Kreisveterinäre im Sperrgebiet geben Tipps zur aktuellen Lage

Wir berichten aus einer Videokonferenz an der für den Landwirtschaftlichen Kreisverband Hochsauerland der Kreisverbandsvorsitzende Wilhelm Kühn und Frau Theresa Gabriel teilgenommen haben:
Die Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist weiterhin ein hochaktuelles Thema. Das dynamische Geschehen und sich ständig ändernde Bedingungen machen einen guten Informationsfluss unabdingbar.
Die Veterinäre aus den Kreisen Olpe, Siegen-Wittgenstein und Hochsauerland machen daher noch einmal darauf aufmerksam, was bei den anstehenden Ernten beachtet werden sollte. Detaillierte Informationen finden sich auf den jeweiligen Internetseiten (s. unten).
Da derzeit der Zaun um die Sperrzone II (der engere Bereich rund um das Kerngebiet) geschlossen wird, ergeben sich zwangsläufig auch für Land- und Forstwirtschaft neue Bedingungen. Wichtigster Tipp der Veterinäre: Wer nur über die Flächen fährt, braucht keine Maßnahmen zu treffen. Wer aber bodenintensive Bearbeitungen im ausgewiesenen Kerngebiet in der Nähe der bekannten ASP-Hotspots vornimmt (bspw. Wildschäden mulchen) sollte vorab die zu bearbeitende Fläche nach Kadavern absuchen und muss, wie in den Allgemeinverfügungen zu den Kerngebieten beschrieben, seine Tätigkeiten beim Veterinäramt angeben. Zudem wäre es hilfreich, die Räder zu desinfizieren.
Für Schweinehaltung gilt: Biosicherheit ist das A und O der Seuchenprävention. Wer penibel auf Desinfektionsmatten und -kleidung achtet, sowie darauf, dass auch Besucher und Dienstleister die Hygienemaßnahmen einhalten, sei auf der sicheren Seite sagt zum Beispiel Dr. Ludger Belke, Amtstierarzt des Kreises Siegen-Wittgenstein.
Veterinäre halten nichts von "Jagdruhe": "Wildschweine würden qualvoll verenden"
Von einer immer mal wieder geforderten Jagdruhe im Kerngebiet halten die heimischen Veterinäre vor dem Hintergrund der zu erwartenden immensen Wildschäden wenig. „Zudem werden in den ASP-Hotspots täglich infizierte Wildschweine erlöst, sei es durch jagdliche Maßnahmen oder in den Wildschweinfängen. Diese würden ohne unsere Aufmerksamkeit qualvoll verenden." Denn "Jagd ist auch Tierschutz“ sprechen sich die Veterinäre gegen die umgangssprachliche „Durchseuchung“ aus.
Immer hier die aktuellen behördlichen Vorgaben
Hier geht es zu den ASP-Seiten der betroffenen Landkreise:
Kreis Olpe:
https://kreis-olpe.de/Themen/Veterin%C3%A4ramt-Tiere-und-Lebensmittel/Afrikanische-Schweinepest/
Kreis Siegen-Wittgenstein:
https://www.siegen-wittgenstein.de/Kreisverwaltung/Themen-und-Projekte/Schweinepest/
Hochsauerlandkreis:
Alle aktuellen Entwicklungen zu ASP finden Sie wie gewohnte auf dieser Seite des WLV und in Ihrer Kreisgeschäftsstelle:
https://wlv.de/tiergesundheit/asp-afrikanische-schweinepest-nrw