Insektenschutzgesetz untergräbt den kooperativen Naturschutz

04. Februar 2021

WLV-Präsident Beringmeier: „So wird Vertrauen zerstört!"

Münster <wlv> Die in den nächsten Tagen anstehende Entscheidung des Bundeskabinetts über das Insektenschutzgesetz droht zu einer massiven Belastung für die heimische Landwirtschaft zu werden. Hierbei geht es aus Sicht des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) nicht allein um gravierende Eingriffe in die Bewirtschaftung und das Eigentumsrecht auf den landwirtschaftlichen Betrieben, sondern auch um die Frage, ob die Branche Zusagen der Politik noch vertrauen könne.

„Als Landwirtschaft unterstützen wir den Insektenschutz und arbeiten mit an der Entwicklung praxistauglicher und wirtschaftlich tragfähiger Lösungen für den Erhalt der Artenvielfalt in den Agrarlandschaften. Die jetzt vorgesehenen, umfangreichen entschädigungslosen Eingriffe zerstören jedoch den Glauben der Landwirte an Zusagen der Politik, die bei der Ausweisung von Schutzgebieten immer wieder versichert hatte, dass sie Naturschutzauflagen mit den betroffenen Betrieben abstimmen und die dadurch verursachten Ausfälle kompensieren würde", sagte WLV-Präsident Hubertus Beringmeier in Münster.

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband appelliert an die Bundesregierung, das Aktionsprogramm Insektenschutz, bestehend aus dem Insektenschutzgesetz und der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung, nicht in der vorgelegten Fassung zu verabschieden. Das Gesetzespaket sieht u.a. vor, artenreiches Grünland und Streuobstwiesen unter erhöhten Schutz zu stellen und verbietet den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in einem Randstreifen von 10 Metern entlang von Gewässern sowie in Schutzgebieten. Bundesweit wären hiervon 1,2 Mio. Hektar landwirtschaftlicher Flächen betroffen, in NRW allein ca. 150.000 Hektar.

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