Minister Rainer im Münsterland | 19. Mai 2026

Diskussion im Stall auf Augenhöhe

WLV Bild
Angeregte Diskussion mit den Landwirten: Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (re.) und Vizepräsident Michael Uckelmann

Rainer: „Wir müssen die landwirtschaftliche Nutztierhaltung unbedingt in Deutschland behalten.“

Ein ermutigendes „Ja“ zur Zukunft der landwirtschaftlichen Familienbetriebe in der Region hat Bundeslandwirtschaftsminister Rainer jetzt in den Kreis Steinfurt mitgebracht, und hatte gute Botschaften im Gepäck. Die WLV-Kreisverbände Steinfurt und Borken empfingen am 30. April den Bundespolitiker zu einem Ortstermin auf dem Sauenbetrieb von Thomas und Sandra Ostendorf in Ochtrup. Den Kontakt zum Landwirtschaftsministerium hatte Jens Spahn (CDU, MdB) hergestellt. Wie Minister Rainer freute Spahn sich über das große Interesse an der Veranstaltung in seinem Heimatwahlkreis. Mehr als 200 Landwirtinnen und Landwirte, Vertreter des vor- und nachgelagerten Bereichs sowie Politiker aus Bund, Land und Kreis wollten sich das persönliche Treffen mit dem Bundeslandwirtschaftsminister nicht entgehen lassen.

Vor der öffentlichen Podiumsdiskussion gings für den Minister in Begleitung von WLV-Vizepräsident Michael Uckelmann sowie Markus Weiß (Kreisverbandsvorsitzender KV Borken) und Albert Rohlmann (Kreisverbandsvorsitzender KV Steinfurt) gemeinsam mit Familie Ostendorf in den Sauenstall. „Gerade im Stall haben wir erlebt, dass wir mit dem Bundesminister auf Augenhöhe sprechen konnten“, waren sich Uckelmann, Rohlmann und Weiß einig. „Wir konnten unsere Vorstellungen und Forderungen gut platzieren.“ Wie am Beispiel des Hofes Ostendorf deutlich werde, würden Um- und Neubau von Deckzentrum und Abferkelbereich jeden einzelnen Sauenhalter dazu zwingen, seine gesamte Betriebsstruktur neu auszurichten. „Der Ferkelerzeugung stehen dadurch erhebliche finanzielle Aufwendungen bevor, die aufgrund der Änderung der Tierschutznutztierhaltungsverordnung umgesetzt werden müssen, ohne dass sie sich über höhere Erlöse am Markt ausgleichen lassen“, so die WLV-Vertreter. „Mir liegt daran, direkt mit den Leuten zu sprechen“, betonte auch der Bundeslandwirtschaftsminister.

„Ich weiß um die Situation in der Landwirtschaft. Mir ist es wichtig, dass wir nicht jammern, sondern anpacken“, so der Politiker. Und anpacken will er, das machte Rainer in seinem Eingangsstatement auf dem Hof Ostendorf deutlich. „Wir müssen die landwirtschaftliche Nutztierhaltung unbedingt in Deutschland behalten.“

In der regen Diskussion brachten die anwesenden Sauenhalter die besonderen Herausforderungen zur Sprache, vor denen sie derzeit stehen mit Blick auf das Bundesprogramm zum Umbau der Tierhaltung (BUT). Wird das Fördergeld für alle Antragsteller reichen, die sich zu einem Umbau entschlossen haben? „Noch bis Ende August können Anträge eingereicht werden und alle positiven Bescheide werden auch finanziert“, versprach Rainer. Dafür habe er weitere Finanzierungsmöglichkeiten erhalten. Diese Nachricht quittierten die Anwesenden mit Applaus.

Wie steht der Bundeslandwirtschaftsminister zu einem eigenen Bundesförderprogramm speziell für die Sauenhaltung? „Auch das ist machbar“, so Rainer. „Wir brauchen ein Programm, dass nicht nur vier oder fünf Jahre funktioniert, sondern mindestens zehn Jahre, damit wir bei der Investition auch ein Stück Sicherheit haben“, erklärte der Bundesminister und lobte das Positionspapier zu einem nationalen Sonderprogramm Sauenhaltung, das der Deutsche Bauernverband, der Deutsche Raiffeisenverband, der Bundesverband Rind und Schwein sowie die ISN gemeinsam auf den Weg gebracht haben. „Das ist ein gutes Papier mit vernünftigen Forderungen. Damit kann ich arbeiten. Das ist machbar“, betonte der Minister und wollte den Hof im Kreis Steinfurt nicht verlassen, ohne auch den anwesenden jungen Leuten Mut zu machen. Landwirtschaft habe sich immer Veränderungen gestellt und werde auch die aktuellen Herausforderungen meistern.

Alois Rainer: „Ich kann der nächsten Generation Hoffnungen machen: die jungen Landwirte und Landwirtinnen sollen stärker gefördert werden. Wir wollen gute Leitplanken schaffen, aber das viele Klein-Klein, die Bürokratie dazwischen, zurückfahren."

Für den Kreisverband Steinfurt zog Albert Rohlmann das Fazit: "Bundesminister Rainer hat den politischen Handlungsbedarf für unsere Sauenhaltung erkannt und heute zugesagt. Für die Zukunft muss jedoch gelten, dass weitere nationale Goldstandards im Europäischen Markt nicht leistbar sind."

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