Landwirte im Mühlenkreis mit Frühjahrsarbeiten im Zeitplan

Steigende Mineraldüngerpreise durch Irankrieg machen organischen Dünger wie Mist und Gülle von heimischen Höfen noch wertvoller
Mit den Frühjahrsarbeiten liegen wir Bauern in diesem Jahr gut in der Zeit“, erklärt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Minden-Lübbecke Joachim Schmedt. Mit den ersten Düngerarbeiten konnte auf vielen Flächen Anfang März begonnen werden. Die dann insgesamt günstige Witterung in den weiteren Wochen ließ die Bauern die anstehenden Feldarbeiten und die Grünlandpflege zügig erledigen.
Ackerkulturen gut durch den Winter gekommen
Weiter zieht der Vorsitzende Zwischenbilanz: Das Wintergetreide und der Winterraps, im Herbst von den Landwirten ausgesät, stehen gut. Hier verlief die Entwicklung weitgehend normal. „Frostschäden oder Ausfälle sind nicht zu verzeichnen“, berichtet Schmedt, „da die Pflanzen während der Frostphase größtenteils durch eine schützende Schneedecke bedeckt waren.“
Sommergetreide und Ackerbohnen gesät
Die Böden waren zunächst nach dem Schnee im Februar noch nass und damit nicht befahrbar. Doch das Märzwetter ließ die Bauern dann gut vorankommen. In den vergangenen Wochen konnten sie das Sommergetreide wie Hafer, Sommerweizen oder Sommergerste und Ackerbohnen säen. Auch die Vorbereitungen der Äcker für Kartoffeln, Zuckerrüben sowie Mais sind schon gut fortgeschritten. Nun folgen weitere Arbeiten. So kommen Kartoffeln und Zuckerrüben Ende März/Anfang April in den Boden und der Mais Ende April/Anfang Mai,“ so Schmedt und erläutert: „Für eine gute Entwicklung der Pflanzen und somit eine gute Ernte sind dann mäßig steigende Temperaturen und regelmäßige Niederschläge wichtig.“
Pflegearbeiten bei Wiesen und Weiden
Die Landwirte haben die Märzwochen außerdem genutzt, um auf Wiesen und Weiden neben der Düngung, die Pflegearbeiten zu erledigen, so der Vorsitzende. „Besonders Erdhaufen, die im Winter Maulwürfe oder Wühlmäuse aufgeworfen haben, Trittschäden und weitere Unebenheiten müssen im Frühjahr beseitigt werden.“ Dazu fahren die Landwirte mit Wiesenschleppen über das Grünland, verteilen so die Erdhaufen und ebnen die Fläche wieder ein. Das wird auch deshalb gemacht, damit die Erde später, wenn das Gras gemäht wird, das Futter der Tiere nicht verschmutzt.
Was brauchen Pflanzen zum Wachsen?
Pflanzen benötigen für ihr Wachstum neben der Wärme Sonnenlicht, Wasser, Kohlenstoffdioxid, Sauerstoff und Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium und viele weitere sogenannte Spurennährstoffe. Sobald einer dieser Wachstumsfaktoren in nicht ausreichendem Maße vorhanden ist, können Pflanzen nicht richtig wachsen.
Die Nährstoffe erhalten die Pflanzen entweder mit organischem Dünger wie Gülle oder Mist, also den Düngern von den Tieren im Stall, aus anfallenden Substraten von Biogasanlagen oder eigens dazu hergestellten Mineraldüngern.
Schmedt: „Teurer Mineraldünger macht den Wert von Mist und Gülle noch deutlicher.“
Die Folgen des Iran-Krieges sind auch bei den Agrarmärkten spürbar. Gerade mitten in der Frühjahrsbestellung sind die steigenden Preise für Düngemittel, neben den gestiegenen Dieselkosten, eine erhebliche zusätzliche Belastung für die landwirtschaftlichen Betriebe.
Mineraldünger ist teurer, knapper und schwerer kalkulierbar. „Daher wissen wir Landwirte den Wert von organischem Dünger, von Mist und Gülle, noch mehr zu schätzen“, so Schmedt. Sie liefern Nährstoffe aus der Region, vom eigenen Hof, als Nebenprodukt aus der Tierhaltung und machen die hiesigen Betriebe unabhängiger. „Gerade in diesen Zeiten zeigt sich noch mehr der große Vorteil unserer Nährstoffkreisläufe in der Landwirtschaft“, betont der Vorsitzende. Organische Dünger sind nicht nur pflanzenbaulich wichtig, sondern auch ein echter Stabilitätsfaktor. Sie sichern Versorgung, stärken die Wirtschaftlichkeit und machen die Landwirtschaft krisenfester. Und sie geben unseren Böden langfristig Fruchtbarkeit und dienen dem Humusaufbau.