Ackerbau | 13. August 2026

Erdmandelgras auf dem Vormarsch

Welche Maßnahmen zur Eindämmung und Prävention gegen die invasive Art aktuell zur Verfügung stehen, war unter anderem Thema bei einem Pressegespräch in Dülmen.

Erdmandelgras (Cyperus esculentus) sieht auf den ersten Blick unscheinbar aus, ist aber ein invasives Problem-Ungras für die landwirtschaftliche und gartenbauliche Produktion. Bei Befall einer Fläche entzieht es den angebauten Nutzpflanzen wertvolles Wasser, Nährstoffe und auch Licht. Erdmandelgras breitet sich auch in Nordrhein-Westfalen zunehmend aus und entwickelt sich zu einer ernsthaften Herausforderung für die Landwirtschaft. Besonders gefährdet sind Feldfrüchte mit intensiver Bodenbearbeitung, darunter Kartoffeln, Zuckerrüben, Möhren und Zwiebeln.

Welche Maßnahmen zur Eindämmung und Prävention zur Verfügung stehen und wie betroffene Betriebe reagieren müssen, stellten Vertreter des NRW-Landwirtschaftsministerium sowie der beiden NRW-Landesbauernverbände in einem gemeinsamen Pressetermin am Dienstag, 11. August, heraus.

Verbreitungswege des Erdmandelgrases

Das aus Afrika stammende Erdmandelgras ist extrem anpassungsfähig, heißt es in einer neuen Broschüre des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW (MLV). Dort beschreibt das Autorenteam (Dr. Marianne Benker und Günter Klingenhagen von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Pflanzenschutzdienst und Marc Brühne-Langenhuizen vom MLV, dass dies Pflanze auf allen Bodenarten wächst und sowohl Staunässe als auch Trockenheit verträgt. An den Wurzeln bildet es lange unterirdische Ausläufer, die sogenannten Rhizome, an deren Ende sich die etwa 10 bis 15 Millimeter großen, meist braunen Erdmandeln bilden. Eine Pflanze kann pro Jahr bis zu 500 Mandeln in bis zu 40 cm Tiefe ausbilden.

Diese bleiben im Boden viele Jahre keimfähig und auch aus sehr kleinen, nur 2 bis 3 mm großen Mandeln, können neue Pflanzen entstehen. Problematisch ist, dass jährlich nur ein

Teil der Mandeln auskeimt, was die Bekämpfung erheblich erschwert. Auch überstehen sie Temperaturen bis -15 °C und bis +70 °C unbeschadet, heißt es weiter in der Broschüre.

Eine Verbreitung ist auf vielen unterschiedlichen Wegen möglich:

  • Maschinen: Verschleppung anhaftender Erde über Bodenbearbeitungs-, Ernte- und Gülleausbringungstechnik.

  • Boden: Verbreitung über Erdaushub, Baumaßnahmen, Erden, Substrate sowie Rest- und Wascherden.

  • Kartoffelpflanzgut: Rhizome können in Kartoffelknollen einwachsen und über Pflanzgut neue Flächen befallen.

  • Tiere: Verbreitung durch Vögel und Mäuse.

  • Hochwasser: Verschleppung über Wasser über größere Entfernungen.

  • Haus- und Kleingärten: Ausbreitung durch belastete Gartenabfälle, Kompost oder Überwuchs auf benachbarten Flächen.


Quelle: MLV NRW

Infobroschüre des MLV NRW zum Erdmandelgras

MLV-Handout zum Erdmandelgras

Broschüre „Erdmandelgras – Gefahr aus dem Garten“
13.08.2026
Dateigröße: 5 MB
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Landwirt Thomas Altenbokum aus Dülmen berichtet im WDR-Fernsehen über seine Versuche, das Erdmandelgras wieder loszuwerden. Bildquelle: wdr.de
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Erdmandel-Gras auf dem Vormarsch - Pressetermin in Dülmen