Erntedank | 2. Oktober 2026

Erntekrone schmückt das Kreishaus

Bildautor: WLV Eine prächtig geschmückte Gabenkrone ist wieder im Kreishaus Gütersloh zu sehen: Anlässlich des Erntedankfestes überreichten Vertreterinnen und Vertreter der heimischen Landwirtschaft in einer Feierstunde am Donnerstag (1.10.2026) im Foyer des Kreishauses die gebundene Schmuckkrone an die stellvertretende Landrätin Dr. Christine Disselkamp, hier 1. Reihe von links Christine Heuckmann, Karin Wortmann, Ulrike Plugge, Irmgard Hollenbeck, Dr. Christine Disselkamp, Verena Freyda (2. Reihe von links), Gregor Brameyer, Patrick Witte, Jörg Düfelsiek und Frank Schürmann
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Erntejahr von Hitze und Trockenheit geprägt

Gütersloh /WLV (Re) Eine prächtig geschmückte Gabenkrone ist wieder im Kreishaus Gütersloh zu sehen: Anlässlich des Erntedankfestes überreichten Vertreterinnen und Vertreter der heimischen Landwirtschaft in einer Feierstunde am Donnerstag (1.10.2026) im Foyer des Kreishauses die gebundene Schmuckkrone an die stellvertretende Landrätin Dr. Christine Disselkamp.

Der Ortslandfrauenverband Rheda, mit der Vorsitzenden Ulrike Plugge und der Ortslandfrauenverband Wiedenbrück-Lintel, mit der Vorsitzenden Karin Wortmann sowie der Landwirtschaftliche Ortsverband Rheda-Wiedenbrück, mit dem Vorsitzenden Patrick Witte, waren in diesem Jahr verantwortlich: Sie haben die diesjährige Erntekrone gebunden und das Foyer des Kreishauses festlich dekoriert. Feierlich untermalt wurde der Abend von dem Bläserkorps Hubertus Wiedenbrück

Die stellvertretende Landrätin Dr. Christine Disselkamp bedankte sich für die schmucke Erntekrone und die gute Zusammenarbeit. Es sei eine schöne Tradition und sie sprach ihre Anerkennung für die heimische Landwirtschaft aus. Die Erntekrone erinnere daran, wie wichtig die Landwirtinnen und Landwirte für den Kreis und die tägliche Versorgung seien. „Sie ist ein Zeichen des Dankes für die Ernte und ein Zeichen der Wertschätzung für die Menschen, für ihre Arbeit“, betont Dr. Disselkamp.

Ernte mit sehr großer Streuung

Die Übergabe der Krone stand für den grünen Berufszweig ganz im Zeichen des Dankes für die diesjährige Ernte. „Das Wetter zeigte wieder einmal, dass die Folgen des Klimawandels für uns Landwirte unmittelbar spürbar sind“, beschreibt Brameyer. „Wir blicken auf eine unterdurchschnittliche Ernte.“ Vor allem die außergewöhnlich hohen Temperaturen und fehlender Regen hätten den Kulturen zugesetzt. Außerdem führte Hagel in einigen Regionen zu Ernteverlusten. Dabei zeigte sich bei den Ernteergebnissen ein sehr unterschiedliches Bild. Bodenqualität, Wasserhaltevermögen und die jeweilige lokale Witterung entschieden in diesem Jahr besonders stark über Ertrag und Qualität. Auch die Herbstkulturen litten deutlich unter der Trockenheit, besonders der Mais und die Kartoffeln, aber auch die Zuckerrüben. „Die Streuung ist gerade in diesem Jahr sehr groß“, schildert Brameyer.

Klimaschutz und Klimaanpassung zusammen denken

Kreislandwirt Jörg Düfelsiek betonte in seiner Rede die zunehmende Bedeutung der Anpassung an den Klimawandel. „Uns Landwirten ist der Klimaschutz ein außerordentlich wichtiges Anliegen, denn wir arbeiten in und mit der Natur“, unterstreicht der Kreislandwirt. „Deshalb entwickeln wir unsere Bewirtschaftung stetig weiter und versuchen, unsere Höfe auf die veränderten klimatischen Bedingungen einzustellen.“ Dazu gehöre: Ressourcen noch effizienter einzusetzen, unsere Böden zu schützen und ihre Fähigkeit zu stärken, Wasser zu speichern. Vielfältige Fruchtfolgen, Zwischenfrüchte, der Aufbau und Erhalt von Humus sowie angepasste Sorten und Anbauverfahren seien hier wichtige Bausteine.“ „Wir denken Klimaschutz und Klimaanpassung zusammen“, erläutert der Kreislandwirt. „Wir wollen unsere Böden, unsere Kulturlandschaft und unsere Produktionsgrundlagen für die kommenden Generationen erhalten.“ Landwirtschaft sei hier Teil der Lösung beim Klima-, Umwelt- und Artenschutz.“

Sind die Kühe Klimasünder?

Am Abend nahm der Kreislandwirt auch das häufig diskutierte Thema der Klimawirkung von Rindern und Kühen in den Blick. Er verwies dabei auf aktuelle Feststellungen im Weltklimabericht: Die bislang zugrunde gelegten Methanemissionen seien mit dem Faktor vier zu hoch angesetzt worden und damit nach heutigen Erkenntnissen deutlich niedriger einzustufen. Düfelsiek ordnete die Klimawirkung der Rinder auf Grundlage der aktuellen Erkenntnisse ein. Er stellte zudem anhand aktueller Daten die Landwirtschaft im Kreis Gütersloh und ihre Bedeutung für die Region vor.

Internationales Jahr der Frauen in der Landwirtschaft

Christiane Heuckmann, Vorsitzende der Kreislandfrauenverbandes Gütersloh, stellte insbesondere die Rolle der Frauen auf den Höfen in den Mittelpunkt. Denn das Jahr 2026 ist von den Vereinten Nationen (UN) als „Internationales Jahr der Frauen in der Landwirtschaft (International Year of the Woman Farmer)“ ausgerufen worden. Dieses Jahr rückt die Leistungen und Situationen von Frauen in der Landwirtschaft weltweit stärker in den Fokus. „Erntedank bedeutet daher für uns auch, Danke zu sagen für die Frauen, die unsere Höfe, Familien und ländlichen Räume mittragen und gestalten“, so Heuckmann. Frauen seien längst nicht mehr nur Unterstützerinnen, sondern Unternehmerinnen, Betriebsleiterinnen, Fachfrauen und Gestalterinnen. „Sie übernehmen Verantwortung und entwickeln neue Ideen für die Zukunft“, formuliert die Landfrauenvorsitzende. Zugleich verwies sie auf die Belastungen durch die Sorge um das Einkommen sowie den Spagat zwischen Familie, Haushalt und Betrieb.

 „Gerade angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten, des Klimawandels und gesellschaftlicher Veränderungen brauchen wir starke Frauen, gute Netzwerke, Weiterbildung und Perspektiven für die jungen Frauen in der Landwirtschaft“, betonte Heuckmann und fasst zusammen: „Der heutige Tag, das Erntedankfest, soll uns daran erinnern, wie wertvoll Gemeinschaft, Zusammenhalt und gegenseitige Wertschätzung sind.“

 Verlässliche Rahmenbedingungen für die Zukunft heimischer Bauernfamilien

 „Gerade in Zeiten von tiefgreifenden Veränderungen mit Krisen, Kriegen, Konflikten und wachsenden Anforderungen verdeutlicht die Erntekrone, welch wichtigen Beitrag die Bauernfamilien für unsere Gesellschaft und die Sicherung unserer Lebensgrundlagen leisten“, so Brameyer abschließend: Zugleich mache sie den Stellenwert der Landwirtschaft für den Kreis deutlich und wie wichtig damit verlässliche Rahmenbedingungen für ihre Zukunft seien.