Getreideernte: | 27. Juli 2026

Ernte im Kreisverband Ruhr-Lippe auf der Zielgeraden

Die Getreideernte geht in der Region dem Ende entgegen. Das sonnige Sommerwetter bescherte gute Erntebedingungen.
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Gute Erntebedingungen, Weizen unterdurchschnittlich, Gerste mit guten Ergebnissen

Ruhr-Lippe (wlv). Langsam leeren sich die Getreidefelder im Kreisverband Ruhr-Lippe (Kreis Unna, Bochum, Dortmund, Hamm und Herne). Die diesjährige Getreideernte befindet sich in ihrer Schlussphase. Während die Wintergerste bereits vollständig eingebracht ist, stehen bei Weizen und Raps die letzten Druscharbeiten an. Das Ernteergebnis fällt dabei je nach Kultur und Standort unterschiedlich aus.

Mit der Wintergerste sind die Landwirtinnen und Landwirte in der Region überwiegend zufrieden. Die Bestände konnten rechtzeitig geerntet werden und lieferten in den meisten Betrieben gute Erträge. „Die Hitze in der zweiten Junihälfte kam für die Gerste zu spät, um noch größere Auswirkungen zu haben. Ihre Ertragsbildung war zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen“, erläutert Thomas Döring, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe.

Beim Weizen zeigt sich dagegen ein anderes Bild. Obwohl die Kulturen nach einem guten Winter und Frühjahr vielversprechend in die Saison gestartet waren, setzte ihnen die anhaltende Hitze im Juni spürbar zu. Die Körner konnten sich vielerorts nicht vollständig entwickeln und trockneten vorzeitig ab. Entsprechend bleiben die Erträge an vielen Standorten unter dem langjährigen Durchschnitt.

„Mit der Gerste können wir insgesamt zufrieden sein. Beim Weizen sehen wir dagegen deutlich die Folgen der Trockenheit und der hohen Temperaturen. Die Erträge sind vielerorts noch akzeptabel, erreichen aber häufig nicht das Niveau der vergangenen Jahre“, so Döring.

Auf leichteren Sandböden und flachgründigen Standorten wirken sich die trockenen Bedingungen besonders deutlich aus. Dort konnte der Boden weniger Wasser speichern, sodass die Kulturen früher unter Trockenstress litten und die Erträge entsprechend geringer ausfielen.

Auf vielen Feldern sind derzeit außerdem noch die Mähdrescher im Raps unterwegs. Anders als früher wird Raps heute häufig nicht mehr vor, sondern gleichzeitig mit oder sogar nach dem Weizen geerntet. Grund dafür sind moderne, platzfeste Rapssorten. Ihre Schoten bleiben auch bei voller Reife geschlossen, sodass Landwirtinnen und Landwirte den optimalen Erntezeitpunkt abwarten können, ohne nennenswerte Ausfallverluste befürchten zu müssen.

Neben den Erträgen bleiben auch die Getreidepreise hinter den Erwartungen zurück. „Entscheidend ist nicht allein, was am Ende vom Feld kommt, sondern auch, was dafür bezahlt wird. Die aktuellen Preise reichen in vielen Fällen nicht aus, um die gestiegenen Produktionskosten angemessen zu decken“, betont Thomas Döring. Die zuletzt leicht gestiegenen Weizenpreise würden zwar teilweise die Ertragsverluste ausgleichen, seien aber immer noch nicht kostendeckend. Eine erfreuliche Preisentwicklung hätten hingegen die Rapspreise zu verzeichnen.

Mit dem Sommerwetter hoffen die Landwirtinnen und Landwirte nun darauf, die verbleibenden Weizen- und Rapsflächen in den kommenden Tagen zügig abernten zu können. Nach der Ernte würden sie sich über Regen freuen, denn die  aktuell noch auf den Feldern stehenden Früchte wie Mais, Zuckerrüben , Kartoffeln, Zwiebeln, Möhren und weiteres Gemüse sowie Wiesen und Weiden würden nun dringend Wasser brauchen, sagt Döring.