Kreisverbandsvorsitzender Richard: | 17. August 2026

Wolf darf nicht entnommen werden – „Unhaltbare Situation“

Bauernfamilien fühlen sich machtlos gegenüber permanenter Bedrohung ihrer Weidetiere

Nach dem abschlägigen Urteil zweier Gerichte gegen den Kreis Olpe zum Abschuss des Wolfes GW1896m vermisst Michael Richard, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Olpe, weitere Maßnahmen, um die Bedrohung der heimischen Weidetiere durch den Wolf auszuschalten. „Es ist schon ungerecht genug, dass ein anerkannter Herdenschutz vorhanden sein muss, der im Mittelgebirge kaum aufrechtzuerhalten ist. Problematischer bewerten wir Landwirte aber die Tatsache, dass umherstreifende Wölfe weiterhin ihr Unwesen unter den Weidetieren treiben können, ohne dass das jemanden zu interessieren scheint.“

Schafhaltung hält Naturschutzflächen offen

Die Schafhaltung im Mittelgebirge findet oftmals im Bereich der Bio-Weihnachtsbäume und der Offenhaltung von Naturschutzflächen oder Hanglagen statt. Insbesondere die Offenhaltung dieser Flächen steht im Konflikt mit den Wölfen. „Die Offenhaltung wird oft von Hobbyhaltern mit kleinen Herden übernommen. Herdenschutzhunde oder 100% wolfssichere Zäune sind schlichtweg unrealistisch in unserer Topographie. Diese Halter werden dann lieber aufhören. Die Folge einer solchen Entwicklung sehen wir aktuell in Südeuropa.“. Der Rückgang der Weidehaltung in Südeuropa und die damit einhergehende Verbuschung sorgt bei der aktuellen Trockenheit als Brandbeschleuniger für schwere Waldbrände. „Ob dass der gewünschte Weg für unser waldreiches Mittelgebirge ist, halte ich für fraglich.“.

"Wir brauchen eine Regulierung des Wolfsbestandes"

Richard damit weist auch auf die jüngsten Risse im Raum Wittgenstein hin, wo Schafhalter dem Gemetzel auf Naturschutzflächen machtlos gegenüberstanden. Richard: „Wir respektieren die Entscheidung der Gerichte, bestehen aber weiterhin auf einer Regulierung des Wolfsbestandes zur Rettung von Schafen und anderen Weidetieren.“

"Wolfsmanagement fehlt"

Der Landwirtschaftliche Kreisverband Olpe erinnert damit an seine bereits häufig formulierte Forderung nach der Änderung des Landesjagdgesetzes, das bisher zwar als vorläufiger Erlass umgesetzt wird, aber für die heimischen Bauernfamilien gefühlt noch zu wenig Möglichkeiten der Entnahme von nachweislich schadstiftenden Tieren enthält. Michael Richard: „Gemeinsam mit unserem Landesverband rütteln wir permanent an dieser unhaltbaren Situation und erwarten umgehend eine Lösung. Es fehlt immer noch ein Wolfsmanagement!“

Michael Richard ist optimistisch, dass die Weidetierhalter mit der Forderung nicht mehr ganz alleine sind: "Selbst im Kulturteil der Westfalenpost wurde jetzt der Zusammenhang zwischen vom Wolf gerissenen Weidetieren und dem Ausbreiten der großen Feuer in Spanien gesehen: Die Gräser am Straßenrand seien zu hoch und verdorrt, weil sie nicht abgegrast worden seien."

Grundsatzposition:

Ergänzend fügt der Kreisverbandsvorsitzende diese Grundsatzposition hinzu: „Die Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter in Südwestfalen sind nach etlichen Wolfsrissen in großer Sorge um ihre Tiere und den Fortbestand der Weidetierhaltung, die Betroffenheit auf den Betrieben ist entsprechend anhaltend groß.

Der WLV setzt sich seit Jahren für eine unverzügliche Entnahme von Problemwölfen ein. Erst kürzlich wurden mit der Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz die rechtlichen Voraussetzungen hierfür geschaffen. Auf dieser Grundlage und nach umfangreicher Prüfung hatte der Kreis Olpe daraufhin die Bejagung des in Südwestfalen für zahlreiche Risse verantwortliche Wolfes GW1896m erlaubt. Nachdem ein Naturschutzverband nun rechtlich dagegen vorgegangen ist, hat das Verwaltungsgericht die Bejagung vorläufig wieder untersagt. 

Diese Entscheidung ist ein schwerer Schlag für unsere Tierhalterinnen und Tierhalter, die sehr enttäuscht auf die Mitteilung reagieren.

Wir respektieren die vorläufige Entscheidung des Gerichts, appellieren jedoch an dieses, in der Hauptsache umgehend ein eindeutiges Urteil im Sinne der Weidetierhaltung zu fällen.“