Übernahme von Tengelmann durch Edeka wäre ein verheerendes Marktsignal

13. Januar 2016

WLV: „Ministererlaubnis ein herber Rückschlag für alle Bauernfamilien!“

Münster <wlv> Die gestern bekannt gewordene Absicht von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, dem größten deutschen Lebensmitteleinzelhändler Edeka die Übernahme der Tengelmann-Supermärkte zu erlauben, trifft auf massive Kritik der heimischen Bauern. Nach Ansicht des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) wird damit die
ohnehin zu starke Marktmacht der Edeka-Gruppe weiter zementiert. Auch wenn die Übernahme unter Auflagen erteilt werden soll, ist nach Ansicht des Verbandes nicht zu erkennen, worin das überragende volkswirtschaftliche Interesse liegen solle, das allein diese Entscheidung rechtfertigen würde.  

„Die von Bundeswirtschaftsminister Gabriel geplante Ministererlaubnis ist ein herber Rück-schlag für alle Bauernfamilien in Deutschland. Schon heute diktieren die großen Supermarktketten, auch Edeka, ihren Lieferanten und damit in letzter Konsequenz auch den Bauern die Preise. Dass der Minister sich mit seiner Entscheidung gegen das Sondergutachten der Monopolkommission gestellt hat, macht schon sprachlos“, sagte WLV-Vizepräsident Wilhelm Brüggemeier heute in einer ersten Reaktion.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte gestern – unter Auflagen - den Plänen der Edeka-Gruppe zugestimmt, 451 Supermärkte des Wettbewerbers Kaiser`s Tengelmann zu über-nehmen und dabei per Ministererlaubnis das Votum des Bundeskartellamts überstimmt.

Beobachter gehen davon aus, dass diese Auflagen vom Käufer akzeptiert werden. Daher gilt die endgültige Erteilung der Ministererlaubnis in einigen Wochen als reine Formsache.   

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