Herbstliche Ernte in der Region nimmt Fahrt auf

Kartoffeln werden gerodet, Mais wird bereits gehäckselt, Zuckerrüben starten bald in die Kampagne, Obst und Gemüse werden ebenfalls geerntet
Ruhr-Lippe (wlv). Nachdem die Getreideernte in der Region Ruhr-Lippe (Bochum, Dortmund, Hamm, Herne, Kreis Unna) in diesem Jahr Anfang August abgeschlossen werden konnte, geht es nun mit der Ernte der Herbstfrüchte weiter. Bei Mais und Kartoffeln sind die Erntemaschinen bereits unterwegs, Ende des Monats beginnt dann auch die Zuckerrübenernte. Gleichzeitig werden Möhren, Zwiebeln, Kürbisse und verschiedene Kohlarten geerntet. Auf anderen Flächen läuft bereits die Aussaat für die Ernte des kommenden Jahres.
„Die warme und trockene Witterung in diesem Sommer hat die Entwicklung der Kulturen beschleunigt. Die Niederschläge Ende August haben zwar teilweise für Entspannung gesorgt, sind aber sehr unterschiedlich ausgefallen. Sie reichten von etwa 10 Millimetern in Schwerte bis zu rund 80 Millimetern in Hamm“, beschreibt Thomas Döring, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe, die aktuelle Situation.
Maisernte früh gestartet
Die Maisernte hat bereits begonnen. Zuerst steht der Silomais an, der als Futter für die Tiere oder für die Nutzung in Biogasanlagen genutzt wird. Je nach Standort und Reifegrad unterscheiden sich die Erntetermine.
„Beim Mais sind wir in diesem Jahr vergleichsweise früh dran. Die Hitze und Trockenheit haben die Entwicklung beschleunigt. Gleichzeitig hat der Mais auf vielen Flächen deutlich unter der Trockenheit gelitten“, so Döring.
Kartoffeln werden gerodet
Auch bei den Kartoffeln läuft die Ernte. Die ersten Kartoffeln wurden bereits ab Juni gerodet. Dabei handelte es sich um Frühkartoffeln und mittelfrühe Sorten, die aufgrund ihrer geringeren Schalenfestigkeit und damit kürzeren Haltbarkeit nur für den aktuellen Bedarf geerntet wurden.
„Ab September wird jetzt die große Menge der Kartoffeln geerntet. Das sind vor allem die späten Sorten, die für die Einlagerung und Verarbeitung bestimmt sind“, erläutert Döring.
Nach Einschätzung der heimischen Landwirte fällt die Kartoffelernte in diesem Jahr aufgrund der Trockenheit knapper aus als im vergangenen Jahr. Je nach Standort und Niederschlagsmenge gibt es dabei deutliche Unterschiede.
Zuckerrübenernte steht bevor
Die ersten Rüben werden in der Region Ende September gerodet. Seit dem Frühjahr stehen sie auf den Feldern und haben über den Sommer mit Hilfe des Sonnenlichts Zucker gebildet, der in den Rüben eingelagert wird.
„Durch den warmen und sonnigen Sommer hatten die Zuckerrüben gute Bedingungen für die Zuckerbildung. Gleichzeitig war das Wasser für das Größenwachstum knapp. Wie sich das am Ende auf Ertrag und Zuckergehalt auswirkt, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilen“, erklärt Döring.
Die Rübenernte zieht sich anschließend über mehrere Wochen. Die Rodung und der Transport zur Zuckerfabrik werden dabei so organisiert, dass die Rüben möglichst frisch verarbeitet werden können. In der Zuckerfabrik laufen Verarbeitung und Zuckergewinnung während der Kampagne kontinuierlich weiter.
Regen brachte Entspannung – aber nicht überall
Die Witterung hat die Entwicklung der Herbstkulturen in diesem Jahr stark geprägt. Nach einem trockenen und heißen Sommer brachten die Niederschläge um den 20. August teilweise eine deutliche Entspannung. Allerdings variierten die Regenmengen in der Region zwischen rund 10 Millimetern und 80 Millimetern.
„Der Regen Ende August hat den Kulturen und Böden gutgetan. Aber wir hatten teilweise große Unterschiede bei den Niederschlagsmengen. Deshalb ist auch die Situation von Region zu Region unterschiedlich“, berichtet Döring.
Ruhr-Lippe kommt vielfach mit einem blauen Auge davon
Trotz der schwierigen Witterung fällt die Situation in Ruhr-Lippe im Vergleich zu manchen anderen Regionen Deutschlands vielfach noch vergleichsweise glimpflich aus. Die Niederschläge Ende August haben teilweise für Entspannung gesorgt. In anderen Regionen Deutschlands, insbesondere in Teilen Süddeutschlands, sind die Folgen der langen Trockenheit dagegen deutlich dramatischer. Dort gibt es bei einzelnen Kulturen und auf bestimmten Standorten teilweise massive Ertragseinbußen bis hin zu Totalausfällen.
„Wir kommen hier in der Region vielfach noch mit einem blauen Auge davon. Das heißt aber nicht, dass die Ernte überall gut ist. Wir sehen auch bei uns Unterschiede von Feld zu Feld und bei einzelnen Kulturen deutliche Einbußen. Wenn man allerdings schaut, wie dramatisch die Situation teilweise in Süddeutschland ist, müssen wir hier schon sagen: Es hätte uns deutlich schlimmer treffen können“, ordnet Döring die Situation ein.
Ernten und säen gleichzeitig
Neben Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben werden derzeit auch viele Gemüsearten wie Möhren, Zwiebeln, Kürbisse und verschiedene Kohlarten geerntet. Auch Äpfel, Birnen und weitere Früchte sind jetzt reif.
Gleichzeitig richtet sich der Blick bereits auf die nächste Ernte. Raps und Zwischenfrüchte sind vielerorts ausgesät, weitere Winterkulturen folgen in den kommenden Wochen. Damit laufen Ernte, Bodenbearbeitung und Aussaat auf den Höfen teilweise gleichzeitig.
