Biosicherheit optimieren

06. Juli 2022

Videokonferenz zum Ausbruch der ASP im Emsland mit mehr als 400 Teilnehmern

Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im niedersächsischen Emsland verunsichert die Landwirte im Kreis Steinfurt. „Die Bedrohung durch die Tierseuche ist nahe an uns herangerückt, unsere Betriebe sind nach derzeitiger Erkenntnis jedoch sicher", sagt Albert Rohlmann, WLV-Kreisverbandsvorsitzender. Die von den niedersächsischen Behörden ausgewiesene Beobachtungszone, in der strikte Auflagen gelten, endet aktuell an der Landes- bzw. Kreisgrenze.

Videokonferenz mit über 400 Teilnehmern

Wie konnte der Erreger der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in den Hausschweinebestand in Emsbürgen gelangen? Welche Konsequenzen hat das Seuchengeschehen für die Schweine haltenden Betriebe in der unter Beobachtung stehenden Region im Emsland? Wie groß ist die Bedrohung für die Landwirte im Kreis Steinfurt und was ist vorsorglich zu tun? Diese drängenden Fragen standen im Mittelpunkt einer Videokonferenz, zu der der WLV-Kreisverband Steinfurt am Montagabend (04.07.) eingeladen hatte. Über 400 Teilnehmer wählten sich in die Online-Veranstaltung ein und diskutierten mit Vertretern des WLV Kreis- und Landesverbandes und Kreisveterinären. Zugeschaltet hatten sich auch Mitglieder des Vorstandes der Vereinigung des Emsländischen Landvolkes (VEL).

Eintragsweg noch unbekannt

„Wir sind immer noch völlig ratlos, wie der ASP-Eintrag in den Schweinebetrieb erfolgen konnten", berichteten Lambert Hurink (Hauptgeschäftsführer des VEL) und Elfriede Werdermann (Geschäftsführerin des Kreisvereins Grafschaft Bentheim). „Das Seuchengeschehen auf dem Betrieb ist bislang noch unerklärlich und für den betroffenen Betrieb und die ganze Familie eine dramatische Situation", so Werdermann. Alle Tiere seien inzwischen vom Hof entfernt worden. Ein Kontaktbestrieb stehe unter strengster Beobachtung, bislang seien aber alle Testergebnisse negativ. „Wir waren gut vorbereitet. Unsere Tierseuchenvorsorgegesellschaft hat hervorragende Arbeit geleistet. Die Abläufe haben funktioniert", bestätigte Hurink. Jetzt gelte es, so schnell wie möglich den Eintragsweg zu ermitteln. „Da sind die Behörden unter Hochdruck dran."

Biosicherheit optimieren

Der Frage nach dem Wie der Ansteckung komme eine zentrale Bedeutung zu, betonten auch Kreisveterinär Dr. Christoph Brundiers und seine Kollegin Dr. Anna Fellmann. „Wenn wir den Weg des ASP-Virus kennen, ergeben sich vielleicht neue Erkenntnisse über mögliche Schwachstellen in der Biosicherheit für Schweine haltende Betriebe auch im Kreis Steinfurt." Es gelte, Risiken, die derzeit vielleicht noch nicht bekannt sind, zu entdecken und zu minimieren.
„Seit 2020 beobachten wir das Seuchengeschehen. Es war nur eine Frage der Zeit, dass es auch bei uns ankommt", sagte WLV-Präsident Hubertus Beringmeier. „Wir sind sensibilisiert und hoffen, dass es bei einem Punkteintrag der ASP bleibt und daraus kein Flächenbrand entsteht. Aber ein Eintrag kann überall passieren."
Was können die Landwirte vorbeugend tun? „Biosicherheit ist oberstes Gebot", betonten Dr. Brundiers und Dr. Fellmann. Jeder Landwirt sei angehalten, seinen Betrieb daraufhin genau unter die Lupe zu nehmen. „Wichtig sind eine komplette Einfriedung des Hofes, ein konsequenter Schwarz-Weiß-Bereich und die aktuelle Pflege der HIT-Datenbank." Eine aktuelle Handreichung für landwirtschaftliche Betriebe stellt das Veterinäramt des Kreises Steinfurt kurzfristig zur Verfügung.

Bislang kein Impfstoff

Auf einen Impfstoff gegen das ASP-Virus in Hausschweinebeständen könne man nicht warten, da waren sich die Fachleute einig, weil bislang der Fokus der Forschung auf der Entwicklung eines Impfstoffes für Wildschweine lag, die als Hauptüberträger der ASP gelten. Im Emsland wird derzeit die Wildschweinpopulation engmaschig beobachtet. Alle erlegten oder verendeten Wildschweine werden auf den ASP-Erreger geprüft.

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