Gefühlte Netzverfügbarkeit wird oft von Fakten nicht gedeckt
Nicht immer entsprechen die Erfahrungen vor Ort jedoch den offiziellen Karten der Netzbetreiber. Trotz der guten Versorgungslage gibt es auch im Kreis Coesfeld weiter Lücken im Mobilfunknetz. Das betrifft vor allem die LTE- bzw. 4G-Versorgung. Hier liegt die Versorgung nach Einschätzung der wfc je nach Netzbetreiber bei etwa 90 Prozent der Fläche.
Modellprojekt im Kreis Coesfeld mit Beteiligung der freien Wirtschaft
Damit dies weiter verbessert wird, haben sich die wfc gemeinsam mit der Dülmener STF GmbH und der REMONDIS GmbH auf den Weg gemacht, die Versorgungslage flächendeckend und dennoch effizient zu ermitteln. Mit der Mobilfunkmessung durch die Abfallsammelfahrzeuge der REMONDIS sorgten wir nicht nur für bundesweites Aufsehen, sondern ermitteln so auch Versorgungslücken in Gebieten, die mit konventionellen, meist teuren und aufwändigen Methoden nicht erfasst werden. Das versetzt uns in die Lage, anhand von über 300.000 Messpunkten im Kreisgebiet künftig fundierte Gespräche mit den Netzbetreibern zu führen. Wir unterstützen bei Standortsuche und Planung und helfen bei Genehmigungsverfahren. Mit den vorliegenden Daten können wir konkrete Vorschläge für neue Standorte machen und zwischen Netzbetreibern und Ansprechpartnern vor Ort moderieren.
Die Mobilfunkmessung ist mittlerweile als „Coesfelder Modell“ in vielen anderen Regionen in Deutschland im Einsatz. Dafür wurden wir bundesweit als „Innovative Wirtschaftsförderung“ durch die kommunalen Spitzenverbände ausgezeichnet.
Daneben steigt die Relevanz der 5G-Versorgung auch im Kreis Coesfeld. 5G ist die neueste Generation der Mobilfunktechnik und ermöglicht höhere Datenübertragungsraten und kann so Grundlage für neue Anwendungsfälle sein, so die wfc. Mittlerweile bieten alle drei Netzbetreiber 5G zumindest lokal im Kreis Coesfeld an. Insgesamt gibt es 89 5G-Sendemasten im Kreis Coesfeld, die meisten bei der Telekom, weniger bei Vodafone und Telefonica.
Stellenweise bieten die Anbieter auch 5G im sogenannten DSS-Verfahren an: LTE-Antennen können so auch für 5G genutzt werden, jedoch sei die Übertragungsrate nicht so hoch wie bei „echtem“ 5G, heißt es auf der Internetseite der wfc. Das sei jedoch in vielen Fällen noch ausreichend. Dadurch wird ein zügiger erster Ausbau realisiert, der in vielen Fällen bedarfsgerecht und zudem ressourcenschonender ist.
Weitere Projekte, die versuchen die tatsächliche Versorgung vor Ort zu erfassen, sind: