Erntebilanz | 19. August 2026

Kartoffelernte ist 2026 kein Gute-Laune-Thema

Zum Internationalen Tag der Kartoffel: Anbauer und Verbraucher blicken auf schwieriges Erntejahr mit kleineren Kartoffeln und kürzeren Pommes

Zum heutigen Internationalen Tag der Kartoffel kommt die tolle Knolle nochmals intensiver in den Blick der Öffentlichkeit. Und das sind aktuell eher unschöne Aussichten für Landwirte, aber auch für den Endverbraucher. So musste gestern schon der Deutsche Bauernverband bei seiner Erntebilanz-Pressekonferenz verkünden, dass sich in der noch laufenden Ernte bei Kartoffeln ein mittleres bis unterdurchschnittliches Ergebnis abzeichnet. Selbst auf beregneten Flächen seien kaum durchschnittliche Erträge zu erwarten. So sieht es insgesamt auch im Kreis Coesfeld aus, wie eine Kurzumfrage des WLV-Kreisverbandes bei Mitgliedsbetrieben zeigt.

Der trockene und heiße Sommer trifft natürlich auch die hiesigen Kartoffelanbauer. Felder müssen bewässert werden und erzielen trotzdem nicht denselben Ertrag. Das bedeutet für den einzelnen landwirtschaftlichen Betrieb einen höheren Arbeitsaufwand und höhere Energiekosten bei gleichzeitig niedrigeren Erträgen. Am Ende hat dies erwartbar auch Auswirkungen auf den Verbraucher, ablesbar beispielsweise in der „Frittenschmiede“ um die Ecke: Die 2026 aus deutschen Kartoffeln hergestellten Pommes werden kürzer und tendenziell wohl trotzdem teurer.

WLV-Ortsverbandsvorsitzender Heiner Vinnemann aus Olfen berichtet vom eigenen Betrieb, dass die Ernte-Mengen statt 60 bis 70 Tonnen pro Hektar Ertrag wie in 2025 in diesem Jahr eher in Richtung 40 bis 50 Tonnen gehen werde. Ähnliches ist vom diesjährigen WLV-Hoftag-Gastgeber Hubertus Pröbsting und seinem Betrieb in Nordkirchen zu hören: „Wir hier im Südkreis hatten 2026 im Vergleich noch weniger an Niederschlägen gemessen als Berufskollegen im Nordkreis.“ Die daraus resultierenden Trockenheitsprobleme und Beregnungsnotwendigkeiten zeigen in diesem Jahr nochmal deutlicher die Bedeutung der in den Bodenpunkten ablesbaren Ertragsmesszahlen, erklärt Pröbsting: „Die Kartoffelpflanzen kommen 2026 auf schwereren Böden und solchen mit mehr organischer Substanz besser zurecht. Hier ist generell die Wasserhaltefähigkeit besser im Vergleich zu sandigeren Standorten.“ Dies mache in Jahren mit mehr Niederschlägen im Ergebnis weniger Unterschied aus. Aber 2026 sei dies eben anders. Vom Erleben auf seinem Familienbetrieb und dem Austausch mit anderen Kartoffelanbauern in der Region her zu urteilen, schätzt der Landwirt die Ertragseinbußen bei der Kreis-Coesfelder-Kartoffel auf ein Viertel bis ein Drittel im Vergleich zum Vorjahresergebnis.

Genauere regionale Ernte-Übersichten wird der Landwirtschaftliche Kreisverband wie gewohnt im Rahmen seines traditionellen Erntebilanz-Pressegespräches veröffentlichen. Dieser findet in diesem Jahr am 6. Oktober in Senden statt. Dabei wird zweifelsfrei ein Augenmerk mit auf den Kartoffelanbau gelegt werden, der insgesamt vom Flächennutzungsumfang im Kreis Coesfeld in den letzten Jahren zugenommen hat.

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