Fleischproduktion "Made in Germany" | 14. September 2026

Tierwohl, Qualität und der Landwirt sind die besten Argumente

Das Unternehmen Westfleisch mit Vorstand Michael Schulze Kalthoff (l.) öffnete in dieser Woche ihre Schlachthof-Tore für eine Delegation des WLV-Kreisverbandes.

Ausschuss-Vertreter des WLV-Kreisverbandes besichtigen Schlachthof in Coesfeld und diskutieren mit Westfleisch-Vorstandsmitglied Michael Schulze Kalthoff

Belegbar verbessertes Tierwohl und kontrolliert-beste Qualität, die international ihresgleichen suchen: Zusammen mit der Person des verantwortungsbewussten Tierhalters sind das die besten Argumente, mit der Landwirtschaft und Fleischbranche gegenüber heimischen Verbrauchern für ihre Produkte werben können. Darin waren sich alle Beteiligten am Dienstag einig beim Besuch am Westfleisch-Standort in Coesfeld.

Eine 15-köpfige Gruppe mit Vertretern der Fachausschüsse für Veredelung und Öffentlichkeitsarbeit im Landwirtschaftlichen Kreisverband hatte am 8. September die Chance, sich von den Abläufen des auf Schweine spezialisierten Standortes ein Bild zu machen. Im Anschluss an die Schlachthof-Besichtigung nutzten die Ehrenamtlichen die Gelegenheit, sich mit Westfleisch-Konzernvorstand Michael Schulze Kalthoff zum Schwerpunktthema „Imagewerbung für Fleisch“ auszutauschen.

Der Bauernsohn verantwortet im Unternehmen die Sparte Schwein in den Bereichen Nutz- und Schlachtvieh. Er nannte im Gespräch mehrere Argumente, die Tierhalter im Dialog mit dem Verbraucher selbstbewusst nutzen können:

Akzeptanz-Faktor 1: Messbar besseres Tierwohl

Die Tierwohl-Situation hat sich in den letzten Jahren nachweislich verbessert. Am Beispiel der Schweine haben Nutztiere heute in den Ställen flächendeckend…

  • mehr Platz

  • mehr Licht

  • bessere Luft

  • mehr und besseres Beschäftigungsmaterial

Diese Fortschritte zeigen sich unter anderem in einer verbesserten Tiergesundheit und lassen sich auch am Schlachthof durch die dort erhobenen Schlachtbefunddaten ablesen. Größtes Pfund in der Hinsicht sei die Initiative Tierwohl, sagt Schulze Kalthoff: „Die ITW ist die mit Abstand größte Erfolgsstory der Branche.“ Die Effekte der ITW seien nachhaltig, die Marktdurchdringung hoch und der Mehrwert komme zum größten Teil auch bei den Landwirten an.  

Akzeptanz-Faktor 2: Geprüfte, höchste Qualität des Produktes

Westfleisch, aber auch andere deutsche Schlachtkonzerne legen Wert auf höchste Standards für ein hohes Verbrauchervertrauen. Letzteres werde durch ein umfassendes Kontroll- und Auditsystem gestützt, das neben der Qualität auch das Tierwohl im Blick habe.

In punkto Marketing habe es die Branche vor zwei Jahren mit der Initiative Fleisch geschafft, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Die Initiative will marken-unabhängig einen Rahmen schaffen, um darüber zu sprechen, wie Genuss und Verantwortung zusammen gehen. Aktuell läuft aus der Feder der renommierten Werbeagentur „Jung von Matt“ dazu die Kampagne „Iss was dir schmeckt“. Schulze Kalthoff ist überzeugt: „Damit schließen wir eine wichtige Lücke in der übergeordneten Produktwerbung. Diese haben wir als Branche seit dem Ende der CMA 2009 viel zu lange brach liegen lassen.“ Zusätzlich flankiere der Westfleisch-Konzern die Branchenkommunikation durch eigene Maßnahmen, wie zum Beispiel der Beteiligung an der Deutschen Grill-Meisterschaft der German Barbeque Association oder kürzlich einem Verkaufs- und Promotionstand beim Musik-Festival in Wacken. Der Fokus liege dabei auf den Themenbereichen Grillen und Genuss.

WLV Bild
"Fleisch made in Coesfeld" geht in die ganze Welt: Westfleisch-Mitarbeiter Markus Borchers erläutert den Landwirten, wohin die Teile des Schweins wandern. Der Tierkörper wird nahezu zu hundert Prozent verwertet.

Akzeptanz-Faktor 3: Der Landwirt

Während die Verantwortung für das Produkt bei der nachgelagerten Branche liege, können die Tierhalter glaubhafter als jede Konzernkampagne beim Bürger vor Ort punkten: Durch offene und transparente Kommunikation und die Übernahme von Verantwortung auf vielfältigen Ebenen. Hierzu wirkt neben den Verbänden oder der vom WLV-mitgetragenen „Landwirt schafft Leben GmbH“ (mit der stärker auf Personen und Familien fokussierten Kampagne „Mag doch jeder“) vor allem der Landwirt oder die Landwirtin vor Ort.

Dies stellt auch Veredelungsausschuss-Vorsitzender Markus Lütke Enking (Billerbeck) zum Schluss noch einmal heraus: „Fleischkonsum bleibt am Ende natürlich eine Grundsatzentscheidung, die jeder Verbraucher für sich selber treffen muss. Aber als Landwirt kann ich – auch nach einer Besichtigung wie heute – noch einmal mit mehr Überzeugung sagen: Wenn man Fleisch isst, dann am besten welches von hier.“

WLV Bild
Westfleisch-Vorstand Michael Schulze Kalthoff nahm sich im Anschluss an die Schlachthof-Führung noch viel Zeit für Austausch und Diskussion mit den Landwirten.
Fakten zum Westfleisch-Standort Coesfeld
  • Den Schlachthof in der Bauerschaft Stockum am Ortsrand der Kreisstadt gibt es seit 1971.

  • Westfleisch insgesamt hat 7.600 Mitarbeitende. Davon sind 1.200 allein am Standort Coesfeld beschäftigt. Diese kommen aus insgesamt 27 Nationen, anteilig die meisten aus Rumänien (46 %).

  • Bis zu 55.000 Schweine werden hier wöchentlich geschlachtet.

  • Westfleisch hat einen Genehmigungsantrag zur Erweiterung des Standortes gestellt. Nach erfolgter Genehmigung durch den Kreis Coesfeld und des dann folgenden Ausbaus von Gebäudeteilen für Produktion, Lager und Versand soll die Zahl der Schlachtungen auf wöchentlich bis zu 70.000 Schweine steigen.