WLV erwartet von Schlachtunternehmen uneingeschränkte Solidarität

25. September 2020

Beringmeier: „Jede weitere Preissenkung wäre verantwortungslos!"

Münster <wlv> Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in brandenburgischen Wildschweinbeständen ist der Markt für Schweinefleisch und Ferkel in Deutschland unter starken Druck geraten. Am 11. September fiel der Erzeugerpreis für Schweinefleisch von € 1,47 kg auf € 1,27 kg Schlachtgewicht, der Preis für Ferkel sank parallel um 12 Euro.

Vor dem Hintergrund von Überlegungen der in Deutschland ansässigen Schlachtunternehmen, noch weitergehende Preissenkungen durchzuführen, erklärte der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) und Sprecher für den Bereich der Schweinehaltung im Deutschen Bauernverband, Hubertus Beringmeier, heute in Münster:

„Der dramatische Einbruch der Erzeugerpreise als unmittelbare Reaktion auf den ASP-Nachweis war hart, hat aber dazu beigetragen, dass ein Chaos auf den Märkten vermieden wurde. Allen Beteiligten war und ist jedoch klar, dass eine kostendeckende Erzeugung von Ferkeln und Mastschweinen damit aktuell unmöglich ist. Wenn jetzt von einzelnen Schlachtunternehmen Überlegungen angestellt werden, die Erzeugerpreise noch weiter abzusenken, so ist dies schlicht verantwortungslos und wird auf den massiven Widerstand der Bauern treffen. Die Erzeugerpreise in wichtigen Nachbarländern wie Dänemark, Spanien und Italien liegen derzeit zwischen € 1,46 und € 1,77 je kg Schlachtgewicht und damit deutlich oberhalb des deutschen Preisniveaus. Hieran sollten sich die heimischen Schlachtunternehmen orientieren. Diese und ihre Abnehmer sind hier gleichermaßen in der Pflicht. Die deutschen Bauern erwarten keine Wertevernichtung, sondern uneingeschränkte Solidarität in wahrhaft schweren Zeiten!"

 

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