, dass die Nährstoffe in oberirdische Gewässer abschwemmen. „Da wird von uns Landwirten ein ganz sensibler Umgang erwartet“, erklärt Albert Rohlmann und wirbt gleichzeitig um Verständnis bei der Bevölkerung. „Gülle ist für uns ein wertvoller Wirtschaftsdünger, mit dem wir die Nährstoffkreisläufe schließen. Was dem Boden durch die Pflanzen entzogen wird, muss wieder zugeführt werden – auch wenn’s riecht.“ Wie tief die Böden gefroren sind, können die Landwirte erfahren unter www.agrowetter.de „Frosttiefe und Auftauschicht“.

Presse-Kontakt

Daten werden geladen …

powered by webEdition CMS