Stabile Hochdruckwetterlage | 6. März 2026

Landwirtschaft startet mit Schwung in das Frühjahr

Mit sogenannten Schleppschuhen wird der Boden leicht angeritzt und die Gülle eingebracht. Das verringert die Emissionen und damit die Geruchsbelastung.
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Die Frühjahrsarbeiten auf den Feldern haben in der Region begonnen. Düngearbeiten, die Aussaat der Ackerbohnen und des Sommergetreides stehen auf dem Plan.

Ruhr-Lippe(wlv). Mit den ersten stabilen Hochdrucktagen im März beginnt für die Landwirtinnen und Landwirte in der Region die arbeitsintensive Frühjahrsphase. Viele Flächen sind inzwischen ausreichend abgetrocknet und befahrbar. Gleichzeitig setzt mit steigenden Temperaturen allmählich das Pflanzenwachstum ein.  „Im Märzen der Bauer, das passt in diesem Jahr auf den Punkt“, sagt der der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe (Bochum, Dortmund, Hamm, Herne, Kreis Unna) Thomas Döring.

„Die aktuellen Witterungsbedingungen ermöglichen es uns, die anstehenden Frühjahrsarbeiten aufzunehmen“, erklärt Döring. Zu den ersten Maßnahmen zählen insbesondere Düngearbeiten sowie die Aussaat von Ackerbohnen und Sommergetreide wie Hafer. Die Düngung erfolgt sowohl mit mineralischen als auch organischen Düngern wie Gülle, Gärsubstrat aus Biogasanlagen oder Mist. „Diese Wirtschaftsdünger liefern wichtige Nährstoffe und sind Teil der Nährstoffkreisläufe“, sagt der Landwirtevorsitzende. Die Ausbringung erfolge nach dem Bedarf der Pflanzen und auf Grundlage von Bodenproben. Ziel sei es, die Nährstoffversorgung präzise auszurichten und Nährstoffverluste möglichst zu vermeiden, erklärt Döring. „Leider lässt es sich nicht ganz vermeiden, dass es bei der Ausbringung von Gülle riecht, durch entsprechende Technik konnten wir das in den letzten Jahren jedoch immer stärker reduzieren. Zudem stellen wir fest, dass immer mehr Menschen Verständnis haben und den großen Vorteil der Kreislaufwirtschaft sehen,“ sagt Thomas Döring.

Auch die Aussaat der Ackerbohnen erfolgt aktuell. Sie werden sowohl als Futtermittel als auch für die menschliche Ernährung genutzt. Thomas Döring betont die besondere Eigenschaft der Kultur. Die Ackerbohne gehe eine Symbiose mit Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln ein und könne dadurch Stickstoff aus der Luft binden. „Diese Bakterien bilden kleine Knöllchen und machen den Luftstickstoff für die Pflanze nutzbar“, erläutert er. Dadurch benötige die Bohne weniger zusätzliche Stickstoffdüngung und trage zur Bodenfruchtbarkeit bei, wovon auch nachfolgende Kulturen profitierten. Neben den Bohnen wird derzeit auch Sommergetreide wie Hafer ausgesät.

Mit dem Beginn der Frühjahrsarbeiten nimmt die Landwirtschaft in der Region nun wieder sichtbar Fahrt auf. Die weiteren Frühjahrsarbeiten hängen maßgeblich vom Witterungsverlauf in den kommenden Wochen ab. „Auch auf den Straßen sind derzeit vermehrt Traktoren mit Anbaugeräten oder Güllefässern unterwegs“, sagt Döring. Er bittet Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer um Verständnis sowie um besondere Aufmerksamkeit im Umgang mit den größeren und langsameren Fahrzeugen.