"Der Landesregierung fehlt das Vertrauen in die Landwirtschaft"

19. Januar 2016

WLV-Kreisverband im Gespräch mit Landes- und Kreispolitikern

„Die Landwirtschaft ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor im Kreis Steinfurt. Doch unsere Bauernfamilien haben derzeit riesige Probleme. Der Erlöseinbruch von über 30 Prozent bei der Milch und ebenso bei den Ferkelerzeugern und beim Schweinefleisch bedeutet für die Höfe eine existentielle Krise. Die Preise decken nicht mehr die Produktionskosten. Das halten die Betriebe nicht aus. Es droht ein Strukturbruch mit beängstigenden Folgen.“ Johann Prümers, Vorsitzender des WLV-Kreisverbandes Steinfurt, informierte jetzt im Rahmen eines offenen Meinungsaustausches die CDU-Landtagsabgeordneten Christina Schulze Föcking und Wilfried Grunendahl sowie die Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion über die aktuelle Lage in der Landwirtschaft. Der massive Druck, so Prümers, werde durch die kontroversen Diskussionen in der Öffentlichkeit noch weiter erhöht. „Da fragen sich die jungen Leute, ob sie überhaupt noch Bauer werden sollen. Eine deutliche wirtschaftliche Säule unseres Kreises und auch im Land droht wegzubrechen“, machte der aktive Landwirt aus Steinfurt deutlich. „Die Landwirtschaft hat in der Vergangenheit Investitionen von jährlich über 200 Millionen Euro im Kreis Steinfurt getätigt. Jetzt ist ein Stillstand zu beobachten.“

„Zahlen, Daten und Fakten zur derzeitigen Situation in der Landwirtschaft zeichnen ein Bild, das vielen von uns so nicht bekannt ist“, sagte der stellvertretende Landrat Bernhard Hembrock. „Die Landwirtschaft hat Baustellen, aber die packen wir an. Wir sind hier und diskutieren mit ihnen, weil wir die Zukunft suchen“, unterstrich der stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende Albert Rohlmann. „Wir wollen nicht zurück ins 19. Jahrhundert, sondern unser Wissen nutzen und innovativ nach vorne gehen, gerade in Umweltfragen.“

„Unserer Landesregierung fehlt das grundsätzliche Vertrauen in die Landwirtschaft“, betonte Christina Schulze Föcking. „Eine fachliche Diskussion mit Augenmaß ist in Düsseldorf kaum noch möglich.“ Die aktuellen Themen Landesentwicklungsplan, Landeswassergesetz und Landesnaturschutzgesetz waren ebenfalls Gegenstand des Meinungsaustausches. Im Rahmen ihrer Dialogoffensive sollten die Landwirte in den einzelnen Städten und Gemeinden des Kreises den engen Kontakt zu den Lokalpolitikern suchen, rieten die CDU-Landes- und Kreispolitiker, und niederschwellig über die Probleme und die Lösungen der Landwirtschaft informieren.

 

Zum Thema:

Der Dialog zwischen Politik und Landwirtschaft hat im Kreis Steinfurt eine gute Tradition. Vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen, die die bäuerlichen Familienbetriebe stark betreffen und die Entwicklung im ländlichen Raum insgesamt massiv beeinflussen werden, diskutiert der WLV-Kreisverband regelmäßig mit allen im Kreistag vertretenen Fraktionen und den Landtagsabgeordneten.

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