Ernte | 15. September 2026

Gesamtbilanz zur Erntesaison im Kreis Lippe 2026

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Dürreperioden sorgen für Ertargsausfälle

Lippe Die Erntesaison 2026 befindet sich in den letzten Zügen. Während das Getreide (Gerste, Weizen, Roggen und Triticale) bereits seit einigen Wochen abgeerntet ist, findet im Kreis Lippe aktuell noch die Kartoffel-, Mais- und Zuckerrübenernte statt. Dabei machen sich über die gesamte Erntesaison die Auswirkungen des trockenen Hitzesommers bemerkbar.

„Durch die langen Trocken- und Hitzephasen diesen Sommer haben wir im Kreis Lippe im Schnitt etwa 20% Ertragsausfälle. Jeder Tag über 27 Grad kostet uns Erträge und davon hatten wir in diesem Jahr deutlich mehr als in den meisten anderen Jahren. Die fehlenden Niederschlagsmengen verstärken diesen Umstand noch. Wir sind trotzdem dankbar, denn im Vergleich zu vielen anderen Regionen zum Beispiel in Süddeutschland oder im europäischen Ausland stehen wir noch gut da.“ sagt Dieter Hagedorn, Vorsitzender des WLV-Kreisverbandes Lippe.

Doch nicht nur die Ertragsausfälle machen den lippischen Landwirten Sorgen. Die stark gestiegenen Energiepreise treiben in der Landwirtschaft nicht nur die Dieselpreise in die Höhe. Auch alle anderen Betriebsmittel wie Handelsdünger sowie Transportaufschläge kosten die Landwirte immer mehr Geld.

Dem entgegen steht ein unerklärlich schlechtes Preisniveau über alle agrarischen Produkte vom Korn bis zum Schlachtschwein mit Ausnahme des Rapses, da er sich über die Verwendung als Biodiesel am Kraftstoffmarkt anlehnt.

„Wenn wir in unserer regionalen Landwirtschaft weiterhin eine Lebensmittelsicherheit garantieren sollen, brauchen wir keine Finanzspritzen oder anderweitigen Stützen, sondern Preise oberhalb der Herstellungskosten. Nur so können wir langfristig wirtschaften und unsere Betriebe vor Ort erhalten. Agrarprodukte sollten kein Spekulationsobjekt sein, sondern eine verlässliche Lebensgrundlage bieten - sowohl für den Erzeuger als auch den Verbraucher. In der Wertschöpfungskette sind wir Landwirte nur noch mit 20% beteiligt, das heißt bei einem Verbraucher-Kilopreis für Schweinefleisch von 7 Euro bekommen wir 1,40€. Das ist zu wenig und aus unserer Sicht nicht gerechtfertigt.“ sagt Dieter Hagedorn.

Weiterhin fügt er hinzu: „Wir Landwirte arbeiten gerne in Deutschland und sind stolz auf die erreichten Qualitäten unserer Produkte. Wir werden auch weiterhin unsere Kulturlandschaft bewirtschaften und für hohe Qualität einstehen. Aber: Was nützt uns Erntedank, wenn die Ernte und die daraus erstellten Produkte nicht wertgeschätzt werden?“