Gemeinsam gute Lösung finden

20. Februar 2015

Erweiterung des Kurgebietes Tecklenburg – Interessen der Landwirtschaft wahren

Tecklenburg. „Wir Landwirte haben nichts gegen das Kurgebiet, aber wir erwarten von Politik und Verwaltung, dass Rücksicht genommen wird auf die Interessen der landwirtschaftlichen Betriebe.“ Klare Worte fanden Ewald Schulte Laggenbeck, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Ortsverbandes Brochterbeck und Nico Bäcker, stellvertretender Vorsitzender des landwirtschaftlichen Ortsverbandes Ledde/Leeden als Interessenvertreter der Tecklenburger Landwirte am Freitag (20. Februar) bei einem Pressegespräch mit Bürgermeister Stefan Streit im Tecklenburger Rathaus. „Das Kurgebiet wollen wir nicht verhindern, wohl aber bei der Grenzziehung mitreden, um die Entwicklungsmöglichkeiten der bäuerlichen Familienbetriebe zu wahren.“

Seit 1999 Kneipp-Kurort
Zum Hintergrund: Seit 1999 ist die Stadt Tecklenburg als „Kneipp-Kurort“ anerkannt. Damit verbunden ist die Auflage, eine zweite Bäderabteilung zu errichten. Bislang aber scheiterten alle Versuche, neben der Bäderabteilung in der Kurklinik eine weitere Abteilung einzurichten und somit den Anspruch auf öffentliche Förderung zu erhalten. In Rücksprache mit der Bezirksregierung Münster wurde die Lösung entwickelt, die Grenzen des Kurgebietes sowie des Erholungsgebietes neu zu fassen und bis nach Brochterbeck auszuweiten. So kann das Ring-Hotel Teutoburger Wald mit einer Kneipp-Kuranlage wegen der räumlichen Nähe mit in das Kurgebiet einbezogen werden, und die Stadt Tecklenburg erfüllt die Anforderungskriterien an einen Kneipp-Kurort. Die entsprechenden Pläne zur 43. Änderung des Flächennutzungsplans wurden im Februar 2014 erstmals öffentlich vorgestellt.

Pläne seit 2014
Schon vor einem Jahr (Februar 2014) hatte der landwirtschaftliche Kreisverband im Rahmen der frühen öffentlichen Beteiligung eine Stellungnahme zur Änderung des Flächennutzungsplanes abgegeben, um die Sorge der Landwirtschaft vor deutlichen Einschränkungen bei der Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Nutzflächen und vor fehlenden Entwicklungsperspektiven der Familienbetriebe vorzutragen. Die Landwirte erbaten seinerzeit eine schriftliche Stellungnahme. „Diese ist aber ausgeblieben“, so Ewald Schulte Laggenbeck. „Ein Jahr lang haben wir von der Stadt Tecklenburg nichts gehört.“

Erneute Offenlegung
Aus der Zeitung erfuhren die Landwirte nun, dass die Grenzen des Kurgebietes neu gefasst werden. Verhandelt hatte darüber der Bau-, Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss. „Aus dem Zeitungsbericht haben die Bürger, die nicht direkt mit dem Thema befasst sind, lesen können, dass die neuen Grenzen schon fest liegen und die Landwirtschaft keine Einschränkungen zu befürchten hat“, erklärte Gretke Gönner, Juristin beim WLV-Kreisverband. Tatsächlich aber seien die schon 2014 in der frühen Beteiligung geäußerten Bedenken der Landwirtschaft unberücksichtigt geblieben. Die Sorge um die Zukunft der Landwirtschaft sei weiter gewachsen. Die Ausweitung des Kurgebietes führte zu einer Verkleinerung des früher hier ausgewiesenen Erholungsgebietes. Um den Verlust auszugleichen, wurde das Erholungsgebiet auf den Bereich Dast ausgedehnt.

Konstruktive Gespräche
„Wir haben inzwischen sehr konstruktive Gespräche mit der Landwirtschaft geführt und werden nach Möglichkeit nach den Eingaben der Landwirte Teilbereiche des Kurgebietes arrondieren“, sagte Bürgermeister Stefan Streit. Ziel sei es, betonten die Landwirte und der Bürgermeister, gemeinsam eine gute Lösung zu finden für die Zukunft der Stadt als Kneipp-Kurort und für die örtliche Landwirtschaft.

WLV-Kreisverband unterstützt
Die betroffenen Landwirte und Flächeneigentümer haben jetzt die Möglichkeit, im Rahmen der nächsten Offenlegung der 43. Änderung zum Flächennutzungsplan, die der Rat der Stadt Tecklenburg am kommenden Dienstag (24. Februar) beschließen wird, individuell gegen die Planungen zum Kurgebiet Einwendungen zu erheben. Der WLV-Kreisverband bietet den Landwirten dabei Unterstützung an und wird die Eingaben bündeln. Ansprechpartnerin ist Ass.‘in jur. Gretke Gönner, Tel. 02574 – 939268.

Presse-Kontakt

Konstruktive Gespräche führen zu guten Lösungen. Davon überzeugt sind Matthias Struck (Landwirt aus Brochterbeck), Nico Bäcker (stellvertretender Vorsitzender landw. Ortsverband Ledde/Leeden), Gretke Gönner (Juristin im WLV-Kreisverband Steinfurt), Ewald Schulte Laggenbeck (Vorsitzender landw. Ortsverband Brochterbeck) und Bürgermeister Stefan Streit.

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