Weltmilchtag am 1. Juni | 29. Mai 2026

Landwirtevorsitzender Lehmenkühler: „Kühe sind unverzichtbar"

„Schon gehört? Am Montag ist Weltmilchtag!“
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Milchviehhaltung im Kreis Soest rückläufig, aber weiterhin wichtige Funktion für Ernährungssicherung, Natur und Kulturlandschaft

Kreis Soest (wlv). Der kommende Montag steht ganz im Zeichen der milchgebenden Vierbeiner: Am 1. Juni wird der Internationale Tag der Milch gefeiert. 8899 Milchkühe wurden bei der letzten Zählung am 3. November 2025 im Kreis Soest gezählt. Sie stehen in den Ställen und auf den Weiden von 130 Landwirten und Landwirtinnen.

Seit 1957 gibt es den Weltmilchtag. „Leider sinkt die Zahl der Milchkuhhalter im Kreis Soest, wie im gesamten Bundesgebiet kontinuierlich“, sagt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest Josef Lehmenkühler. Fünfzehn Jahre zuvor, im Jahr 2010 waren noch auf mehr als 240 Höfen Milchkühe zu Hause.

Trotzdem sei die Milchviehhaltung im Kreis Soest weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Landwirtschaft, so der Landwirtevorsitzende. „Sie trägt zur Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln bei und spielt zugleich eine wichtige Rolle für Natur, Landschaft und nachhaltige Kreisläufe“, sagt Lehmenkühler und führt weiter aus: „Kühe geben nicht nur Milch. Sie sind unverzichtbar für unsere Kulturlandschaft und wichtige Partner in natürlichen Kreisläufen.“ Besonders in den Grünlandregionen entlang der Lippe und im Süden des Kreises seien Milchkühe prägend für die Landwirtschaft. „Rinder können, anders als wir Menschen, als Wiederkäuer das Gras unserer heimischen Wiesen und Weiden verwerten. Sie wandeln diese in hochwertige Lebensmittel wie Milch um und machen die enthaltenen Nährstoffe für uns nutzbar“, erklärt der Landwirt.

Grünland erfülle wichtige ökologische Funktionen. Wiesen und Weiden seien Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, schützten Böden vor Erosion und speicherten große Mengen Kohlenstoff. „Dauergrünland ist ein wichtiger CO₂-Speicher und trägt aktiv zum Klimaschutz bei“, so Lehmenkühler.

Neben Gras könnten Milchkühe auch Nebenprodukte aus der Lebensmittelherstellung verwerten. „Bei der Herstellung pflanzlicher Lebensmittel bleiben häufig Reststoffe übrig, die wir Menschen nicht nutzen können. Kühe können daraus noch wertvolle Nährstoffe gewinnen“, erklärt Josef Lehmenkühler. „So werden Ressourcen sinnvoll genutzt und Kreisläufe geschlossen.“

Auch für die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln spiele die Milcherzeugung weiterhin eine wichtige Rolle. Milch und Milchprodukte seien wertvolle Lieferanten von Eiweiß, Calcium und weiteren wichtigen Nährstoffen. „Viele Verbraucherinnen und Verbraucher wünschen sich in unserer krisengeprägten Zeit wieder eine größere Versorgungsicherheit mit heimischen Nahrungsmitteln; unsere heimischen Milchviehbetriebe leisten hierzu einen wichtigen Beitrag“, sagt Lehmenkühler.

 

Kurz erklärt: Was können Rinder, was wir Menschen nicht können?

Rinder können Gras verdauen, wir Menschen nicht. Gras enthält viel Energie, die Menschen jedoch nicht nutzen können. Kühe und andere Wiederkäuer besitzen dagegen mehrere Mägen. Im größten Vormagen, dem Pansen, helfen Milliarden Mikroorganismen dabei, die schwer verdaulichen Pflanzenfasern aufzuschließen. So können Rinder aus Gras wertvolle Nährstoffe gewinnen und in Milch umwandeln. Durch das Wiederkauen wird das Futter zusätzlich zerkleinert und besser verwertet. So können sie Wiesen und Weiden nutzen. Sie machen damit aus Flächen, die für Ackerbau oft ungeeignet ist, wertvolle Lebensmittel.

 

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