Warum ist der Feldblock rot?

19. Januar 2021

Videokonferenzen zu nitratbelasteten Gebieten im Kreis Steinfurt

-wlv/mg- Kreis Steinfurt. Wie kann ich Boden und Grundwasser schonen und gleichzeitig die Ackerfrüchte so gut ernähren, dass die Versorgung der Menschen mit besten Lebensmitteln aus der Region gesichert ist? Diese Frage stellen sich derzeit auch die Landwirte im Kreis Steinfurt. Die Bestellung der Äcker im Frühjahr steht bevor, die Düngeplanung wartet. Gleichzeitig sorgt eine neue Karte zu nitratsensiblen Gebieten aus dem NRW-Umweltministerium für große Verunsicherung auf den Bauernhöfen. Danach sind zahlreiche Äcker, die noch vor wenigen Monaten als „grün" eingestuft waren, neu mit Auflagen belegt.
Welche Gründe führten zur Neubewertung verschiedener Gebiete? Ist die Datengrundlage aktuell? Was bedeutet die Einstufung in eine „rote", nitratsensible Gebietskulisse für das Nährstoffmanagement auf den Betrieben?

Der Bedarf an verlässlichen Informationen ist hoch. Fachleute der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer und des WLV-Kreisverbandes nehmen die Fragen der Landwirte online in Videokonferenzen auf. Das erste von vier terminierten Webinaren am vergangenen Montagabend (18. Januar) war mit 150 Teilnehmern schnell ausgebucht. Anhand aussagekräftiger Karten aus dem Kreisgebiet erklärten Thomas Baumhöfer und Judith Ballering (beide LWK), welche Einflüsse natürliche Bodengegebenheiten und Einträge aus der Luft auf Nitrateinträge im Grundwasser haben, und erläuterten die Rolle, die der Grundwasser-Messstellen und hydrologische Abgrenzungen sowie das erstmals angewendete sogenannte Regionalisierungsverfahren (Betrachtung auf Gemeindeebene) auf die Ausweisung nitratsensibler Fächen im Kreis haben. Effizientes Nährstoffmanagement sei gefordert, um den neuen Richtlinien der Bewirtschaftung zu entsprechen, rieten die Fachleute.

Warum ist ein Feldblock direkt neben einer „grünen" Messstelle „rot"? Liegen den Rot-Grün-Zeichnungen einiger Feldblöcke aktuelle oder veraltete Daten zugrunde? „Wir brauchen Transparenz und Nachvollziehbarkeit für alle roten Feldblöcke", forderten Albert Rohlmann, Vorsitzender des WLV-Kreisverbandes, und Dr. Jörn Krämer (Umweltreferent beim WLV) vom Landesamt (LANUV). „Das LANUV muss umgehend für jeden einzelnen Betrieb begründen, warum das einzelne Flurstück als belastet ausgewiesen worden ist."

Wegen der großen Nachfrage nach den Informationsveranstaltungen bieten WLV und Landwirtschaftskammer zwei weitere Videokonferenzen zu nitratsensiblen Gebieten im Kreis Steinfurt an: Anmeldungen für Donnerstag, 28. Januar, und Dienstag, 2. Februar, jeweils ab 19.30 Uhr sind möglich unter: landwirtschaftskammer.de/steinfurt. Alle Infos unter: wlv.de

Presse-Kontakt

Daten werden geladen …

powered by webEdition CMS