Landwirte im Kreis Steinfurt wehren sich gegen PETA

23. Dezember 2014

Strafanzeigen haben offenbar System

Altenberge/Kreis Steinfurt. Empört reagieren die Landwirte in Altenberge auf eine Mitteilung der selbst ernannten Tierrechtsorganisation PETA. Sie hatte medienwirksam verlauten lassen, sie habe bei der Staatsanwaltschaft Münster Strafanzeige gegen einen Landwirt aus Altenberge gestellt.

Landwirte wehren sich

„Das können wir so nicht stehen lassen“, wehren sich die Landwirte aus Altenberge, unterstützt vom WLV-Kreisverband Steinfurt, entschieden gegen das Vorgehen der Tierrechtsorganisation PETA. „Jeder weiß, wie schlimm es ist, wenn auf einem Bauernhof ein Feuer ausbricht. Das ist eine emotionale Ausnahmesituation für die Familie. Dabei geht es um Leib und Leben der Menschen und auch der Tiere. Wir Landwirte tun alles, damit Menschen und auch unsere Tiere gerettet werden, aber das haben wir bei einem Brand gar nicht mehr selbst in der Hand. Die Entscheidungen über das Vorgehen treffen der Einsatzleiter der Feuerwehr und das Veterinäramt“, sagen Marcus Holtkötter vom Vorstand des landwirtschaftlichen Ortsverbandes und Albert Rohlmann, stellvertretender Vorsitzender des WLV-Kreisverbandes Steinfurt.

Viele Helfer

Das hat auch der betroffene Landwirt aus Altenberge so erlebt. Die Entscheidungen über die Tierrettung beim Brand auf seinem Hof lagen in den Händen der Feuerwehr und des Amtstierarztes. Aber die Familie hat auch anderes erlebt – nämlich eine große Hilfsbereitschaft. „Unser Wohnhaus grenzt direkt an das Stallgebäude, getrennt nur durch eine Brandmauer. Viele haben mit angepackt, damit jetzt kurz vor Weihnachten unser Haus wieder bewohnbar wird“, bedankt sich der Landwirt bei allen fleißigen Helfern. Auch die Brandursache ist inzwischen geklärt: Ein technischer Defekt an der Heizungsanlage hat das Feuer verursacht.

PETA-Anzeigen mit System?

Umso unverständlicher ist ihm und seinen Berufskollegen die PETA-Strafanzeige - und sie erkennen dahinter ein systematisches Vorgehen der Tierrechtler gegen die Landwirte. Denn zwischen Regensburg, Essen, Detmold und Osnabrück wurden in den vergangenen Wochen nach gleichem Muster Anzeigen bei den Staatsanwaltschaften eingereicht, sobald über einen Bauernhofbrand in den Medien berichtet wurde. Wie aus den begleitenden Pressemitteilungen hervorgeht, haben die Vorwürfe zum angeblich unzureichenden Brandschutz in Tierställen allein das Ziel, die Tierhalter generell zu diskreditieren und Spenden für PETA einzuwerben.

Respekt gegenüber Menschen und Tieren

„Die Öffentlichkeit wird bewusst getäuscht, wir Bauern werden pauschal durch haltlose Strafanzeigen kriminalisiert“, ärgern sich die Landwirte im Kreis Steinfurt. „Jedes Schadensereignis auf einem Bauernhof trifft die Landwirtsfamilie emotional und existentiell. Jeder Schadensfall wird in Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt, der Polizei und der Versicherung aufgearbeitet. Dazu bedarf es keiner Strafanzeige einer Tierrechtsorganisation. Umfangreiche Brandschutzkonzepte sind Teil einer jeden Baugenehmigung. Wir Landwirte führen unsere Höfe so, dass es Menschen und Tieren auf unseren Betrieben gut geht. Wir erwarten, dass auch alle Gruppen der Gesellschaft Menschen und Tieren mit Respekt begegnen. PETA aber nutzt das Unglück, das den Bauernfamilien bei einem Brand auf ihrem Betrieb widerfährt, offenbar systematisch aus um eigene Ziele zu verfolgen und Spenden einzuwerben."

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