Vorsitzender Dedert fordert mehr Schutz für Acker und Grünland

Starke Landwirtschaft für sichere Ernährung
Herford-Bielefeld/WLV (Re) Eine neue Kampagne zum Thema „Ernährungssicherung“, die Neuaufstellung des Landschaftsplans für den Kreis Herford und der zunehmender Flächenverbrauch waren die Themen des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld am Montag (11.5.2026) auf dem Betrieb von Jan-Wilhelm Wetehof in Herford. Der Kreisverbandsvorsitzende Hermann Dedert warnt hier vor weiteren Flächenverlusten für die hiesige Landwirtschaft im Kreis Herford und der Stadt Bielefeld.
„Starke Landwirtschaft für sichere Ernährung“
Doch zunächst von Anfang an: „Mit unserer neuen Initiative "Ernährungsschutzgebiet" möchten wir aufzeigen, welche zentrale Bedeutung die heimische Landwirtschaft für eine sichere Versorgung mit Lebensmitteln gerade in diesen fragilen Zeiten hat“, schildert Dedert: „Die vielen Konflikte auf der Welt und die daraus resultierenden Engpässe bei vielen Produkten zeigen uns, wie wichtig die Versorgungssicherheit mit regionalen landwirtschaftlichen Erzeugnissen in zuverlässiger, kontrollierter Qualität ist.“
Ernährungssicherheit sei kein Selbstläufer und gleichzeitig sei sie ein Garant für politische und gesellschaftliche Stabilität. „Wir ernähren die Demokratie“, bringt es der Vorsitzende auf den Punkt. Es werde viel über Sicherheit - äußere Sicherheit und innere Sicherheit - geredet, doch die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln sei ebenso wichtig. Man dürfe sich nicht von Importen aus dem Ausland abhängig machen und das noch in fragwürdiger Qualität.
Kampagne mit sieben Motive und 400 Schilder
Im Rahmen der neuen Kampagne werden insgesamt sieben Motive und 400 Schilder demnächst im Kreis Herford und der Stadt Bielefeld an verschiedenen landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide, Kartoffeln, Raps, Zuckerrüben und an Wiesen und Weiden zu sehen sein. Die Schilder stellen die Vielfalt der heimischen Landwirtschaft dar. Diese Vielfalt gelte es zu erhalten, so Dedert, und zwar auch durch den Schutz landwirtschaftlicher Fläche. Die Bauern in Herford und Bielefeld gestalten seit Generationen mit ihrer Bearbeitung der Felder und Wiesen die abwechslungsreiche Kulturlandschaft. Das wollen sie auch in Zukunft tun.
Flächenfraß
Neben der Kampagne stand als zentrales Thema der zunehmende Flächenverbrauch im Mittelpunkt. Der Berufsstand warnt vor eine wachsende Gefahr für die regionale Lebensmittelproduktion. „Jedes Jahr gehen wertvolle Flächen für Ackerbau und Grünland verloren – durch neue Wohn- und Gewerbegebiete, Straßen und Schienenwege sowie Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen“, argumentiert Dedert. So schrumpfte im Kreis Herford die landwirtschaftliche Fläche in der Zeit von 2015 bis 2024 um insgesamt 541 Hektar (60 Hektar/Jahr). In der Stadt Bielefeld gingen in dem kurzen Zeitraum zwischen 2020 und 2024 487 Hektar (121 Hektar/ Jahr) verloren. Das sei ein erheblicher Verlust für die Landwirtschaft und für die Ernährungssicherung in der Region, betonte der Vorsitzende und macht klar: „Schutz der landwirtschaftlichen Fläche ist Schutz unserer Ernährung.“ Die anwesenden Landwirte appellieren: „Wir brauchen einen bewussteren Umgang mit unserer landwirtschaftlichen Fläche.“ Äcker und Grünland, die einmal versiegelt seien, ließen sich nicht wieder zurückholen.
Landschaftsplanung und Schutzgebietsausweisungen
Ein weiteres wichtiges Thema war der Vorentwurf des Landschaftsplans für den Kreis Herford. „Wir befürchten, dass zusätzliche Bewirtschaftungsauflagen und Schutzgebietsausweisungen zu weiteren Einschränkungen der regionalen Erzeugung führen“, schildert Dedert und beschreibt: Die Erzeugung von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln in ausreichender Menge werde auch hier eingeschränkt. Zudem sprechen die Landwirte von einem Werteverlust der betroffenen Flächen durch eine Ausweisung von Schutzgebieten. Deshalb fordert der Berufsstand: Ernährungssicherheit ist das oberste Gebot der Stunde – jetzt und in Zukunft.
Wetehof kritisiert: „Das ist eine Planung vom Schreibtisch aus über die Köpfe der Betroffenen hinweg!
Jan-Wilhelm Wetehof veranschaulicht anhand seines Betriebes, wie sich der geplante Landschaftsplan bei ihm auswirken würde. So sind die geplanten Änderungen für ihn vor allem beim Grünland schwer nachvollziehbar. „Diese Flächen sind seit Generationen Grünland – aus fachlichen Gründen“, schildert er. „da sie beschattet, hängig, klein strukturiert und deshalb anderweitig eben nicht zu nutzen sind.“ Für ihn stelle sich daher die Frage, warum diese Flächen überhaupt noch zusätzlich überplant werden müssten. Wetehof: „Wovor sollen sie denn eigentlich geschützt werden? Wir als Eigentümer haben diese Flächen über Generationen so erhalten, zu dem gemacht, was sie heute sind. Wir sind als Betrieb darauf ausgerichtet, sie zu pflegen, zu erhalten und auch nutzen zu können.“ Dieser Eingriff in sein Eigentum sei für ihn überzogen und fachlich nicht zu begründen.
Noch kritischer sieht es Wetehof beim Ackerland, auch da seien nun Flächen als „Auen und Sieke“ gekennzeichnet. „Da ist nur Sandboden, kein Wasser, keine Wiese, nichts“, erklärt der Landwirt. Und die Flächen drumherum seien nicht betroffen. „Das ist eine Planung vom Schreibtisch aus über die Köpfe der Betroffenen hinweg!“, kritisiert Landwirt Wetehof.
QR-Code / Schilder:
Kurzlink: https://wlv.de/ernaehrungsschutzgebiet
Infos auf der WLV-Webseite Kreisverband Herford-Bielefeld
Starke Landwirtschaft für sichere Ernährung
Die Initiative "Ernährungsschutzgebiet" zeigt:
Die heimische Landwirtschaft ist unverzichtbar für Versorgung, Wertschöpfung und Zukunft.
Wir Landwirte in Herford und Bielefeld gestalten mit unserer Bearbeitung der Felder und Wiesen unsere abwechslungsreiche Kulturlandschaft seit Generationen. Das wollen wir auch in Zukunft tun.
Denn:
Ohne Äcker und Grünland gibt es keine Erzeugung von hochwertigen regionalen Lebensmitteln und regionaler Energie.
Landwirtschaftliche Flächen dienen mit ihrer Fähigkeit, CO2 zu speichern dem Klimaschutz. Und ein Teil dient auch der besonderen Förderung der Artenvielfalt und Biodiversität besonders durch viele freiwillige Maßnahmen der örtlichen Landwirte.
Die Ernährungssicherheit in unserer Region und besonders auch in Deutschland muss bei allen gesellschaftlichen und politischen Entscheidungen eine zentrale Rolle spielen.
Herrmann Dedert, Kreisverbandsvorsitzender:
„Die vielen Konflikte auf der Welt und die daraus resultierenden Engpässe bei vielen Produkten haben uns gezeigt, wie wichtig auch die Versorgungssicherheit mit regionalen landwirtschaftlichen Erzeugnissen in zuverlässiger kontrollierter Qualität ist.
Die Schilder unserer Kampagne zeigen die Vielfältigkeit unserer heimischen Landwirtschaft. Diese gilt es auch mit einem Schutz der landwirtschaftlichen Fläche zu erhalten.“
Stichwort Flächenverbrauch
Jedes Jahr gehen der Landwirtschaft im Kreis Herford und der Stadt Bielefeld umfangreiche landwirtschaftliche Flächen für den Anbau von Getreide, Kartoffeln, Mais und anderen Pflanzen verloren.
Ursache sind
Flächenverbrauch für Industrie- und Wohngebiete
Infrastrukturmaßnahmen wie den Bau von Straßen- und Schienenwegen
Heranziehung für Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen
Landwirtschaftliche Nutzfläche | |||
2020 | 2024 | Verlust/Jahr | |
Stadt Bielfeld | 8.613 ha | 8.126 ha | 121 ha (169 Fußballfelder) |
Kreis Herford | 25.667 ha | 25.126 ha | 60 ha (84 Fußballfelder) |
Wir Landwirte in Herford und Bielefeld appellieren: Wir brauchen einen bewussteren Umgang mit unserer Landwirtschaftlichen Fläche. Äcker und Grünland, die einmal versiegelt sind, lassen sich nicht wieder zurückholen
Stichwort Landschaftsplanung und Schutzgebietsausweisungen
Durch viele Bewirtschaftungsauflagen und Schutzgebietsausweisungen wird die regionale Erzeugung von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln in ausreichender Menge eingeschränkt.
Die Ausweisung von Schutzgebieten ist immer mit einem Werteverlust der betroffenen Flächen verbunden. Wir brauchen eine Landschaftsplanung, die Werte erhält, die Natur schützt und verantwortungsvoll mit den finanziellen Ressourcen unserer investitionsbereiten jungen Betriebsnachfolger umgeht.
Wir Landwirte in Herford und Bielefeld stehen für einen kooperativen Naturschutz – Die Landwirtschaft als Heger und Pfleger der Natur gemeinsam mit allen Gruppen und Verbänden im ländlichen Raum.



