23. Juni 2022

EU-Naturschutzpaket ist ein Angriff auf die Ernährungssicherheit
WLV-Präsident Beringmeier: „Wir wollen Naturschutz in Kooperation mit der Landwirtschaft, und keine pauschalen Verbote."
Münster <wlv> Anlässlich der gestern erfolgten Vorstellung des EU-Naturschutzpakets durch die EU-Kommission fordert der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Hubertus Beringmeier, der Stabilisierung der europäischen Lebensmittel- und Getreideerzeugung eine höhere Priorität zu geben und das Paket noch einmal nachzubessern. Eine Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln um 50 Prozent bis 2030 sei vor dem Hintergrund der angespannten weltweiten Versorgungslage nicht verständlich.

„Etliche Studien mit Folgeabschätzungen zur sogenannten Farm-to-fork-Strategie kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass deren Umsetzung die europäische Erzeugung von Nahrungsmitteln deutlich verringern würde. Alleine beim Getreide sind Rückgänge von über 20 Prozent zu erwarten. Wer jetzt EU-weit den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln drastisch reduzieren will, verschärft die durch den Krieg in der Ukraine ohnehin extrem angespannte Lage auf den Weltagrarmärkten. Da wir davon ausgehen müssen, dass wir auch mittel- und langfristig Versorgungsengpässe haben werden, ist dies ein nicht akzeptabler Angriff auf die Ernährungssicherheit", sagte Beringmeier.

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband fordert die EU-Kommission auf, ihre Vorschläge dringend zu überarbeiten. Der Schutz von Klima, Umwelt und Biodiversität sei auch für Landwirtschaft von großer Bedeutung, so Beringmeier. Der Ukraine-Krieg führe jedoch eindringlich vor Augen, dass Europa seine Pläne im Bereich der Ernährungssicherheit nachjustieren müsse.

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