Bauern auf dem Acker: Herbstwetter begünstigt Feldbestellung

Aktueller Stand der herbstlichen Ernte und Aussaat
„Die Bedingungen für die Feldarbeiten sind gut“, berichtet Joachim Schmedt, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Minden-Lübbecke. „Die Erntearbeiten werden bald abgeschlossen und der sehnlichst erwartete Regen hat das im Herbst ausgesäte Getreide sprießen lassen.“
Die Wintergerste ist bereits gut aufgelaufen. „Dazu hat der Regen beigetragen, der ausreichende Feuchtigkeit für die Keimung in den Boden gebracht hat“, erläutert der Vorsitzende.
Derzeit sind die Bauern mit der Aussaat von Weizen beschäftigt. Weizen wird in der Fruchtfolge in der Regel nach einer Blattfrucht wie Kartoffeln, Mais oder Zuckerrüben angebaut. Dort wo diese Früchte geerntet wurden, säen die Landwirte den Weizen aus. „Auf den Flächen, auf denen noch Mais oder Rüben stehen, erfolgt die Aussaat im Anschluss", sagt der Vorsitzende. Die Landwirte hoffen hier weiterhin auf gutes Wetter, damit die Rüben- und Maisernte sowie das Bestellen der Äcker weitergehen kann.
Wie sieht es mit der Ernte der herbstliche Ackerfrüchte aus?
Die Kartoffeln sind fast vollständig aus dem Boden. Die Ernte fällt hier deutlich geringer aus als im vergangenen Jahr. „So hat vor allem die Trockenheit und Hitze während der Vegetationszeit den Beständen zugesetzt“, erklärt Schmedt.
Mais sehr unterschiedlich
Beim Mais hängt der Erntezeitpunkt vom Ernteverfahren ab, so ist die Silomaisernte abgeschlossen, Körnermais jedoch wird noch geerntet. Die Maisernte hat in diesem Jahr vergleichsweise früh begonnen. Hitze und Trockenheit hätten die Entwicklung beschleunigt, gleichzeitig sei die Bandbreite von Ertrag und Qualität besonders groß. Schmedt: „Gerade auf trockeneren Standorten sind die Ertragseinbußen beträchtlich.“
Darüber hinaus läuft die Ernte der Zuckerrüben. Diese zieht sich noch durch den gesamten Herbst. Der Transport der Zuckerrüben zur Zuckerfabrik und die Rübenverarbeitung dauert dann noch an bis Ende Januar.
Das Rübenjahr startete unter guten Bedingungen. Die Aussaat erfolgte im üblichen Zeitrahmen und bis Ende Juni entwickelten sich die Bestände gut. Danach machten sich auch hier hohe Temperaturen und fehlende Niederschläge bemerkbar. Die Rübenbauern rechnen mit einer durchschnittlichen Ernte.
Hohe Kosten - unzureichende Erlöse
Unabhängig vom Verlauf der Ernte stehen die Bauernfamilien weiterhin unter wirtschaftlichem Druck. Hohe Kosten für Energie, Diesel, Dünger und andere Ausgaben treffen auf unzureichende Erlöse.
Blick in den Stall: Lage der Schweinehalter ruinös
Gleichzeitig bleibt die Lage in der Tierhaltung angespannt. Insbesondere ist die wirtschaftliche Situation der Schweinehalter dramatisch: „Wir haben ein Preisniveau, das für die heimischen Schweinehalter mehr als ruinös ist“, untermauert Schmedt Bei der Milch hat sich die Situation nach einem schwierigen ersten Halbjahr zuletzt wieder etwas verbessert.

