Insektenschutzpaket: Vertrauen der Bauern in die Politik verspielt

07. September 2021

WLV fordert schnelle Antworten zur Umsetzung in NRW

Münster <wlv> Nach zweijähriger politischer Debatte wird morgen die Pflanzenschutzanwendungsverordnung als Teil des Insektenschutzpaketes der Bundesregierung in Kraft treten. Dazu erklärt der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) Hubertus Beringmeier:

 „Wir haben in der Debatte um den Insektenschutz immer wieder betont, dass wir auf Kooperation statt Verbote setzen und der Schutz der Bestäuber im ureigenen Interesse der Bauern liegt. Trotz aller Bemühungen treten jetzt Regelungen in Kraft, die dem Kooperationsansatz im Naturschutz widersprechen und einen massiven Vertrauensbruch der Politik darstellen. Diese hatte den Landwirten bei der Ausweisung der jeweiligen Schutzgebiete stets zugesagt, dass sie ihre Flächen weiterhin nach guter fachlicher Praxis bewirtschaften dürften."

Es sei ein schwacher Trost, dass es für die Bewirtschaftungseinschränkungen durch die Pflanzenschutzmittelverbote einen Erschwernisausgleich geben werde, zumal noch unklar sei, wie dieser gestaltet werden solle. „Ich fordere unsere Landesregierung auf, diesen Erschwernisausgleich in NRW zu verankern und finanziell angemessen auszustatten. Die Bauern erwarten jetzt eine schnelle Antwort!", so Beringmeier. Weiterhin sei es seitens des Landes NRW dringend erforderlich, bei offenen Fragen für Klarheit zu sorgen: „Die Landwirte sind mitten in der Aussaat für das kommende Jahr. Sie brauchen jetzt Gewissheit, wie NRW die neuen Vorgaben zum Pflanzenschutzeinsatz an Gewässern, aber auch die Glyphosat-Verbote in Wasserschutzgebieten umsetzen wird."

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband hält es für fachlich nicht nachvollziehbar, dass der Glyphosat-Einsatz in Wasser- und Heilquellenschutzgebieten ausnahmslos verboten wird. „Eine pfluglose Bodenbewirtschaftung ist damit in diesen Gebieten vielfach nicht mehr möglich. Das schadet dem Erosionsschutz, dem Schutz des Trinkwassers und auch dem Klimaschutz", stellt Beringmeier klar. Pflügen setze mehr CO2 frei und beschleunige die Mineralisation von Nährstoffen, die durch Auswaschung ins Grundwasser gelangten und die Wasserqualität gefährdeten.

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