Zwischenbilanz zur Getreide- und Rapsernte im Kreis Höxter 2026

Niedrige Erzeugerpreise und gemischte Ernteergebnisse erschweren die Lage
Die Getreideernte im Kreis Höxter ist seit einigen Wochen in vollem Gange. Während die Gerste bereits vollständig abgeerntet ist, holen die Landwirte im Kreis Höxter aktuell Wei zen, Roggen und Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen) ein. Auch die Rapsernte ist gestartet.
„Die Ernte im Kreis Höxter ist 2026 sehr heterogen in Ertrag und Qualität“ sagt Antonius Tillmann, Vorsitzender des WLV-Kreisverbandes Höxter. „Je nach Bodenqualitäten und lokalen Niederschlägen schwanken wir zwischen relativ guten und ziemlich schlechten Erträgen“ so Tillmann. Schwankungen in der Qualität und in der Menge des Getreides hängen unter anderem vom Wetter ab und sind bis auf den Umstand, dass die immer mehr werdenden Hitzetage unsere Kulturen schädigen, ganz normal. Die Bodenqualitäten spielen dabei eine wichtige Rolle. Tiefgründige Lössböden können viel mehr Wasser speichern und den Pflanzen zur Verfügung stellen als flachgründige Böden. Im Zeichen der Klimaveränderung steigt die Bedeutung der Bodenqualität deutlich an.
„Gute Ackerböden, so bezeichnen wir tiefgründige Lössböden, dürfen nicht zubetoniert oder anderweitig der Nahrungsmittelherstellung zum Beispiel zur Errichtung einer Frei Flächenfotovoltaik entzogen werden. Damit berauben wir den nachfolgenden Generatio nen die Nahrungsgrundlage. Das darf nicht sein.“ sagt der Kreisverbandsvorsitzende.
Die diesjährige Ernte im Kreis Höxter sticht nicht besonders heraus, sondern bewegt sich bestenfalls im Durchschnitt der letzten Jahre. Hatten wir in den zurückliegenden Jahr zehnten immer noch Ertragsteigerungen so stellen wir jetzt ernüchtert fest, dass diese Zeiten vorbei sind.
Problematisch für die Landwirte sind aktuell die Erzeugerpreise. Seit Monaten liegen die Verkaufspreise für Getreide im Keller. Und auch wenn in den vergangenen Wochen ein leichter Anstieg zu verzeichnen ist (Der Weizenpreis stieg vom 7. Juli bis zum 21. Juli von 18€ auf 20€ pro Dezitonne), reichen die Preise aktuell nicht aus, damit die Landwirte ihre hohen Produktionskosten decken können.
„Da die Kosten für Pflanzenschutzmittel und Energie so stark gestiegen sind, brauchen wir dringend mehr Geld für unser Erntegut. Andernfalls ist es uns unmöglich, auf Dauer wirtschaftlich zu handeln“ fasst der Kreisverbandsvorsitzende zusammen.
Die Erntesaison dauert noch bis in den Herbst an. Die nächsten Wochen sind wichtig für die Ernten von Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben. Da die Ackerböden sehr trocken sind, brauchen wir immer wieder Ordentliche Regenschauer und vor allem keine Temperatu ren über 30 Grad. Das vertragen die Ackerkulturen ebenso wenig wie Mensch und Tier.