So fällt die Erntebilanz im Ennepe-Ruhr-Kreis und Hagen aus

Heißer, trockner Sommer stellte die Landwirtschaft vor Herausforderungen. Regen im August brachte vor allem dem Grünland und Mais Entspannung.
Ennepe-Ruhr-Kreis/Hagen (wlv). Wenn am kommenden Sonntag Erntedank gefeiert wird, richtet sich der Blick auf das, was in diesem Jahr auf den Feldern gewachsen ist und auf die Bedingungen, unter denen die Ernte entstanden ist. Der heiße und trockene Sommer stellte die Landwirtschaft im Ennepe-Ruhr-Kreis und in Hagen vor unterschiedliche Herausforderungen. „Die Witterung hat in diesem Jahr deutlich gemacht, wie unterschiedlich die Bedingungen für unsere Kulturen und Standorte sein können. Nach der langen Trockenheit hat der Regen im August noch einmal für Entspannung gesorgt“, sagt Dirk Kalthaus, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ennepe-Ruhr/Hagen.
Grünland: Regen brachte die Wende
Auf den Wiesen und Weiden zeigte sich der Einfluss der Witterung sehr massiv. Im Frühjahr entwickelte sich das Gras zunächst gut. Mit Hitze und Trockenheit ging das Wachstum dann deutlich zurück und kam teilweise nahezu zum Erliegen. Die Niederschläge im August sorgten dafür, dass die Flächen wieder grüner wurden und sich die Bestände erholen konnten.
„Im Sommer mussten Tiere auf der Weide zugefüttert oder in den Stall geholt werden“, sagt Kalthaus. Mit den Niederschlägen im August änderte sich die Situation deutlich. Die Grünlandflächen wurden wieder grün und konnten erneut Ertrag bringen. „Der Regen im August war für unser Grünland eine echte Entlastung. Danach haben sich die Flächen erstaunlich gut erholt. Wir mussten die Tiere nicht mehr zufüttern, und auch die Mähflächen konnten noch einmal deutlich aufholen“, sagt Kalthaus. Je nach Standort konnten teilweise noch ein vierter oder sogar fünfter Schnitt eingefahren werden. „Die ersten beiden Schnitte waren überwiegend gut, der dritte brachte noch etwa 60 Prozent des üblichen Ertrags. Beim vierten Schnitt war dagegen vielerorts kaum noch etwas zu holen, teilweise fiel er vollständig aus“, so der Landwirt.
Getreideernte im Hochsommer
„Mit der Gerste sind wir zufrieden. Die große Hitze im Juni kam zu einem Zeitpunkt, als die Ertragsbildung bereits weitgehend abgeschlossen war. Beim Weizen dagegen haben die hohen Temperaturen in der zweiten Junihälfte die Kornentwicklung gebremst“, sagt Kalthaus. Die Erträge lägen deshalb unter dem langjährigen Durchschnitt.
Mais sehr unterschiedlich
Auch beim Mais sind die Unterschiede zwischen den Flächen groß. Der Regen im August gab den Beständen noch einmal einen Schub, dennoch bleibt der Ertrag insgesamt unterdurchschnittlich. Entscheidend war vor allem die Bodengüte und damit die Frage, wie lange die Pflanzen mit dem vorhandenen Wasser auskamen. „Beim Mais sehen wir auf engstem Raum ganz unterschiedliche Bilder. Auf einem Feld können die Pflanzen an der einen Stelle gerade einmal 1,50 Meter hoch sein und an einer anderen 2,50 Meter erreichen. Auch bei der Kolbenbildung gibt es große Unterschiede“, beschreibt Kalthaus die Situation.
Kartoffeln mit geringeren Erträgen
Auch die Kartoffelernte fällt geringer aus als im vergangenen Jahr. „Die Trockenheit während der Vegetationszeit hat den Beständen zugesetzt“, erklärt Dirk Kalthaus.
Blick in den Stall
In der Tierhaltung bleibt die Lage angespannt. Besonders in der Schweinehaltung sei die Lage dramatisch. „Bei dem aktuellen Preisniveau können unsere Höfe nicht lange durchhalten“, sagt Kalthaus.
Die Milchviehhalter blicken auf ein schwieriges erstes Halbjahr zurück. Inzwischen zeichnet sich eine Erholung bei den Milchpreisen ab. „Jetzt gibt es eine positive Tendenz, die auch dringend notwendig ist“, so Kalthaus.
Dankbar für die Ernte
„Trotz der schwierigen Witterungsbedingungen sind wir dankbar für die Ernte“, so Kalthaus. Der Regen im August hat noch eine wichtige Wende gebracht. „Wir haben in diesem Jahr wieder gesehen, wie abhängig unsere Landwirtschaft von der Witterung ist. Umso dankbarer sind wir für den Regen, der den Wiesen und Weiden noch einmal richtig geholfen hat“, sagt Kalthaus.