Schweinehalter unter Druck | 4. November 2026

Viele Tierhalter zahlen drauf

WLV-Präsident Beringmeier erwartet angesichts dramatisch niedriger Preise "von der gesamten Vermarktungskette ein klares Bekenntnis zur deutschen Produktion."

Die wirtschaftliche Lage - insbesondere für schweinehaltende Betriebe und Ferkelerzeuger - ist dramatisch. Entsprechend groß war der Andrang zur „Sitzung für alle Tierhalter im Kreis Warendorf“, zu der der landwirtschaftliche Kreisverband in die „Waldmutter“ in Sendenhorst eingeladen hatte.

Neben steigenden Produktionskosten und sinkenden Erzeugerpreisen in der Schweinehaltung standen weitere drängende Themen auf der Agenda, so die nationalen Vertragsbeziehungen im Milchsektor und das Düngerecht. Schließlich informierte Kreisveterinär Dr. Hubert Hemmis zum Stand der Tierseuchen.

WLV-Präsident Hubertus Beringmeier kritisierte insbesondere die aggressive Preispolitik der gesamten Vermarktungskette: Schweinepreisen von rund 1,32 EUR je Kilo Schlachtgewicht stünden Produktionskosten von 2 EUR je Kilo gegenüber. „Die Betriebe machen mit jedem verkauften Tier Verlust. Viele Familienbetriebe haben ihre Reserven aufgebraucht.“ Sollten die Marktpartner nicht umgehend gegensteuern, sondern gar noch weiter die Preise drücken, müssten Großhandelsunternehmen, Lebensmitteleinzelhandel, Hotel- und Gaststättenverband sowie Schlachtunternehmen mit Treckerfahrten zu ihren Betriebsstätten rechnen. „Wir erwarten von allen Partnern der gesamten Kette ein klares Bekenntnis zur deutschen Produktion“, so der WLV-Präsident.

Der Bauernverband setze sich weiterhin dafür ein, dass es für den Umbau der Sauenhaltung finanzielle Förderungen und für den Umbau des Abferkelbereiches aufgrund der wirtschaftlichen Lage eine Fristverlängerung geben müsse.

Mit Blick auf das Düngerecht begrüßte Beringmeier das Vorhaben der Landesregierung, auf die Ausweisung roter Gebiete zu verzichten und stattdessen auf den einzelbetrieblichen Nährstoffbedarf zu setzen.

Dr. Hubert Hemmis, Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes, berichtete abschließend über verschiedene Tierseuchen. Er priorisierte entsprechende Hygienemaßnahmen. Dazu gehörten auch geschlossene Stalltüren, um das Einschleppen von Krankheitserregern zu verhindern.

Die mehr als 100 Teilnehmer der Veranstaltung diskutierten im Anschluss intensiv – insbesondere über die Situation im Veredlungsbereich.