In Wenden-Scheiderwald | 10. April 2026

14 tote Schafe auf der Wiese

Schafherde auf der Wiese (Symbolbild)

Landwirtschaftlicher Kreisverband: „Landesjagdgesetz muss jetzt endlich angepasst werden“

Was in den beiden Nächten in Wenden-Scheiderwald passiert ist, sorgt bei den Tierhaltern für Trauer und gleichzeitig Entsetzen: In den beiden Nächten von Mittwoch auf Donnerstag und von Donnerstag auf Freitag fanden Schafhalter jeweils morgens bestialisch zugerichtete tote Schafe vor. Mindestens 14, die Tierhalter suchen die Umgebung noch ab. Der Zustand der Kadaver lässt zwar Wolfrisse vermuten, aber die öffentliche Bestätigung steht noch aus. Sie dauert in NRW bis zu zwei Monaten.

Der Landwirtschaftliche Kreisverband Olpe im Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV), der die Interessen der Tierhalter im Kreis vertritt, verlangt endlich ein Handeln der Politik. Wichtigster Punkt: Die Aufnahme des Wolfes ins Landesjagdgesetz. Bernd Eichert, zweiter Kreisverbandsvorsitzender und landesweiter WLV-Sprecher zum Thema Wolf, formuliert es drastisch: „Unsere Tierhalter fühlen sich dermaßen allein gelassen von der Politik, dass sie jegliches Vertrauen in die Hilfe durch das Land verloren haben. Wie lange schon fordern wir vernünftige Lösungen für die Sicherheit unserer Weidetiere und wie lange schon verpufft das in Düsseldorf?“

Eichert kritisiert auch die nahezu „lächerliche stetige Betonung der Notwendigkeit von Schutzzäunen“, weil:

  • sie nichts nützen

  • die Einzäunung ganzer Landstriche naturschutzfachlich fragwürdig ist

  • und die Unterhaltung nicht bezahlbar ist.

Gebetsmühlenartig wiederholt Kreisverbandsvorsitzender Michael Richard die Forderungen des Berufsstandes:

  • Die Änderung des Bundesjagdgesetzes ist ein guter und wichtiger Schritt. Aber: Jetzt brauchen wir die schnelle Umsetzung auf Landesebene, die die sofortige und gezielte Entnahme auffälliger und schadensstiftender Wölfe zum Schutz der Weidetierhalter in der Mittelgebirgsregion ermöglicht.

  • Der Landesverband ist diesbezüglich permanent in Gesprächen mit Düsseldorf, konkrete Ergebnisse sind allerdings derzeit noch nicht schriftlich fixiert.

  • Kreisgeschäftsführer Stephan Ludewig fügt hinzu: „Aus unserer Sicht ist ein enger Austausch zu den Bauernverbänden in der Mittelgebirgsregion und auch der Ministerien essentiell um eine länderübergreifende Lösung zu finden.“

Der Kreis Olpe ist aus landwirtschaftlicher Sicht eine benachteiligte Region (Topographie, klimatisch etc.). Neben den gut 80 % Nebenerwerbsbetrieben gibt es viele Hobbyhalter. Betriebe mit unter zehn Schafen sind absolut keine Seltenheit. Auch diese übernehmen als Landschaftspfleger wichtige Naturschutzaufgaben.

Neben den Schafhaltern sind zunehmend die Rinderhalter alarmiert ob der nun konkreter werdenden Bedrohung ihrer Tiere.

Im Anhang die vom Gesamtvorstand des WLV verabschiedete Position zum Wolf (das war noch vor der Aufnahme des Wolfes ins Bundesjagdgesetz).

Stellungnahme des WLV zum Wolf (noch vor der Aufnahme ins Bundesjagdgesetz)
10.04.2026
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