Podiumsdiskussion mit Landratskandidatinnen

Lippische Landratskandidaten und -kandidatinnen stellen sich den Fragen der Landwirtschaft
Gut einen halben Monat vor der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen haben sich einige der Landratskandidatinnen des Kreises Lippe in Lage-Hörste mit Landwirten aus Lippe getroffen. Meinolf Haase (CDU), Ilka Kottmann (SPD), Dr. Inga Loke (Die Grünen) und Heike Görder (UKTM) haben sich auf dem Hof der Familie Horn den Fragen der Lippischen Landwirte und Landwirtinnen gestellt.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde zu Beginn führte der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Lippe Dieter Hagedorn moderierend durch den Abend und stellte Fragen, die er zuvor von den Mitgliedern des WLV-Kreisverbandes Lippe gesammelt hatte.
Dabei ging es unter anderem um das Spannungsfeld zwischen Kulturlandschaft, Natur und Erholung, die Regionalität und den Zusammenhalt in der Gesellschaft.
Besonderer Gesprächsbedarf bestand bei dem Thema Wasserschutzgebiete und Naturschutzflächen. Hierzu stellten Landwirte aus dem Publikum dar, wie Sie aufgrund von angrenzenden Gewässern Probleme mit aus den Schutzstreifen überwuchernden invasiven Pflanzen haben, da sie ihre Äcker nicht mehr mit Pflanzenschutzmitteln schützen dürfen. Auch die ungünstige Verteilung der Naturschutzgebiete wurde kritisiert.
Die Kandidatinnen und Kandidaten waren sich einig, dass die Naturschutzgebiete im Kreis Lippe einer Überprüfung bedürfen und Auflagen im Zweifel angepasst werden sollten, um den Landwirten und Landwirtinnen eine bessere Bewirtschaftung zu ermöglichen.
Alle anwesenden Landratskandidatinnen und -kandidaten wollen, wenn sie gewählt werden, regelmäßig mit Vertretern der Landwirtschaft im Austausch stehen, um auf die Bedürfnisse der landwirtschaftlichen Betriebe eingehen zu können. SPD-Kandidatin Ilka Kottmann sagte: „Wir wollen eine Ermöglichungsbehörde sein, statt im Weg zu stehen“. Dazu gehöre aber auch, dass die Kreisverwaltung nicht allmächtig sei und sie trotzdem im Rahmen der Regelungen durch EU, Bund und Land handeln müsse. Dr. Inga Loke von den Grünen möchte in Fragen von Baugenehmigungen und Naturschutz mehr differenzieren und Entscheidungen auch im Einzelfall treffen, um den Herausforderungen vor Ort gerecht zu werden. UKTM-Kandidatin Heike Görder legt besonderen Wert auf die Förderung regionaler und saisonaler Produkte und nannte als Beispiel: „Ich muss keine Erdbeeren zu Weihnachten haben“. Meinolf Haase von der CDU möchte als Landrat einen engen Arbeitskreis mit Landwirten bilden, um regelmäßig im engen Austausch zu stehen und die Bedürfnisse vor Ort zu erkennen.
Nach einer knapp zweistündigen harmonischen und konstruktiven Diskussion gab es noch einen gemütlichen Ausklang zu Bratwurst und Getränken, bei denen die Landratskandidatinnen und -Kandidaten noch mit einigen Landwirten ins persönliche Gespräch kamen.
Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Dieter Hagedorn freute sich über den guten Austausch und erklärte, dass er einer Zusammenarbeit mit dem neuen Landrat oder der neuen Landrätin positiv gegenüberstehe, ganz gleich wer den Posten ab November besetzt.