Oliver Krischer im Grünen Zentrum | 21. April 2026

Meilenstein für das Modellprojekt Bastauniederung

(v.l.): Bürgermeister Peter Kock, Stadt Minden Dieter Rosenbohm, 1. Vorsitzende der Biologischen Station Martina Vortherms, Leiterin Umweltamt des Kreises Minden-Lübbecke Peter Wansing, Verbandsvorsteher Wasserverband Weserniederung Dr. Ute Röder, Vorstandsmitglied NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege Bürgermeister Andreas Waßmann, Gemeinde Hille NRW-Umweltminister Oliver Krischer Frederik Köhler, Hauptdezernent Natur- und Landschaftsschutz, Fischerei bei der Bezirksregierung Detmold Ali Doğan, Landrat Kreis Minden-Lübbecke Joachim Schmedt, Kreisvorsitzender des WLV Minden-Lübbecke Hubertus Beringmeier, Präsident Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband Karl Werring, Präsident Landwirtschaftskammer NRW
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NRW-Umweltminister Oliver Krischer und alle Beteiligten haben eine Kooperationsvereinbarung zur Wiedervernässung der Bastauwiesen unterzeichnet

Es war ein ganz besonderer Termin im Grünen Zentrum der Landwirtschaft in Lübbecke. Hoher Besuch hatte sich am Donnerstag, 16.4.2026 in der Geschäftsstelle des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Minden-Lübbecke eingefunden: NRW-Umweltminister Oliver Krischer, Vertreter der Bezirksregierung, des Wasserverbandes Weserniederung, der Biologischen Station Minden-Lübbecke, der Städte Minden und Lübbecke, der Gemeinde Hille und des Kreis Minden-Lübbecke, der NRW-Stiftung, der Landwirtschaftskammer NRW sowie des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes. Im Grünen Zentrum haben sie eine Kooperationsvereinbarung unterschrieben. Der Inhalt: „Für die Wiedervernässung der Bastauwiesen wollen wir alle zusammenzuarbeiten“, so der Kreisverbandsvorsitzende Joachim Schmedt. Die Beteiligten sprechen von einem Meilenstein für das Modellprojekt Bastauniederung.

 Planungssicherheit für die Landwirte

 Die Vertreter sind sich einig: Während vor Jahrzehnten Moore entwässert wurden, um Ackerland zu schaffen, um so zur Versorgung der Menschen beizutragen – zeigt sich heute immer deutlicher, welchen Wert Moore für den Umwelt-, Natur- und Klimaschutz haben. Daher ist die Kooperationsvereinbarung nun ein wichtiger Schritt für die Wiedervernässung der Bastauwiesen.

 „Unser Ziel dabei, Klima- und Naturschutz mit einer tragfähigen Perspektive für unsere landwirtschaftlichen Betriebe zu verbinden“, so Landwirt Schmedt, „also Naturschutz durch Kooperation.“ Auf dieser Basis sollen weiterhin individuelle Lösungen für die betroffenen Landwirte gefunden werden, etwa durch Flächentausch, Verkauf oder andere Vereinbarungen.

 NRW-Umweltminister Oliver Krischer unterstreicht hier mit den Worten: „Naturschutz gelingt nur gemeinsam. In der Bastauniederung schlagen wir heute ein neues Kapitel auf: Wir sorgen dafür, dass Natur und Klima besser geschützt werden, indem wir trockengelegte Moore wieder vernässen. Gleichzeitig geben wir unseren Landwirten Planungssicherheit für die Zukunft.“

 Wegweisendes Projekt für NRW mit Vorbildcharakter

 Auch die NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen stellt in einer schriftlichen Mitteilung (da sie aus wichtigen Gründen verhindert ist) den Schulterschluss heraus. Sie bekräftigt: Die Bastauwiesen seien ein wegweisendes Projekt für NRW. Denn es habe Vorbildcharakter in seinem partnerschaftlichen Vorgehen mit der Landwirtschaft. Sie gibt außerdem zu verstehen, dass die großflächige Wiedervernässung eine enorme Herausforderung sei – finanziell, technisch und auch in den Köpfen der Menschen, die hier leben und wirtschaften. Deshalb sei es so wichtig gewesen, alle Beteiligten mitzunehmen. Das sei hier gelungen. Zudem beschreibt Landrat Ali Doğan die Vorbildwirkung und das für andere Regionen in ganz Deutschlands. „Dank des Willens aller Beteiligten haben wir hier aus unterschiedlichen Standpunkten eine Chance für neue Lösungen gemacht.“

 Den Flächen der Bastauwiesen kommt eine ganz besondere Bedeutung zu

 Eine so große, zusammenhängende Niedermoorfläche hier im Mühlenkreis ist in NRW einzigartig. Mit der Vereinbarung kann nun gemeinsam eine großräumige Wiedervernässung realisiert werden. Warum ist das wichtig: Dadurch kann eine weitere Zersetzung der Moorschichten aufgehalten werden. Zudem gewährleistet eine Wiedervernässung, dass das Moor ein großer CO2-Speicher bleibe. „Es heißt 'Moor muss nass' sein, dieser Anspruch erfordert das Zusammenspiel aller Interessengruppen“, schildert Minister Krischer.

 Augenhöhe, fairer Umgang, Offenheit und Transparenz waren die Grundlage

Der Kooperationsvereinbarung vorangegangen war ein Moderationsprozess mit den relevanten gesellschaftlichen Gruppen, insbesondere des Naturschutzes und der Landwirtschaft. Augenhöhe, ein fairer Umgang mit allen Beteiligten, Offenheit und Transparenz waren die Grundlage, auf der die Beteiligten - auch mit anfangs gegensätzliche Interessen -miteinander verhandelt haben. Es wurde ein Leitbild erarbeitet, das den breiten regionalen Konsens für eine klimaangepasste und wirtschaftlich tragfähige Entwicklung darstellt.

 Bauernpräsident Hubertus Beringmeier bringt es auf den Punkt: Dieses Vorgehen zeigt anschaulich, was möglich ist, wenn Landwirtschaft, Politik und Naturschutz an einem Strang ziehen. Mit der Vereinbarung haben wir die Grundlage für eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, die ökologische Ziele ebenso ernst nimmt, wie die Belange unserer Bauernfamilien.“

 Erläuterungen zum Modellprojekt Bastauniederung:

 NRW-Stiftung:

Die NRW-Stiftung erwirbt seit vier Jahrzehnten immer wieder Flächen in der Bastauniederung und hat bereits rund 250 Hektar in ihrem Eigentum. Durch den Erwerb weiterer Flächen soll Bewirtschaftung und Pflege dauerhaft sichergestellt werden, die auf dem Naturschutz ausgerichtet ist.

 Die Biologische Station Minden-Lübbecke:

 Die Biologische Station Minden-Lübbecke betreut das Naturschutzgebiet Bastauwiesen seit Jahrzehnten. In diesem Zuge wurden in drei Kernbereichen auf insgesamt 250 ha auch Maßnahmen zur Anhebung des Grundwasserstandes umgesetzt. Dabei hat sich gezeigt, dass eine großräumigere Betrachtung der Moorniederung notwendig ist, um die noch vorhandenen Moorböden für den Klimaschutz aber auch als Lebensraum bedrohter Tier- und Pflanzenarten, zu erhalten.

 

WLV Bild
(v.l.): Dr. Ute Röder, Dezernent Matthäus Schmidt, NRW-Umweltminister Oliver Krischer, Almuth McLeod (Geologischer Dienst NRW)
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(v.l.): Bürgermeister Peter Kock, Stadt Minden Dieter Rosenbohm, 1. Vorsitzende der Biologischen Station Martina Vortherms, Leiterin Umweltamt des Kreises Minden-Lübbecke Peter Wansing, Verbandsvorsteher Wasserverband Weserniederung Dr. Ute Röder, Vorstandsmitglied NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege Bürgermeister Andreas Waßmann, Gemeinde Hille NRW-Umweltminister Oliver Krischer Frederik Köhler, Hauptdezernent Natur- und Landschaftsschutz, Fischerei bei der Bezirksregierung Detmold Ali Doğan, Landrat Kreis Minden-Lübbecke Joachim Schmedt, Kreisvorsitzender des WLV Minden-Lübbecke Hubertus Beringmeier, Präsident Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband Karl Werring, Präsident Landwirtschaftskammer NRW