Landwirtschaft ist die Zukunftsbranche schlechthin! WLV-Präsident Röring: „Sachliche Kritik aus der Gesellschaft nehmen wir ernst!“

11. Januar 2013

Münster <wlv> Die Bauernfamilien in Westfalen-Lippe haben Grund, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Nach einem Wirtschaftsjahr, das für die meisten Betriebe im Durchschnitt zufriedenstellende bis gute Ergebnisse brachte, erwarten Experten für das neue Jahr neben hohen Kosten auch ansprechende Erzeugerpreise auf den Weltmärkten für Getreide, Milch und Fleisch. Dieses Fazit zog Johannes Röring, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), heute während des traditionellen Havichhorster Presseabends des Verbandes auf Gut Havichhorst bei Münster.

„Das abgelaufene Jahr war für viele unserer Betriebe wirtschaftlich erfolgreich, auch wenn die hohen Futterpreise für Schweinehalter und Milchbauern unverändert eine große Belastung darstellen. Wir sind als Landwirte im Auf und Ab der Weltmärkte angekommen, haben aber bewiesen, dass wir dort bei fairen Wettbewerbsbedingungen bestehen können. Die Landwirtschaft ist nach wie vor die Zukunftsbranche schlechthin!“ so Röring.

Nach vorläufigen Zahlen der landwirtschaftlichen Buchstellen stieg der durchschnittliche Gewinn der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe in Westfalen-Lippe im Wirtschaftsjahr 2011/12 (01.07.2011 – 30.06.2012) um rund 18 Prozent auf ca. 62.000 Euro. Innerhalb der verschiedenen Produktionsrichtungen stellte sich die wirtschaftliche Situation jedoch durchaus unterschiedlich dar. Während Schweine- und Bullenmäster gegenüber dem Vorjahr deutlich zulegen konnten, waren die Ergebnisse der Milchviehhalter und Ackerbauern rückläufig. Die Situation der Sauenhalter blieb weiterhin schwierig. Dank überwiegend guter Erzeugerpreise sank der Anteil der EU-Ausgleichszahlungen am Unternehmensergebnis im Wirtschaftsjahr 2011/12 auf durchschnittlich knapp 34 Prozent.

Die größte gesellschaftspolitische Herausforderung für die heimische Landwirtschaft sieht der WLV aktuell in der laufenden Diskussion über die moderne Nutztierhaltung. Während der Beruf des Bauern Umfragen zufolge durchaus sehr geschätzt werde, sähen Teile der Gesellschaft einzelne Bereiche der Tierhaltung sehr kritisch.

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband will diese laufende Debatte weiterhinoffensiv führen, zeigt sich offen für substantielle Kritik, bemängelt jedoch auch die Maßlosigkeit mancher Kommentare in der aktuellen Auseinandersetzung in Medien und Politik.

„Sachliche Kritik aus der Gesellschaft nehmen wir ernst – und dies nicht erst seit heute“, so WLV-Präsident Röring. „Dies zeigen nicht zuletzt die Projekte, die wir gemeinsam mit Organisationen aus der Wissenschaft und der Politik seit geraumer Zeit sowohl in der Tierhaltung als auch im Ackerbau durchführen. Leider weigern sich manche Kritiker, dies auch zur Kenntnis zu nehmen.“

So engagiert sich der WLV in Kooperation mit der NRW-Landesregierung und weiteren Partnern beim Aufbau umfassender Tiergesundheitssysteme, bei der Suche nach neuen Wegen zur verstärkten Zucht von hornlosen Rindern und auch beim Aufbau eines umfassenden Antibiotika-Monitorings im Bereich der Geflügel- und Schweinehaltung. Im Ackerbau fördert der Verband den Schutz von Oberflächengewässern, wirbt für Naturschutzmaßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt und sucht aktuell neue Wege zur ökologischen Optimierung im Maisanbau.

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