Kooperation arbeitet erfolgreich!

06. Oktober 2014

Gemeinsame Presseerklärung des WLV-Kreisverbandes Steinfurt und des Wasserversorgungsverbandes Tecklenburger Land (WTL)

Irritiert und empört reagierten Landwirte auf eine Berichterstattung der Ibbenbürener Volkszeitung (IVZ) aus der Sitzung des Umweltausschusses der Stadt Ibbenbüren. Der Wasserversorgungsverband Tecklenburger Land (WTL) hatte die Lokalpolitiker über die Qualität des Grundwassers in den Wassereinzugsgebieten informiert und berichtet, dass zu viel Nitrat im Grundwasser sei. Schuld seien die Landwirte, die „vermaledeite Gülle“ und immer mehr Mais. Trotzdem liefere der WTL gute Wasserqualität.


Zum Hintergrund: In den Trinkwassergewinnungsgebieten im Kreis Steinfurt besteht seit über 20 Jahren die Kooperation der Land- und Wasserwirtschaft, ein freiwilliger Zusammenschluss zwischen Wasserversorgern und Landwirten. Ziel der Kooperationsarbeit ist es, gemeinsam Maßnahmen zur gewässerschonenden Landbewirtschaftung zu entwickeln und umzusetzen. Die hiermit verbundene Beratung der Landwirte erfolgt durch die Wasserschutzberater der Landwirtschaftskammer als Fachbehörde. Der WTL sieht in der Kooperationsarbeit einen wichtigen Eckpfeiler zur langfristigen Reduzierung  von Nitrateinträgen und Pflanzenschutzmitteln in das Grundwasser, um auch zukünftig den Nitratgrenzwert von 50 mg/l laut Trinkwasserverordnung einhalten zu können. Daher werden vom WTL grundwasserschonende Maßnahmen der Landwirtschaft sowie die in diesem Zusammenhang erforderliche Fachberatung durch die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Kreisstelle Steinfurt finanziert. Insbesondere dem Maisanbau kommt hinsichtlich des Gewässerschutzes eine besondere Bedeutung zu wird deshalb in der gemeinsamen Kooperationsarbeit besonders berücksichtigt.


In einer offenen und klärenden Aussprache haben nunmehr die Vorsitzenden der Kooperationen gemeinsam mit Vertretern des WLV-Kreisverbandes Steinfurt sowie der Landwirtschaftskammer und der WTL-Geschäftsführung die Wogen geglättet und die Berichterstattung klargestellt.


Die Gesprächspartner sind sich einig, dass die Kooperationsarbeit in den Wassergewinnungsgebieten erfolgreich ist und unbedingt fortgesetzt werden muss. Dabei müsse Ziel sein, den Nitrateintrag im Grundwasser möglichst zu vermeiden bzw. weiter zu reduzieren. Gülle, Stallmist und auch Gärsubstrate sind für die Landwirte wichtiger Wirtschaftsdünger. Bei der Aufbringung müssen alle Landwirte, auch außerhalb der Kooperationsgebiete, nach den Vorgaben der Düngeverordnung wirtschaften. Die Kontrollbehörden überwachen die Einhaltung von Obergrenzen. Jährlich erstellt jeder Landwirt eine einzelbetriebliche Bilanz. Werden Obergrenzen überschritten, drohen den Landwirten Sanktionen.
In den Wasserschutzgebieten, so die Vertreter der Land- und Wasserwirtschaft,  sei besondere Sensibilität bei der Flächenbewirtschaftung erforderlich. So gehörten neben der Optimierung der Ausbringungsmethoden und der Gülleeinsatztermine, insbesondere auch die Erweiterung und der Neubau von Güllelagermöglichkeiten, sowie der Anbau von Zwischenfrüchten zu den besonderen Maßnahmen in diesen Gebieten. Den Landwirten wurde zusätzlicher überbetrieblicher Güllelagerraum zur Verfügung gestellt. Freiwillig wurden die Sperrfristen der Gülleausbringung vorgezogen. Wichtig seien auch die N-min Beprobungen (Bodenuntersuchungen auf den pflanzenverfügbaren Stickstoff). Die Wasserschutzberater ziehen jährlich bis zu 2.000 N-min Proben. Diese dienen zum einen zur Optimierung der Stickstoffdüngung der Kulturpflanzen im Frühjahr und zum anderen der Selbstkontrolle im Herbst nach der Ernte.


Zum Thema:
Der Mais ist für die Landwirte im Kreis Steinfurt eine wichtige Nahrungs-, Futter- und Energiepflanze. Mais wandelt Kohlendioxyd (CO2) effektiver in Sauerstoff um als andere Pflanzen. Der Maisanbau hat in den vergangenen Jahren wegen des Baus von Biogasanlagen zwar leicht zugenommen, stagniert aber im Kreis Steinfurt seit Jahren. Es wird auf ca. 48 % der Ackerflächen Mais angebaut.

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