Stefanie Sabet (DBV) lobt Land auf. | 2. Februar 2026

Kreisverbandstag: Kampagnenstart und Besuch aus Berlin

Beim Kreisverbandstag starteten die landwirtschaftlichen Organisationen im Kreis die Kampagne "Land auf." Nun gilt es, weitere Unterstützer zu gewinnen.

Für die ambitionierte Kampagne „Land auf.“ zur Stärkung und strukturellen Weiterentwicklung des ländlichen Raums im Kreis Warendorf fiel am Freitag beim Kreisverbandstag in Ahlen der Startschuss: „Wer hier arbeitet, produziert, wer hier Gewinne erwirtschaftet, wer hier lebt, trägt Mitverantwortung für die Attraktivität unseres Kreises als Lebens- und Wirtschaftsraum“, so Kreisverbandsvorsitzender Andreas Westermann in seiner engagierten Rede vor vollen Rängen.

Infrastruktur, Mobilität, Wirtschaft: rauf!

Der Kreisverbandsvorsitzende ließ keinen Zweifel: Um die strukturellen Herausforderungen des großen, ländlich geprägten Außenbereichs des Kreises anzupacken mit Blick auf Infrastruktur, medizinische Versorgung, Mobilität, Wirtschaftswegebau, Fachkräftegewinnung und vieles mehr braucht es möglichst viele Partner wie Unternehmen, Behörden, Organisationen, Bürgerinnen und Bürger. Und die gilt es nun, nach und nach ins Boot zu holen. Dafür haben die landwirtschaftlichen Organisationen von Landwirten, Landfrauen, Landjugend, Betriebshilfsdienst und Maschinenring, Waldbauern sowie Kreisjägerschaft ein „Zukunftspapier ländlicher Raum“ quasi als Ausgangspunkt formuliert und mögliche erste Zielsetzungen skizziert. Die Kampagne „Land auf.“ wird flankiert von einer eigenen Website www.landauf-waf.de und Social-Media-Kanälen. (Mehr dazu finden Sie unten auf dieser Seite).

Bügermeister Harman: Die Landwirtschaft verdient höchste Anerkennung!

Ahlens Bürgermeister Matthias Harman brachte es auf den Punkt: „Die Landwirtschaft ist von zentraler Bedeutung für die Gesellschaft. Doch oft nehmen wir nur die Produkte wahr, nicht die Arbeit. Deshalb: Ihre Arbeit verdient höchste Anerkennung, Respekt und Wertschätzung“.

Die enorme Bandbreite dessen, was Landwirte täglich leisten, und die dafür erforderliche Hintergrundarbeit des Verbandes stellt Kreisvorsitzender Andreas Westermann in seinem Jahresrückblick dar.

Auch ohne Rampenlicht: „Die größten Heldinnen auf dem Hof sind die, die dafür sorgen, dass der Betrieb läuft“ (Kreislandfrauenvorsitzende Vanessa Wulff-Haggeney)

Dass aber Landwirtschaft ohne Frauen undenkbar ist, machte Kreislandfrauenvorsitzende Vanessa Wulff-Haggeney deutlich: „An den Hochschulen sieht man immer mehr junge Frauen, die ein Berufsleben in der Landwirtschaft anstreben. Das ist eine wunderbare Entwicklung, weil Frauen mit ihrer Perspektive Gespräche und Gremienarbeit bereichern. Immer mehr Frauen sind an wichtigen unternehmerischen Entscheidungen auf den Höfen beteiligt. Sie stehen nicht im Rampenlicht, aber sorgen dafür, dass der Betrieb läuft – bis hin zur Steuererklärung. Aber selten sind Frauen Landbesitzende oder Betriebsinhaberinnen.“ Dass die Vereinten Nationen das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft ausgerufen haben, könne helfen, für die Thematik zu sensibilisieren: „Zukunft gelingt nur, wenn wir sie gemeinsam gestalten: Frauen und Männer, Jung und Alt, Stadt und Land“, so die Kreislandfrauenvorsitzende.

DBV-Generalsekretärin: „Brauchen klares Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft und dafür verbesserte Rahmenbedingungen“

Mit deutlichen Worten forderte die neue Generalsekretärin des Deutschen Bauernverbandes bessere Rahmenbedingungen und verlässliche politische Entscheidungen für die Landwirtschaft: „Wir brauchen ein klares Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft“, so Stefanie Sabet mit Blick auf fehlende Wettbewerbsfähigkeit, Preisdruck und überbordende Bürokratie. Nicht zuletzt bei Tierhaltungskennzeichnungsgesetz und Dokumentationsdschungel sei die Bundesregierung in die falsche Richtung gelaufen. Eine Überarbeitung sei unverzichtbar. Applaus gab es für ihre Forderung, Wettbewerbsfähigkeit mit der Kennzeichnungspflicht für Importware zu stärken. Aber auch die Kritik an der geänderten Gesetzgebung zur Schadnager-Bekämpfung, die künftig auch von Landwirten einen neuen Sachkundenachweis erfordere, statt die vorhandenen Dokumente durch Schulungen aufzustocken, wurde vom Publikum mit lautstarkem Applaus quittiert.

„Der schönste Beruf der Welt“

Den „schönsten Beruf der Welt üben gut ausgebildete Landwirtinnen und Landwirte aus“, so Stephan Gehringhoff vom Vorstand der KLJB. Aber die politischen Rahmenbedingungen zwängen sie dazu, mehr Zeit im Büro statt im Stall zu verbringen. Es brauche verlässliche Zukunftsperspektiven. Die Kampagne „Land auf.“ sei ein guter Weg, gemeinsam mit vielen Partnern bessere Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse im ländlichen Raum für alle zu schaffen.

Berufsnachwuchs und "ältere Semester" ausgezeichnet

Karl Werring (Präsident der Landwirtschaftskammer NRW) und Fabian Menkhaus (Geschäftsführer LWK Warendorf, Münster, Gütersloh) überreichten während der Veranstaltung die Abschlussurkunden an die Absolventinnen und Absolventen der landwirtschaftlichen Berufsausbildung und verliehen den älteren Semestern die Goldenen Meisterbriefe.

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"Land auf". Ehrgeizige Kampagne will ländlichen Raum stärken

Der Kreis Warendorf ist wirtschaftlich leistungsfähig, gesellschaftlich engagiert, stark im Ehrenamt und bietet attraktive Wohn- und Lebensräume. Alles gut, möchte man meinen. Aber da geht noch was. Vor allem im ländlichen Raum. Und das will die ambitionierte Kampagne „Land auf.“ jetzt anpacken. 
Der ländliche Raum wird oft beschworen – und dennoch strukturell benachteiligt, wenn es um Infrastruktur, medizinische Versorgung und Pflege, Mobilität, Wirtschaftswegebau, Fachkräftegewinnung uvm. geht. Und genau da setzt die Kampagne an.  
Initiiert vom WLV-Kreisverband Warendorf wird die Kampagne unterstützt vom KreisLandfrauenverband, der KLJB im Kreis, dem Betriebshilfsdienst und Maschinenring Warendorf-Münster, der Kreisjägerschaft sowie dem Waldbauernverband NRW - Bezirksgruppe Warendorf. Sie sind das „Starter-Team“ und wollen nach und nach möglichst viele Akteure ins Boot holen: Behörden, Unternehmen, Organisationen, Bürgerinnen und Bürger. „Ländliche Entwicklung ist keine Einbahnstraße staatlicher Förderung. Wer hier arbeitet, produziert, beschäftigt, ausbildet und Gewinne erwirtschaftet, wer hier lebt, trägt Mitverantwortung für die Attraktivität unseres Kreises Warendorf als Lebens- und Wirtschaftsraum“, so Andreas Westermann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Warendorf. 

Wie kann es nun gelingen, den ländlichen Raum und damit den gesamten Kreis zu stärken?

Erste Vorstellungen haben die landwirtschaftlichen Organisationen in einem „Zukunftspapier ländlicher Raum“ erfasst. Prozess fortlaufend. Heißt: Zu Infrastruktur, Mobilität/Schulkinderbeförderung, Gesundheitsvorsorge und Pflege, Wohnen, Arbeitswelt, Ehrenamt/soziale Infrastrukturen, Energie- und Klimaschutz uvm. wurden erste Notwendigkeiten definiert und Änderungsvorschläge formuliert. Weil eine gelingende Weiterentwicklung des ländlichen Raums nur mit vielen Akteuren wie Kreisverwaltung, Kommunen, Unternehmen und anderen Organisationen möglich ist, wurden gemeinsam mit der Landvolkshochschule Freckenhorst Workshops erarbeitet: Hier können Fachleute und Interessierte themenspezifisch ins Brainstorming gehen und realistische Vorschläge zur Prozessgestaltung erarbeiten.

Doch auch jede und jeder Einzelne kann einen Beitrag zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitswelt im Kreis leisten: ob im Ehrenamt, in der Nachbarschaftshilfe oder unzähligen anderen Bereichen. Die Landwirtschaft macht es beispielsweise beim Schneeräumen mit schwerem Gerät längst vor. Motto:

„Land auf. Hand drauf. Gemeinsam mehr erreichen.“

Gestartet ist die Kampagne auf der Jahrestagung des WLV-Kreisverbandes Warendorf am vergangenen Freitag. Unzählige Plakate, Bauzaunbanner, Pylone, Beachflags, Broschüren und Sticker flankieren die Kampagne, die auf einer eigenen Website (www.landauf-waf.de) sowie Instagram, Facebook und per whatsapp kontinuierlich fortgeschrieben wird.

Es ist ein ehrgeiziges Projekt, das sich die Landwirtschaft – unterstützt von Sponsoren – vor die Brust nimmt. Aber die Perspektive auf eine konstruktive Weiterentwicklung des ländlichen Raums im Kreis Warendorf ist die Mühe wert. Und etliche Unterstützer aus Verwaltung und Wirtschaft haben bereits ihre Teilnahme an diesem Gestaltungsprozess signalisiert. Also dann: Land auf.

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Die Kampagne möchte den ländlichen Raum im Kreis Warendorf stärken - Infrastruktur, Wirtschaft, Mobilität, Lebensqualität,Ehrenamt u.v.m.
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