Sommerliche Ernte im Kreis Soest geht in den Endspurt

Gerste mit guten Erträgen, Weizen litt unter Hitze im Juni
Kreis Soest (wlv). Auf den Feldern im Kreis Soest geht die diesjährige Getreideernte in die letzte Phase. Während die Gerstenernte bereits abgeschlossen ist, laufen derzeit die letzten Arbeiten bei Weizen und Raps. Die Erträge fallen dabei je nach Kultur und Standort unterschiedlich aus.
Den Auftakt der Ernte machte die Wintergerste. „Sie konnte im Kreis Soest überwiegend mit guten Erträgen eingefahren werden. Die hohen Temperaturen in der zweiten Junihälfte hatten auf die Gerste kaum noch Auswirkungen, da ihre Ertragsbildung zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen war“, sagt Josef Lehmenkühler, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest.
Aktuell sind die Mähdrescher vor allem noch auf Weizen und Rapsflächen unterwegs. Anders als noch vor einigen Jahren wird der Raps heute häufig nicht mehr vor, sondern erst mit oder nach dem Weizen geerntet. Grund dafür sind züchterische Fortschritte. Moderne Rapssorten haben deutlich platzfestere Schoten, sodass sie auch bei voller Reife nicht sofort aufspringen. Dadurch können die Landwirtinnen und Landwirte abwarten, bis auch später abreifende Schoten erntereif sind, ohne dass die bereits reifen Körner durch aufplatzende Schoten verloren gehen.
Beim Weizen fällt die Bilanz verhaltener aus als bei der Gerste. Nach guten Wachstumsbedingungen im Winter und Frühjahr sorgte die Hitze im Juni dafür, dass die Körner ihre Entwicklung nicht vollständig abschließen konnten. Statt ausreichend auszureifen, trockneten sie vielerorts zu früh ab. Dadurch bleiben die Erträge an vielen Standorten unter dem Durchschnitt.
„Mit der Gerste sind wir in diesem Jahr überwiegend zufrieden. Beim Weizen sehen wir dagegen die Folgen der heißen Witterung im Juni. Insgesamt liegen die Erträge vielerorts zwar unter dem langjährigen Durchschnitt, sind auf den meisten Standorten aber noch akzeptabel“, erklärt Landwirtevorsitzender Josef Lehmenkühler.
Deutlicher zeigen sich die Auswirkungen der Trockenheit auf leichteren Sandstandorten oder flachgründigen Böden. Dort konnte deutlich weniger Wasser gespeichert werden, sodass die Hitze die Bestände stärker belastete. „Auf diesen Flächen fallen die Erträge spürbar geringer aus. Hier hat sich gezeigt, wie wichtig die Wasserspeicherfähigkeit der Böden für die Entwicklung der Kulturen ist“, so Lehmenkühler.
Mehr als die Erträge bleiben die Erzeugerpreise hinter den Erwartungen zurück. „Entscheidend ist nicht allein, was am Ende vom Feld kommt, sondern auch, was dafür bezahlt wird. Die aktuellen Preise reichen in vielen Fällen nicht aus, um die gestiegenen Produktionskosten angemessen zu decken“, sagt Josef Lehmenkühler.
Mit dem wiederkehrenden Sommerwetter hoffen die Landwirtinnen und Landwirte nun, die restliche Ernte in den kommenden Tagen zügig abschließen zu können.