Hofübergabe gut vorbereiten

04. November 2013

Erstes Steinfurter Höfeforum mit mehr als 500 Besuchern in Hövels Festhalle

Freuen sich über ein gelungenes erstes Steinfurter Höfeforum: Thomas Hovekamp (Sprecher der Werbegemeinschaft der LVM-Vertrauensleute im Kreis Steinfurt), RA Hubertus Schmitte(WLV-Justiziar), RA Franz-Georg-Koers (Geschäftsführer WLV-Kreisverband Steinfurt), Renate Lütke Holz (Rechtschutzexpertin LVM), Moderator Matthias Schulze Steinmann (Landwirtschaftliches Wochenblatt), Johann  Prümers (WLV-Kreisverbandsvorsitzender)

Die Höfeordnung bildet die Landwirtschaft vor 60 Jahren ab - die Betriebe aber haben sich weiterentwickelt. Welche Auswirkungen neue Betriebszweige auf die Hofübergabe und die Hofübernahme haben, diskutierten beim ersten Steinfurter Höfeforum Experten vom WLV und LVM mit interessierten Landwirtsfamilien.

"Ist mein landwirtschaftlicher Betrieb im Erbfall überhaupt noch ein Hof? Was gehört zum Hof und was nicht?" Diese Frage bewegte am Montagabend (4. Nov.) die mehr als 500 Besucher beim ersten Steinfurter Höfeforum in Hövels Festhalle in Saerbeck. Sie nutzten die vom WLV-Kreisverband Steinfurt und der LVM-Versicherung ins Leben gerufene Informations- und Diskussionsplattform, um den Fokus auf die Hofübergabe und Hofübernahme zu legen.

„Die Höfeordnung, die den Erbfall in der Landwirtschaft gesetzlich regelt, ist inzwischen 60 Jahre alt und ein wenig verstaubt. Die landwirtschaftlichen Betriebe aber haben sich verändert“, beschrieben die Agrarjuristen Hubertus Schmitte und Franz-Georg Koers vom WLV das Spannungsfeld, in dem sich der Generationswechsel auf den Höfen im Kreis Steinfurt vollzieht. „Es gibt keine größere Herausforderung als die Hofübergabe. Sie sollte gut überlegt und aktiv gestaltet werden“, sagten die Referenten und erläuterten die möglichen Konfliktfelder an vielen Beispielen aus der Praxis.
Höfe im Sinne der Höfeordnung fallen an einen Alleinerben, die sogenannten „weichenden Erben“ erhalten eine Abfindung und auch die Absicherung der Altenteiler wird geregelt. Aber: Neue Betriebszweige, die sich auf den Höfen herausgebildet haben, wie Photovoltaik-, Windkraft- und Biogasanlagen, fremdvermietete Kötterhäuser oder Speicher, Direktvermarktung oder Hofcafés gehören rechtlich nicht unbedingt zum „Hof“ im Sinne der Höfeordnung. „Für diese nichtlandwirtschaftlichen Bestandteile entfällt die erbrechtliche Privilegierung mit den entsprechenden Konsequenzen wie beispielsweise höhere Abfindungen durch Zuschläge oder Nachabfindungen für die weichenden Erben“, erläuterten Schmitte und Koers. Selbst wenn der Hofnachfolger später entsprechende nicht-landwirtschaftliche Betriebszweige entwickelt, können die Geschwister Nachabfindungsansprüche geltend machen.

Wie vielschichtig auf den einzelnen Betrieben die Herausforderungen beim Generationswechsel sind, zeigte die anschließende Podiumsdiskussion mit den Referenten und Renate Lütke Holz (Rechtschutzexpertin LVM). Matthias Schulze Steinmann (Landwirtschaftliches Wochenblatt) leitete die Fragerunde: Gehört ein gewerblich betriebener Stall zum Hof? Was ist zu tun, wenn es (noch) keinen Hoferben gibt? Wie werden auslaufende Betriebe behandelt? „Wichtig ist, dass die Betriebsleiter oder Betriebsleiterinnen früh überlegen, wie die Zukunft des Hofes aussehen könnte“, rieten die Referenten. „Wenn der Hof mit allen Betriebsteilen zusammenbleiben soll, lassen Sie sich juristisch beraten, machen Sie ein Testament, schließen Sie rechtzeitig einen Hofübergabevertrag und berücksichtigen Sie die aktuelle Situation auf Ihrem Hof.“

„Sich an einen Tisch zu setzen, frühzeitig miteinander zu reden, die Interessen auszugleichen und am Ende für den Betrieb und die Familie eine individuelle Lösung zu finden, die alle zufriedenstellt - das ist die wichtigste Grundlage für eine gelungene Hofübergabe. Dabei unterstützen die Juristen in der WLV-Geschäftsstelle Saerbeck“, betonten die Referenten. „Und das steht in keinem Gesetzestext.“  

Presse-Kontakt

Freuen sich über ein gelungenes erstes Steinfurter Höfeforum: Thomas Hovekamp (Sprecher der Werbegemeinschaft der LVM-Vertrauensleute im Kreis Steinfurt), RA Hubertus Schmitte(WLV-Justiziar), RA Franz-Georg-Koers (Geschäftsführer WLV-Kreisverband Steinfurt), Renate Lütke Holz (Rechtschutzexpertin LVM), Moderator Matthias Schulze Steinmann (Landwirtschaftliches Wochenblatt), Johann Prümers (WLV-Kreisverbandsvorsitzender)

Im Podium diskutierten RA Franz-Georg Koers, RA Hubertus Schmitte und Renate Lütke Holz (LVM) mit Matthias Schulze Steinmann als Moderator

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