Update für Land- und Forstwirte: | 9. Juni 2026

ASP: Was muss ich bei der Ernte beachten?

Der Zaun um die Sperrzone II wird derzeit komplettiert. (Foto: Heike Müller)

Kreisveterinäre im Sperrgebiet geben Tipps zur aktuellen Lage

Schlimm genug, dass viele Leute sich nicht mit der Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) auskennen oder sich keine Gedanken um die hochansteckende Tierseuche machen. Da muss es nicht sein, dass Land- und Forstwirte selbst als Hauptbetroffene durch die Einschränkungen auch noch ungewollt am Boden lauernde Viren verschleppen.

Nur über Flächen fahren zieht keine Konsequenzen nach sich, jegliche Bodenbearbeitung muss dem Veterinäramt gemeldet werden 

Die Veterinäre aus den Kreisen Olpe, Siegen-Wittgenstein und Hochsauerland machen daher noch einmal darauf aufmerksam, was bei den anstehenden Ernten von Grünland und Getreide beachtet werden sollte. Detaillierte Informationen finden sich auf den jeweiligen Internetseiten (s. unten)

Da derzeit der Zaun um die Sperrzone II (der engere Bereich rund um das Kerngebiet) geschlossen wird, ergeben sich zwangsläufig auch für Land- und Forstwirtschaft neue Barrieren. Wichtigster Tipp der Veterinäre: Wer nur über die Flächen fährt, braucht keine Maßnahmen zu treffen. Wer aber bodenintensive Bearbeitungen im ausgewiesenen Kerngebiet in der Nähe der bekannten ASP-Hotspots vornimmt (bspw. Wildschäden mulchen) sollte vorab die zu bearbeitende Fläche nach Kadavern absuchen und muss, wie in den Allgemeinverfügungen zu den Kerngebieten beschrieben, seine Tätigkeiten beim Veterinäramt angeben. Zudem wäre es hilfreich, die Räder zu desinfizieren. Für Schweinehaltungen gilt: Biosicherheit ist das A und O der Seuchenprävention. Wer penibel auf Desinfektionsmatten und -kleidung achtet, sowie darauf, dass Dienstleister nicht auf den Hof fahren können, sei auf der sicheren Seite sagt zum Beispiel Dr. Ludger Belke, Amtstierarzt des Kreises Siegen-Wittgenstein.

Veterinäre halten nichts von "Jagdruhe": "Wildschweine würden qualvoll verenden"

Von einer immer mal wieder geforderten Jagdruhe im Kerngebiet halten die heimischen Veterinäre vor dem Hintergrund der zu erwartenden immensen Wildschäden wenig. „Zudem werden in den ASP-Hotspots täglich infizierte Wildschweine erlöst, sei es durch jagdliche Maßnahmen oder in den Wildschweinfängen. Diese würden ohne unsere Aufmerksamkeit qualvoll verenden." Denn "Jagd ist auch Tierschutz“ sprechen sich die Veterinäre gegen die umgangssprachliche „Durchseuchung“ aus.

Immer hier die aktuellen behördlichen Vorgaben

Hier geht es zu den ASP-Seiten der betroffenen Landkreise:

Kreis Olpe:

https://kreis-olpe.de/Themen/Veterin%C3%A4ramt-Tiere-und-Lebensmittel/Afrikanische-Schweinepest/

Kreis Siegen-Wittgenstein:

https://www.siegen-wittgenstein.de/Kreisverwaltung/Themen-und-Projekte/Schweinepest/

Hochsauerlandkreis:

https://www.hochsauerlandkreis.de/hochsauerlandkreis/buergerservice/tierhaltung/lebensmittel/tiergesundheit/-seuchenbekaempfung/afrikanische-schweinepest-asp

Alle aktuellen Entwicklungen zu ASP finden Sie wie gewohnte auf dieser Seite des WLV:

https://wlv.de/tiergesundheit/asp-afrikanische-schweinepest-nrw

Einfach öfter mal reinschauen. Ansonsten erhalten Sie selbstverständlich jederzeit Auskunft in Ihrer WLV-Geschäftsstelle.