Ackerbau | 13. August 2026

Erdmandelgras auf dem Vormarsch

Welche Maßnahmen zur Eindämmung und Prävention gegenüber dem invasiven Erdmandelgras zur Verfügung stehen und wie betroffene Betriebe reagieren müssen, stellten Ministerin Silke Gorißen und Karl Werring, Präsident der Landwirtschaftskammer NRW, gemeinsam mit dem Präsidenten des Rheinischen Landwirtschafts-Verbands e.V., Erich Gussen, und dem Vize-Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands e.V., Michael Uckelmann, bei einem Vor-Ort-Termin auf einem Versuchsfeld der Landwirtschaftskammer in Dülmen vor.
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Pressetermin in Dülmen zeigt die Schwierigkeiten im Umgang mit dem invasiven Ungras. Appell von WLV-Vizepräsident Uckelmann: „Jetzt ist die Zeit zu handeln!"

Erdmandelgras (Cyperus esculentus) sieht auf den ersten Blick unscheinbar aus, ist aber ein invasives Problem-Ungras für die landwirtschaftliche und gartenbauliche Produktion. Bei Befall einer Fläche entzieht es den angebauten Nutzpflanzen wertvolles Wasser, Nährstoffe und auch Licht. Erdmandelgras breitet sich auch in Nordrhein-Westfalen zunehmend aus und entwickelt sich zu einer ernsthaften Herausforderung für die Landwirtschaft. Besonders gefährdet sind Feldfrüchte mit intensiver Bodenbearbeitung, darunter Kartoffeln, Zuckerrüben, Möhren und Zwiebeln.

Welche Maßnahmen zur Eindämmung und Prävention zur Verfügung stehen und wie betroffene Betriebe reagieren müssen, stellten Ministerin Silke Gorißen und Karl Werring, Präsident der Landwirtschaftskammer NRW, gemeinsam mit dem Präsidenten des Rheinischen Landwirtschafts-Verbands e.V., Erich Gussen, und dem Vize-Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands e.V., Michael Uckelmann, bei einem Vor-Ort-Termin auf einem Versuchsfeld der Landwirtschaftskammer im westfälischen Dülmen vor. An dem Termin nahmen neben Ackerbau-Fachberatern der Landwirtschaftskammer NRW auch der örtliche CDU-Landtagsabgeordnete Wilhelm Korth aus Coesfeld teil.

Ministerin Silke Gorißen: „Beim invasiven Erdmandelgras gilt: Früherkennung und konsequente Maschinenhygiene sind die wirksamsten Maßnahmen“, so Ministerin Gorißen. „Noch stehen wir an einem Punkt, an dem wir durch frühes Erkennen und konsequentes Handeln größere Schäden in der Landwirtschaft begrenzen können. Genau deshalb ist es so wichtig, dass wir vor den Gefahren von Erdmandelgras für unsere hochwertige landwirtschaftliche Produktion warnen und Schutzmaßnahmen vorstellen. So können wir gemeinsam dafür sorgen, dass Erdmandelgras in Nordrhein-Westfalen eingedämmt wird.“

Landwirtschaftskammer NRW zu Prävention und Bekämpfung

Erdmandelgras ist extrem anpassungsfähig und schwer zu bekämpfen, wenn es sich einmal in der Fläche etabliert hat. An den Wurzeln bildet es lange unterirdische Ausläufer, an denen sich endständig die etwa bis 15 Millimeter großen, meist braunen Erdmandeln bilden. In frühen Befallsstadien besteht noch die Möglichkeit, einzelne Pflanzen händisch zu entfernen. Hat sich das invasive Ungras erstmal auf einer Fläche ausgebreitet, ist eine Bekämpfung nur sehr eingeschränkt möglich. Die Landwirtschaftskammer NRW unterstützt daher Landwirtinnen und Landwirte mit Beratung, Schulungen und Informationsmaterialien, um das Schadunkraut sicher zu erkennen. Zudem hat die Landwirtschaftskammer eine neue Broschüre („Erdmandelgras ist kein Spaß“) für die Branche erarbeitet.

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Erdmandelgras (Cyperus esculentus) sieht auf den ersten Blick unscheinbar aus, ist aber ein invasives Problem-Ungras für die landwirtschaftliche und gartenbauliche Produktion. Foto: Landwirtschaftskammer NRW / Günter Klingenhagen

Stimmen aus Verbänden und Ministerium

Karl Werring, Präsident der Landwirtschaftskammer NRW: „Die Ausbreitung des Erdmandelgrases stellt keine lokale Einzelproblematik dar, sondern ist Teil eines überregionalen Geschehens. Die Verhinderung der Ausbreitung ist daher der entscheidende Ansatzpunkt. Die Landwirtschaftskammer NRW verfolgt die Entwicklung in Nordrhein-Westfalen intensiv und hat bereits umfassende Maßnahmen initiiert.“

Unter anderem am Versuchsstandort in Dülmen arbeitet der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW an praxistauglichen Bekämpfungsstrategien. Die Versuche werden über die Landesinitiative zur Bekämpfung invasiver Schaderreger im Ackerbau vom Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz mitfinanziert.

Klarer Appell der Landwirtschaftsverbände zum Erdmandelgras

Bei dem Ortstermin am Versuchsstandort Dülmen am 11. August richteten ebenfalls die Spitzen der beiden Landwirtschaftsverbände Nordrhein-Westfalen einen klaren Appell an landwirtschaftliche Betriebe zur Umsicht und Vorsicht, um eine Ausbreitung des invasiven Ungrases einzudämmen, bevor es zu einem flächendeckenden Problem in Nordrhein-Westfalen wird:

Erich Gussen, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes e.V.: „Die Betriebe dürfen mit dieser Herausforderung nicht allein gelassen werden. Invasive Pflanzen müssen frühzeitig erkannt und bekämpft werden, deshalb müssen Forschung, Beratung, Politik und Landwirtschaft weiterhin eng zusammenarbeiten. Die nötigen Instrumente zur Eindämmung müssen konsequent weiterentwickelt und genutzt werden. Dazu gehören insbesondere ackerbauliche Maßnahmen und Spielräume bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln.“

Michael Uckelmann, Vize-Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes e.V.: „Jetzt ist die Zeit zu handeln. Frühzeitiges Erkennen, konsequentes Handeln und konsequente Maschinenhygiene sind entscheidend, um die Ausbreitung des Erdmandelgrases einzudämmen. Nur wenn Landwirtschaft, Beratung und Behörden zusammen an einem Strang ziehen, können wir die weitere Ausbreitung wirksam begrenzen und die Ertragsfähigkeit unserer Böden langfristig sichern. Gemeinsam können wir unsere landwirtschaftlichen Flächen schützen.“

Für eine umfassende Bekämpfung des Erdmandelgrases ist neben der präventiven Maschinenhygiene eine Kombination pflanzenbaulicher, organisatorischer und technischer Maßnahmen entscheidend. Sollten jedoch Versuche der Landwirtschaftskammer NRW zeigen, dass bestimmte Pflanzenschutzmittel eine gute Wirkung zur Bekämpfung von Erdmandelgras aufweisen, wird sich das Land NRW in Gesprächen mit dem Bund und weiteren Bundesländern dafür einsetzen, frühzeitig gemeinsame Lösungen zur Eindämmung des Erdmandelgrases zu diskutieren.

Neue Broschüre des Ministeriums zum Ungras für Verbraucher

Beim Termin in Dülmen wurde zudem darauf hingewiesen, dass auch für Verbraucherinnen und Verbraucher im Haus- und Kleingartenbereich eine Aufklärung zum Umgang mit Erdmandelgras wichtig ist. Denn in heimischen Gärten ist Erdmandelgras auch ein beliebtes Ziergras in eigenen Beeten. Außerdem sind die Mandeln verzehrbar und werden im Internet als „Superfood“ dargestellt.

Daher hat zu diesem Thema das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz die eigene Broschüre „Erdmandelgras – Gefahr aus dem Garten“ herausgegeben , die Verbraucherinnen und Verbraucher über das Ungras und den angemessenen Umgang damit informiert. In der Broschüre wird unter anderem darum gebeten, von einer Neuanpflanzung zum Schutz der heimischen Lebensmittelproduktion abzusehen.

Bei Bürgeranfragen wenden Sie sich bitte an: Telefon 02113843-0.

Bei journalistischen Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Telefon 0211 3843-1046 (leonie.molls@mlv.nrw.de)

MLV-Handout zum Erdmandelgras

Broschüre „Erdmandelgras – Gefahr aus dem Garten“
13.08.2026
Dateigröße: 5 MB
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Erdmandel-Gras auf dem Vormarsch - Pressetermin in Dülmen