Bündnis 90/Die Grünen | 6. Mai 2026

Im Gespräch mit MdL Hedwig Tarner

Mit ihrer Kampagne „LAND AUF.“ möchten die landwirtschaftlichen Organisationen im Kreis Warendorf den ländlichen Raum stärken. Mit Bündnis 90/Die Grünen sprachen die Vertreter der Landwirtschaft über große Herausforderung wie Investitionsstau, Wettbewerbsnachteile, Energieversorgung, Bürokratieabbau u.v.m (v.li.): Joachim Thiel (Grüne), Norwich Rüße (Landtagsabgeordneter und u.a. Sprecher für Landwirtschaft und ländl. Räume), Anja Beiers (Grüne Kreisvorstand), Dr. Matthias Quas (WLV-Kreisgeschäftsführer), Landtagsabgeordnete Hedwig Tarner, Karl Stelthove (Grüne), Andreas Westermann (WLV-Kreisvorsitzender), Andreas Franitza (Grüne Kreisvorstand) und Valeska Grap.

Energieversorgung und Bürokratieabbau als drängende Themen

Aktuelle Herausforderungen der Landwirtschaft standen im Mittelpunkt eines intensiven Informationsaustauschs zwischen dem Landwirtschaftlichen Kreisverband Warendorf und Vertreterinnen und Vertretern von Bündnis 90/Die Grünen.

Für den WLV nahmen der Kreisvorsitzende Andreas Westermann und Kreisgeschäftsführer Dr. Matthias Quas an dem Gespräch teil. Seitens der Grünen beteiligten sich die heimische Landtagsabgeordnete Hedwig Tarner sowie ihr Fraktionskollege Norwich Rüße, Sprecher für Umwelt, Natur- und Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Forsten und ländliche Räume. Außerdem nahmen der Sprecher des Kreisverbandes Andreas Franitza, die Sprecherin der Kreistagsfraktion Valeska Grap sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter der Partei teil.

Als Kreisvorsitzender der Landwirte gab Herr Westermann zunächst einen Überblick über die landwirtschaftliche Struktur im Kreis Warendorf. Ein bedeutendes Standbein der regionalen Landwirtschaft ist die Tierveredelung. Neben dem Futteranbau spielen insbesondere im Nordkreis auch Sonderkulturen wie Erdbeeren, Spargel und Kartoffeln eine wichtige Rolle. Gleichzeitig stehen die Betriebe unter zunehmendem wirtschaftlichen Druck. Vor allem im Sonderkulturanbau führt der Mindestlohn zu einem steigenden Preisdruck im Wettbewerb mit südlichen europäischen Anbaugebieten.

Ein weiteres zentrales Thema waren die stark gestiegenen Energie- und Betriebsmittelkosten. Besonders die Preise für Mineraldünger und Diesel belasten viele landwirtschaftliche Betriebe erheblich. Die Abgeordneten zeigten Verständnis für diese Situation und betonten, dass in der Energiepolitik Lösungen gefunden werden müssten, die auch die Landwirtschaft entlasten.

Intensiv diskutiert wurde zudem die Zukunft der Tierhaltung. Der Stopp des Bundesprogramms zum Umbau der landwirtschaftlichen Tierhaltung führt nach Einschätzung des WLV zu einem Investitionsstau in vielen Betrieben. Andreas Westermann verwies außerdem auf steigende Anforderungen an Tierwohl und Tierhaltung. Die Vertreter der Grünen betonten, dass Tierschutz ein wichtiges politisches Ziel sei, gleichzeitig aber praktikable Lösungen für die landwirtschaftlichen Betriebe gefunden werden müssten.

Auch der Bürokratieabbau spielte im Gespräch eine wichtige Rolle. Die Landwirte kritisierten insbesondere wiederkehrende Genehmigungsverfahren für bereits erteilte Genehmigungen. Hedwig Tarner sieht in einer stärkeren Digitalisierung eine Möglichkeit, Verwaltungsprozesse zu vereinfachen und landwirtschaftliche Betriebe spürbar zu entlasten.

Darüber hinaus wurde die Ausbreitung der Afrikanische Schweinepest thematisiert. Andreas Westermann warnte vor den möglichen Folgen für die Schweinehaltung und sprach sich für eine konsequente Bekämpfung der Tierseuche aus. Norwich Rüße verwies in diesem Zusammenhang auf Maßnahmen der Landesregierung zur Eindämmung der Seuche.

Zum Abschluss stellte Andreas Westermann die neue Kampagne „LAND AUF.“ vor, die die Bedeutung des ländlichen Raums stärker in den Fokus rücken soll. Die Vertreterinnen und Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen begrüßten die Initiative. „Der Kreis Warendorf ist wirtschaftlich stark, gesellschaftlich engagiert und bietet attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig stehen ländliche Regionen vor wichtigen Zukunftsaufgaben“, betonte Hedwig Tarner. Die Kampagne „LAND AUF.“ gibt wichtige Impuls, um Infrastruktur, Mobilität, medizinische Versorgung, Fachkräftegewinnung sowie Energie- und Klimaschutz weiterzuentwickeln und den ländlichen Raum nachhaltig zu stärken.

Alle Beteiligten bewerteten den offenen Austausch als wichtigen Beitrag, um gegenseitiges Verständnis zu fördern und gemeinsam Lösungen für die aktuellen Herausforderungen der Landwirtschaft und des ländlichen Raums zu entwickeln.