Nationalpark Bürgerbeteilung nutzen | 10. Juni 2026

Die Frage nach dem „Warum“ beantwortet sonst niemand

Gepflegte Kulturlandschaft in Wittgenstein

Land- und Forstwirtschaft nimmt an Expertenrunde teil

Im Kreis Siegen-Wittgenstein wird bekanntlich erneut die Ausweisung eines Nationalparks in Erwägung gezogen. Die Beweggründe dafür erläutert Landrat Andreas Müller auf der Internetseite des Kreises: https://www.siegen-wittgenstein.de/index.php?&object=tx,3417.5&ModID=255&FID=3415.14364.1&kuo=1&call=0&sfkat=0&sfmonat=0&sfjahr=0&k_sub=0&La=1

Kehrtwende des Landrats

Mit seiner Haltung hat Landrat Andreas Müller eine Kehrtwende vollzogen. Von seiner ablehnenden Meinung ist nichts mehr zu spüren. Vor zwei Jahren war er noch ein entschiedener Gegner eines Nationalparks, damals war ihm der Entscheidungszeitraum zu knapp. Nun sollen plötzlich nach Vorstellung des Landrats in ähnlich kurzer Zeit Expertengruppen eine Entscheidung des Kreistags vorbreiten.

WLV und WBV in Expertenrunde vertreten

Jetzt haben die ersten „Expertenrunden“ zum Thema Nationalpark stattgefunden. Der WLV und WBV sind in der „Expertenrunde Gebietsmanagement“ durch Andree Georg vom Waldbauernverband und Stephan Ludewig vom Landwirtschaftliches Kreisverband vertreten. Die Expertenrunde ist eine von fünf, welche an eine Steuerungsgruppe "berichtet". Die Aufgabe der Expertenrunde ist es nicht Meinungen zu bilden, sondern lediglich aufkommende Fragen zu beantworten und weitere Fragen zu stellen.

Unbedingt Fragen an den Kreis stellen

Geschäftsführer Ludewig: „Es ist daher essentiell, dass aus der Bevölkerung und insbesondere aus unserer Mitgliedschaft Fragen gestellt werden.“ Bis zum vergangenen Mittwoch waren innerhalb von einem Monat wenige Mails mit Fragen beim Kreis eingegangen.

Naturschutzfachlicher Nutzen bleibt fraglich

Kreisverbandsvorsitzender Henner Braach ergänzt: „Wir sollten als Land- und Forstwirtschaft unbedingt die „Bürgerbeteiligung“ nutzen, denn der Zeitplan seitens des Landrats ist sehr eng getaktet. Expertenrunden treffen sich bis maximal Mitte August und schon Mitte September soll die Entscheidung im Kreistag fallen. Um das Thema Nationalpark noch abzuwenden, ist es erforderlich, den Kreistagsmitgliedern die wirtschaftlichen Einschnitte aufzuzeigen und den naturschutzfachlichen Nutzen eines Nationalparks zu hinterfragen.“ Und weiter: „Es wäre gut, wenn sich nicht nur Mitglieder aus der betroffenen Region melden, sondern möglichst viele Land- und Forstwirte aus dem ganzen Kreisgebiet.“

Hierhin schreiben:

Die Fragen sind zu richten an die Email-Adresse nationalpark@siegen-wittgenstein.de

Zudem sollte man seine ablehnende Haltung auch gegenüber Organisationen wie der Kreisjägerschaft platzieren. Andree Georg vom Waldbauernverband: „Nur gemeinsam werden wir das Thema noch abwenden können.“

WLV und WBV: „Nationalpark heißt Stillstand“

Dabei steht nach wie vor die Frage des „Warum“ im Mittelpunkt, die wir als Landbewirtschafter unbedingt stellen müssen. Schließlich zeichnet sich der Kreis Siegen-Wittgenstein durch gelebten Naturschutz aus, was sich allein schon an dem Miteinander von Land- und Forstwirtschaft und Biologischer Station ablesen lässt.

Nebulös sind auch die naturschutzfachlichen Ziele in dem mit nur 4.300 Hektar großen Gebiet, auch danach könnte man den Kreis durchaus fragen.

!! Bringen Sie sich ein, stellen Sie Fragen und zeigen Sie damit, dass die Land- und Forstwirtschaft sich einig ist: „Wir brauchen keinen Nationalpark, weil dieser Stillstand bedeutet und kein Fortschritt ist.“