Jahresrückblick 2025 | 29. Dezember 2025

Solide Ernten – Preise und Rahmenbedingungen vielfach schwierig

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Gemischte Bilanz zum Jahreswechsel: Gute Erträge unter dem Druck fallender Preise, steigender Kosten und schwieriger politischer Rahmenbedingungungen

Kreis Soest (wlv). Zum Jahreswechsel ziehen die Bauernfamilien im Kreis Soest eine insgesamt gemischte Bilanz. Zwar sind die Erträge auf den Feldern überwiegend zufriedenstellend ausgefallen, wirtschaftlich stehen viele Betriebe jedoch weiterhin unter erheblichem Druck. Neben niedrigen Erzeugerpreisen belasten vor allem schwierige agrarpolitische Rahmenbedingungen mit steigenden Auflagen, hoher Bürokratie und mangelnder Planungssicherheit die landwirtschaftlichen Familienbetriebe.

Gute Erträge, schwache Preise

„Mit der Ernte 2025 können wir hier im Kreis Soest insgesamt zufrieden sein“, sagt Josef Lehmenkühler, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest und führt weiter aus: „Die Preise für viele Feldfrüchte sind aber in diesem Jahr massiv gefallen, gleichzeitig nehmen die politischen und bürokratischen Anforderungen weiter zu.“

Die Sommerernte verlief witterungsbedingt wechselhaft. Während die Gerste zügig eingebracht werden konnte, sorgte eine längere Regenphase bei Weizen und Raps für Anspannung. Mengenmäßig fielen die Getreideerträge gut aus, wirtschaftlich belasten jedoch niedrige Erzeugerpreise. Auch die Herbsternte mit Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben sowie Gemüse und Obst brachte überwiegend ordentliche Erträge.

Preisverfall bei Feldfrüchten

„2025 sind die Preise für fast alle Feldfrüchte deutlich gesunken“, so Lehmenkühler. Die Getreidepreise lägen klar unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Weltweit hohe Ernten, ein starkes Marktangebot sowie der hohe Eurokurs würden die Preise unter Druck setzten. Besonders deutlich sei der Preisverfall bei Kartoffeln, vor allem bei Verarbeitungskartoffeln, so der Landwirt.

Situation im Stall

„In der Geflügelhaltung ist die wirtschaftliche Lage 2025 insgesamt ordentlich, allerdings bereitet die Ausbreitung der Vogelgrippe große Sorgen“, sagt Josef Lehmenkühler. Auch die Rindfleischpreise seien in 2025 gut gewesen. Beim Milchpreis habe sich bis zum Sommer eine stabile und vergleichsweise gute Situation gezeigt. Die sei wichtig gewesen sei, um gestiegene Kosten abzufedern. Seit dem Herbst sei jedoch ein deutlicher Abwärtstrend zu beobachten. „Die aktuellen Dumpingpreise des Lebensmitteleinzelhandels bei Butter und weiteren Milchprodukten verschärfen den Druck zusätzlich“, warnt Lehmenkühler.

Schwierig: Lage im Schweinebereich

Angespannt ist die Situation in der Schweinehaltung. „Die Preise für Schweinefleisch liegen derzeit so niedrig wie seit mehr als drei Jahren nicht, auch die Ferkelpreise sind unzureichend,“ sagt Lehmenkühler und ergänzt: „Gerade Sauenhalter brauchen auskömmliche Ferkelpreise, um die hohen Investitionen für notwendige Umbauten aufgrund gesetzlicher Vorgaben stemmen zu können“.

Strukturwandel und Investitionsstau

Der Strukturwandel schreitet im Kreis Soest weiter voran, besonders deutlich in der Tierhaltung. So hat sich beispielsweise die Zahl der Milchkuhhalter in den vergangenen zehn Jahren um fast 40 Prozent reduziert. Gab es im November 2015 noch auf 208 Höfen Milchkühe, waren es im November 2025 nur noch 130 Betriebe. Neben Markt- und Kostendruck spielen strengere gesetzliche Vorgaben, hohe Bürokratie sowie fehlende Planungssicherheit eine zentrale Rolle.

Klare Erwartungen an die Politik

„Wir Landwirtinnen und Landwirte im Kreis Soest brauchen in 2026 verlässlichere Rahmenbedingungen und Preise, weniger Bürokratie und endlich Planungssicherheit“, sagt Lehmenkühler. Die Landwirtschaft erfülle vielfältige Aufgaben: Sie sichere die Lebensmittelversorgung, erzeuge erneuerbare Energien, gestalte Kulturlandschaften und trage zum Klima- und Ressourcenschutz bei.

Pressekontakt:

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