Mitgliederversammlung Bauernverband | 25. Juni 2026

Stärkung des Agrarstandortes: Einiges geschafft,noch viel zu tun

Aus dem Kreis Coesfeld waren die Landwirte Michael Uckelmann (l.) und Tobias Kleuter als Teil der Delegation des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) dabei. Foto: Frauke Froning, WLV
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Coesfelder Teilnehmer am Bauerntag in Freiburg loben Signale aus der Politik und fordern mehr Umsetzung

„Landwirtschaft stärken – Versorgung sichern“ – So lautete das Motto des zweitägigen Deutschen Bauerntages 2026 in Freiburg, der heute Nachmittag zu Ende gegangen ist. Im Mittelpunkt der traditionellen Mitgliederversammlung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) stand insbesondere die künftige Ausgestaltung der Europäischen Agrarpolitik und ihre Bedeutung für die heimischen Betriebe. Aus dem Kreis Coesfeld waren die Landwirte Tobias Kleuter (Senden) und Michael Uckelmann (Dülmen) als Teil der Delegation des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) dabei.

Höhepunkt des heutigen Programms war sicherlich die Rede von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. WLV-Kreisverbandsvorsitzender Uckelmann hat für sich einiges Positives daraus mitgenommen, erzählt er während der Zug-Rückreise aus dem Breisgau: „Es gibt noch viel zu tun, aber wir setzen einige Hoffnung in die aktuelle Bundesregierung und speziell in ihn als Landwirtschaftsminister.“

Aber mehrere Stimmen in Reihen der über 500 Verbandsdelegierten aus ganz Deutschland haben im Beisein von rund 300 weiteren Gästen und Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft noch mal deutlich gemacht, dass noch viele Dinge im Argen liegen. Uckelmann verweist dort beispielhaft auf drei Punkte:

  • Düngeregeln: Hier fehlt in der dafür maßgeblichen Düngeverordnung weiterhin der mehrfach vom WLV angemahnte stärkere Fokus auf mehr Verursachergerechtigkeit. Wer sich an die Regeln hält und sogar deutliche Verbesserungen schafft, muss dafür auch einen positiven Anreiz bekommen.

  • EU-Förderregeln: Vom EU-Agrarkommissar Christophe Hansen gab es zum Start zwar hoffnungsfroh stimmende Pläne bei der Fortschreibung der Förderrichtlinien in der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP). Aktuell wird vieles davon aber infrage gestellt.

  • Erzeugerpreise: In der aktuell schwierigen Marktsituation für zahlreiche Agrarprodukte – mit desaströsen Erzeugerpreisen momentan auch und vor allem im Schweinebereich – braucht es laut Uckelmann auch seitens der Politik ein aktives Gegensteuern.

Hier hat der 44-jährige Schweinehalter aus der Bauerschaft Hiddingsel positive Zeichen in der Rede des Ministers vernommen. Sein Schweinehalter-Kollege Tobias Kleuter sieht das prinzipiell genau so, verlangt da aber auch eine zügige Umsetzung: „Das vom Minister formulierte Ziel klingt gut. Herr Rainer plant ein neues und schlankes Förderprogramm für den Umbau der Sauenhaltung in Nachfolge für das gerade verfrüht beerdigte Bundesprogramm. Aktuell mangele es allerdings an Geldern dafür. Für ein solches Programm müssen aber verlässlich Budgets reserviert werden. Sonst gehen selbst die zukunftsmotivierten Sauenhalter im Münsterland den Umbau ihrer Deckzentren und Abferkelställe nicht an.“

Immer wieder genanntes Stichwort beim Bauerntag war auch der Bürokratieabbau. So auch in der letzten Bauerntag-Grundsatzrede von Bauernpräsident Joachim Rukwied. Der 64-Jährige hat in der letzten Woche erklärt, bei den kommenden DBV-Wahlen aus Altersgründen nicht mehr anzutreten. Tobias Kleuter, der als Landjugend-Vertreter mit in Freiburg war, hat in der Rede des Bundesministers mehrere selbstlobende Hinweise auf diesbezüglich schon erzielte „Erfolge“ herausgehört, etwa den Abbau überbordender Vorschriften und Auflagen bei der Erfassung von Nährstoffen (vor allem Stickstoff- und Phosphat-Dünger) in der sogenannten Stoffstrombilanzverordnung oder der Fortbestand der Agrardiesel-Rückvergütung: Es solle laut Herrn Rainer in den kommenden Jahren jeder Punkt unnötiger Regelungswut nochmal auf den Prüfstand gestellt werden. Der 31-Jährige aus der Dorfbauerschaft Gettrup begrüßt dies, fordert das als Praktiker aber auch klar ein: „Herr Rainer hat gesagt: Alles, was über ist, muss weg! Genau das muss künftig die Devise sein!“

Insgesamt haben mehrere Redner der Veranstaltung, darunter auch Ministerpräsident Cem Özdemir, die Versorgungssicherheit in den Fokus gerückt. Dies begrüßt Uckelmann, der auch Vizepräsident im WLV ist, ausdrücklich: „Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig eine leistungsfähige, regionale Landwirtschaft für die Ernährungssicherung Europas ist – auch bei uns im Münsterland. Wenn wir die Produktion hier stärken, bei uns im Kreis Coesfeld vor allem auch die Tierhaltung, sichern wir nicht nur die Versorgung, sondern auch Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region.“

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Delegierte aus Westfalen-Lippe beim Bauerntag in Freiburg