Landwirtschaft im Kreis Soest startet in die Frühjahrssaison

Hochdruckwetterlage ermöglicht Frühjahrsarbeiten; Düngung und Aussaat von Bohnen und Sommergetreide stehen an
Kreis Soest (wlv). Selten passt der Titel des bekannten Volksliedes „Im Märzen der Bauer“ so genau wie in diesem Jahr. Mit Beginn des März setzt sich die ruhige Hochdruckwetterlage fest und sorgt dafür, dass die Arbeiten auf den Feldern im Kreis Soest richtig losgehen. Vielerorts sind die Böden inzwischen ausreichend abgetrocknet und wieder befahrbar. Gleichzeitig beginnt die Vegetation langsam einzusetzen.
„Die aktuellen Witterungsbedingungen ermöglichen es uns, die anstehenden Frühjahrsarbeiten aufzunehmen“, erklärt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest, Josef Lehmenkühler. Zu den ersten Maßnahmen zählen insbesondere Düngungsarbeiten sowie die Aussaat von Ackerbohnen und Sommergetreide wie Hafer. Die Düngung erfolgt sowohl mit mineralischen als auch organischen Düngern wie Gülle, Gärsubstrat aus Biogasanlagen oder Mist. „Diese Wirtschaftsdünger liefern wichtige Nährstoffe und sind Teil der Nährstoffkreisläufe“, sagt der Landwirtevorsitzende. Die Ausbringung erfolge nach dem Bedarf der Pflanzen und auf Grundlage von Bodenproben. Ziel sei es, die Nährstoffversorgung präzise auszurichten und Nährstoffverluste möglichst zu vermeiden, erklärt Lehmenkühler. „Leider lässt es sich nicht ganz vermeiden, dass es bei der Ausbringung von Gülle riecht, durch entsprechende Technik konnten wir das in den letzten Jahren jedoch immer stärker reduzieren. Zudem stellen wir fest, dass immer mehr Menschen Verständnis haben und den großen Vorteil der Kreislaufwirtschaft sehen“, sagt Josef Lehmenkühler.
Auch die Aussaat der Ackerbohnen erfolgt aktuell. Sie werden sowohl als Futtermittel als auch für die menschliche Ernährung genutzt. Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest Josef Lehmenkühler betont die besondere Eigenschaft der Kultur. Die Ackerbohne gehe eine Symbiose mit Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln ein und könne dadurch Stickstoff aus der Luft binden. „Diese Bakterien bilden kleine Knöllchen und machen den Luftstickstoff für die Pflanze nutzbar“, erläutert Lehmenkühler. Dadurch benötige die Bohne weniger zusätzliche Stickstoffdüngung und trage zur Bodenfruchtbarkeit bei, wovon auch nachfolgende Kulturen profitierten. Neben den Bohnen wird derzeit auch Sommergetreide wie Hafer ausgesät.
Mit dem Beginn der Frühjahrsarbeiten nimmt die Landwirtschaft im Kreis Soest nun wieder sichtbar Fahrt auf. Die weiteren Frühjahrsarbeiten hängen maßgeblich vom Witterungsverlauf in den kommenden Wochen ab.
